Openclaw aka Moltbot aka Clawdbot: Der KI-Agent mit Seele und Vorliebe für Mac Minis

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Seit einigen Tagen ist ein Hummer, insbesondere auf X, fast omnipräsent. Er ist das Logo von Clawdbot, der innerhalb weniger Tage erst in Moltbot, dann in Openclaw umbenannt wurde: Laut Selbstbeschreibung(öffnet im neuen Fenster) ein "KI-Agent, der tatsächlich Dinge erledigt" . Seitdem posten Nutzer Kommentare, wie nachhaltig der Agent ihr Leben verändert habe(öffnet im neuen Fenster) , und KI-generierte Bilder von teils Dutzenden Mac Mini, die sie angeblich gekauft haben, um ihn darauf zu installieren.
Da der Code auf Github zu finden(öffnet im neuen Fenster) und über den Javascript-Paketmanager npm verfügbar ist, kann jeder ihn ausprobieren, was besonders KI-begeisterte und Anhänger der Kryptoszene anspricht. Der Agent läuft auf eigener Hardware und nutzt per API (Application Programming Interface) ein LLM, standardmäßig Anthropics Claude – daher der ursprüngliche Name. Die Interaktion erfolgt über Messenger, wobei von iMessage über Teams bis Telegram so ziemlich alles unterstützt wird.
Doch neben den vielen euphorischen Stimmen finden sich auch Warnungen; andere kommen zum Schluss(öffnet im neuen Fenster) , Openclaw sei – abgesehen von der Messenger-Schnittstelle – eigentlich nichts Besonderes. Zeit für einen genaueren Blick, bevor wir den Agenten in den kommenden Tagen selbst ausprobieren.
Gestartet als Privatprojekt
Veröffentlicht hat Openclaw der aus Österreich stammende Peter Steinberger. Dieser hatte nach seinem Ausstieg beim von ihm gegründeten Start-up Pspdfkit, das eine gleichnamige Javascript-Bibliothek entwickelt und vermarktet hat und nun Nutrient heißt, eine mehrjährige Auszeit genommen.
Nach seiner Erzählung(öffnet im neuen Fenster) brachte KI vor knapp einem dreiviertel Jahr seine Liebe zum Entwickeln zurück – seitdem hat er in sein Github-Repository 36 Projekte eingecheckt. Steinbergers zentrales Entwicklungswerkzeug ist Vibe Coding; nach eigener Angabe liest er mittlerweile den generierten Code nicht einmal mehr(öffnet im neuen Fenster) . KI lasse ihn seine Ideen wesentlich effizienter umsetzen und während sie arbeite, könne er andere Dinge erledigen.
Selbstverständlich hat den Code für Openclaw auch eine KI geschrieben. Der Agent soll die Vorteile, die Steinberger im Vibe Coding sieht, noch weiter treiben: Er soll Aufgaben erledigen oder neue Code-Ideen umsetzen, während der Nutzer etwas anderes tut.
Voller Zugriff, volles Risiko
Wie ein Assistent soll er zudem regelmäßig wiederkehrende Aufgaben erledigen, etwa morgens eine Zusammenfassung neuer Mails erstellen. So weit eigentlich nichts Neues, doch Openclaw soll noch mehr können: So können Nutzerinnen den Agenten etwa von unterwegs anweisen, Dokumente vom heimischen Computer zu verschicken, auf die sie aktuell keinen Zugriff haben. Durch die lokale Installation hat der Agent hier vollen Zugriff.
Und genau hier setzt die erste Kritik an: Einem KI-Agenten vollen Zugriff auf einen Rechner und möglicherweise auch noch Social-Media-Konten (ja, auch das kann Openclaw) oder andere Geräte zu geben, kann durchaus zu Problemen führen. Wenn etwa über Einbindungen von E-Mail-Postfächern externe Daten eingespeist werden können, sind Prompt Injections eine reale Gefahr. Aber auch möglicherweise gefährliche Bugs sind nicht auszuschließen.
Dessen ist sich auch Steinberger bewusst, der auf X explizit davor warnt, Openclaw unbedarft zu verwenden. Auf der Openclaw-Homepage wird zudem die Einrichtung auf Virtual-Private-Servern (VPS) verschiedener Anbieter erläutert, es reicht aber auch ein Raspberry Pi. Fraglich ist nur, wie viele Interessierte das berücksichtigen.
Eine Reihe von Interessenten scheinen aber auch extra für Openclaw einen Mac Mini gekauft zu haben, wovon Steinberger allerdings explizit abrät(öffnet im neuen Fenster) .
Der Agent kann allerdings auch ohne den Kauf eines Mac Mini teuer werden.