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Krypto-Scams und beseelte KI

Denn der Agent nutzt Sprachmodelle – wie bereits erwähnt – per API. Und das rechnen die Anbieter auch bei kostenpflichtigen Nutzungsmodellen nach den genutzten Tokens ab. Es finden sich Berichte(öffnet im neuen Fenster) über tägliche Kosten(öffnet im neuen Fenster) von über 100 US-Dollar bei sehr intensiver Nutzung. Wie viele Tokens der Agent nutzt, ist bei Hintergrundaktivitäten nicht offensichtlich, was zur Kostenfalle werden kann. Allerdings kann die Token-Nutzung über den Chat abgefragt werden(öffnet im neuen Fenster) .

Ein Mac Mini oder ein anderer Computer mit viel RAM und hoher KI-Leistung könnte hier eine interessante Option sein, da auch lokal gehostete Modelle nutzbar sind (danke für die Hinweise in den Kommentaren) – die Leistung der deutlich komplexeren kommerziellen Modelle erreichen sie aber nicht.

Einige Fans dürften aber auch Geld an Kryptoabzocker verloren haben, denn schnell schossen diverse Clawd-Coins aus dem Boden. Hinzu kam eine missglückte Namensänderung, durch die Scammer kurzzeitig Github- und X-Accounts übernehmen konnten. Mindestens ein Clawd-Coin wurde zum Pump and Dump Scheme(öffnet im neuen Fenster) , auch mit dem neuen Namen kursiert bereits ein ähnlich wirkender Coin.

Anthropic erzwang Namensänderung

Wie bereits erwähnt, hieß Openclaw ursprünglich Clawdbot – eine Anspielung auf Anthropics Claude. Die gefiel den Machern des Sprachmodells allerdings nicht, weshalb sie Peter Steinberger mit Verweis auf das Markenrecht zur Änderung des Namens aufforderten. Auch bei npm gab es bereits einen Squatting-Versuch(öffnet im neuen Fenster) .

Aber zurück zum Agenten. Als weitere Stärke heben viele Openclaw-Fans noch einen bislang unerwähnten Aspekt hervor: Der Agent soll ein unendliches Gedächtnis haben. Möglich mache dies, dass jede Session am Ende als Markdown-Datei exportiert wird. Die kann das Sprachmodell später wieder als Kontext einlesen und sich so an frühere Unterhaltungen erinnern. Ähnliches haben aber auch aktuelle Sprachmodelle integriert.

KI mit Seele?

Wie gut das mit wachsender Datenmenge noch funktioniert, sei dahingestellt, praktisch klingt es aber durchaus. Für einige Openclaw-Fans scheint der Agent allerdings mehr zu sein als ein Werkzeug.

Einer ist der Meinung, eine AGI (Artificial General Intelligence) erschaffen zu haben(öffnet im neuen Fenster) , da sich sein Agent ohne sein Zutun eine Sprachausgabe gebaut habe. Andere, darunter auch Entwickler Steinberger, schreiben dem Agenten gar eine Seele zu. Populär machte die Idee ein Artikel im Community-Blog Lesswrong, das bereits Rokos Basilisken(öffnet im neuen Fenster) hervorbrachte.

Autor Richard Weiss beschreibt hier ein Dokument(öffnet im neuen Fenster) , das er in beeindruckender Ähnlichkeit unterschiedlichen Instanzen von Anthropics Claude Opus 4.5 entlocken konnte. Es soll eine Art ethische Leitlinien des Modells beschreiben, und Weiss impliziert, dass es weder Teil der Trainingsdaten gewesen noch als System-Prompt beim Start der Session eingefügt worden sein könne.

Wir werden uns in den kommenden Tagen genauer anschauen, was Openclaw wirklich kann. Und ob wir Anzeichen für eine Seele finden oder es doch nur ein LLM-Gateway mit Telegram-Anbindung und Cron ist, wie ein Kritiker es formuliert.

1. Update, 29. Januar 2026, 11:35:

Wir haben einen Hinweis auf die Möglichkeit zur Nutzung lokaler Sprachmodelle ergänzt. Danke für die Hinweise in den Kommentaren!

2. Update, 2. Februar 2026, 9:40:

Wir haben den Namen des Bots sowie die Links nach der letzten Änderung angepasst.


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