Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Mogo 4 Laser und Horizon 20 Max im Test: Kinofeeling für zu Hause und unterwegs

Wir testen den portablen und akkubetriebenen Laser-Beamer Mogo 4 Laser und den smarten Wohnzimmer-Projektor Horizon 20 Max von Xgimi.
/ Mike Faust
13 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Mogo 4 Laser und Horizon 20 Max von Xgimi (Bild: Mike Faust / Golem)
Mogo 4 Laser und Horizon 20 Max von Xgimi Bild: Mike Faust / Golem

Xgimi ist ein chinesisches Technologieunternehmen, das im Jahr 2012 gegründet wurde und sich seitdem mit einer großen Auswahl an smarten Projektoren etablieren konnte. Zu den neuesten Geräten gehören der Xgimi Mogo 4 Laser, den es auch als LED-Variante gibt, und der Xgimi Horizon 20 Max. Beide Geräte sind Laser-Beamer, die sich in ihren Einsatzszenarien allerdings deutlich unterscheiden.

Während der Horizon 20 Max für Heimkinoanwendungen konzipiert wurde, ist der Mogo 4 Laser für ständig wechselnde Einsatzorte gedacht. Die vom Hersteller angegebenen 550 ISO-Lumen der Laser-Lichtquelle machten es im Golem-Test möglich, dass wir Bildinhalte auch bei lediglich zugezogenen Vorhängen oder heruntergelassen Jalousien genießen konnten.

Die weiteren Eckdaten werden mit einer BT.2020-Farbraumabdeckung von 110 Prozent und einem Kontrastverhältnis von 1.000:1 bei einer Bilddiagonale von bis zu 120 Zoll angegeben. Bildinhalte werden mit 1080p aufgelöst und überzeugen mit kräftigen Farben und gut erkennbaren Details in dunklen Szenen.

Für jeden Rucksack geeignet

In komplett abgedunkelten Räumen fällt allerdings eine leichte Übersättigung der Farben auf. Die als Laser-Speckle bezeichnete Lichtgranulation ist hingegen kaum zu sehen, dafür aber umso deutlicher ein Fliegengitter. Es zeigt sich umso stärker, je dunkler das Umgebungslicht und je heller der Bildinhalt ist. Störend empfanden wir diesen Effekt nur selten, auf beigefarbener Kleidung von Darstellern fiel er aber deutlich auf.

Dem Konzept eines tragbaren Projektors folgend, fällt das Gewicht des Mogo 4 Laser mit circa 1,3 kg recht gering aus. Auch die Abmessungen des zylindrischen Gehäuses sind mit einer Höhe von knapp 21 cm und einem Durchmesser von circa 9,7 cm für jeden Rucksack geeignet. Der integrierte Standfuß hält die Beamereinheit zudem fest an ihrem Platz und ermöglicht vertikale Drehungen um 360 Grad.

Xgimi geht aber noch einen Schritt weiter und integriert einen Akku mit 71,28 Wh (circa 20.000 mAh) in das Gerät. Er soll den Betrieb des Mogo 4 Laser laut Hersteller für 2,5 Stunden aufrechterhalten können. Dieser Wert ist aber nur im Eco-Modus zu erreichen, der deutlich zulasten der Bildhelligkeit geht. Im Normalbetrieb konnte der Akku uns etwas mehr als eine Stunde Energie liefern.

Zwei Fernbedienungen im Lieferumfang

Für überraschend guten Ton sorgen die beiden Sechs-Watt-Lautsprecher des Mogo 4 Laser. Sie trugen uns problemlos durch mehrere Filme und wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, dass der Ton aus dem Gerät schlecht oder unausgewogen klingen würde. Dass damit aber trotz Dolby-Audio, Dolby-Digital- und -Digital-Plus-Unterstützung kein räumlicher Klang entsteht, störte uns nicht weiter. Alternativ lässt sich der Mogo-4-Laser auch als Bluetooth-Lautsprecher oder als Powerbank verwenden.

Sehr schön ist auch, dass der Lüfter des Geräts sehr leise ist. In einem Abstand von etwa einem Meter zum Beamer ist er nur bei Stille schwach zu hören. Kleine Extras wie eine Infrarot-Fernbedienung, die mit einem Clip direkt am Gerät befestigt werden kann, unterstreichen den portablen Charakter des Mogo 4 Laser.

Wir greifen allerdings lieber zu der zweiten Fernbedienung, die ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist. Nicht nur ist sie per Funkanbindung deutlich besser für die Bedienung geeignet, sie bietet auch mehr Funktionen und aktiviert ihre Tastenbeleuchtung, sobald sie angehoben wird.

Outdoorpaket mit Leinwand

Komfortfunktionen wie die automatische Bildanpassung und Trapezkorrektur funktionieren beim Mogo 4 Laser zuverlässig und die Google-TV-Oberfläche bietet unkomplizierten Zugriff auf die Apps zahlreicher Streaminganbieter und die Einstellungen des Laser-Beamers.

Externe Bildquellen lassen sich aber nur über HDMI (mit Arc-Unterstützung) mit dem Projektor verbinden. Der USB-C-Anschluss ist ausschließlich zum Laden des Projektors oder im Powerbank-Betrieb zum Laden externer Geräte verwendbar.

Wichtig ist zudem, dass der Mogo 4 Laser das mitgelieferte 65-Watt-Netzteil im Betrieb auch voll ausnutzt. Mit einem 60-Watt-Netzteil ließ sich das Gerät in unserem Test nicht betreiben; auch wer eine externe Powerbank für den Mogo 4 Laser haben möchte, sollte auf entsprechende Leistung achten.

Ein USB-A-Anschluss ist ebenfalls vorhanden. Wurde ein USB-Stick zuvor als Massenspeicher für den Mogo 4 Laser konfiguriert, lassen sich darüber auch Medieninhalte abspielen. Mit Wi-Fi 5 werden drahtlose Netzwerkverbindungen sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Band hergestellt. Für Verbindungen im Nahbereich steht Bluetooth 5.1 zur Verfügung.

Jede Menge Zubehör

An der Unterseite des Standfußes verbaut Xgimi ein Stativgewinde. Der Hersteller bietet aber auch ein optionales Powerbase-Stativ an. Es lässt sich mit einem Klickmechanismus leichter am Mogo 4 Laser befestigen als mit einer Schraube und hat ebenfalls einen Akku integriert, mit dem sich die Laufzeit des Projektors auf bis zu fünf Stunden erweitern lassen soll.

In einem Outdoorpaket werden neben dem Powerbase-Stativ auch eine mobile Leinwand zusammen mit dem Mogo 4 Laser verkauft. Hinzu kommen sogenannte Ambient-Linsen, die magnetisch auf zwei Kontakten vor der Linse des Projektors einrasten und atmosphärische Umgebungslichter sowie den Mond oder die Sonne abbilden können.

Je nach Angebot ist der Mogo 4 Laser zu Preisen zwischen 660 und 800 Euro erhältlich. Zwar eignet sich das Gerät auch für den Einsatz im Wohnzimmer kleinerer Wohnungen, das gesamte Konzept ist aber für den Einsatz an stetig wechselnden Orten ausgelegt. Gegenüber dem circa 200 Euro günstigeren LED-Modell Mogo 4 besticht der Mogo 4 Laser aber mit deutlich besseren Farben und einer besseren Helligkeit, was ihn insbesondere in helleren Umgebungen zu besseren Wahl macht.

Bis zu 300 Zoll im Wohnzimmer

Für den Einsatz im Heimkino eignet sich der Horizon 20 Max allerdings deutlich besser. Er hat noch zwei Geschwistermodelle, den Horizon 20 und Horizon 20 Pro, die sich im Wesentlichen durch eine geringere Lumenzahl vom Max-Modell abheben.

Die Helligkeit des Horizon 20 Max gibt Xgimi mit 5.700 ANSI-Lumen an, was in unserem Test auch bei Tageslicht ein gut erkennbares Bild mit einer Größe von bis zu 300 Zoll auf weiße Oberflächen projiziert. Die BT.2020-Farbraumabdeckung wird mit 110 Prozent und das Kontrastverhältnis mit 20.000:1 angegeben.

Bildinhalte gibt der Projektor mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten aus. Werden der Spielmodus aktiviert und die variable Bildwiederholrate abgeschaltet, sind Latenzen von 3 Millisekunden bei 60 Hertz möglich. Wird die Auflösung auf Full-HD verringert, sollen laut Hersteller 2,2 Millisekunden bei 120 Hertz sowie 1 Millisekunde bei 240 Hertz möglich sein.

Optischer Zoom und optischer Audioausgang

Der quaderförmige Horizon 20 Max ist auf einem Standfuß montiert, der horizontale Drehungen um 360 Grad erlaubt. In der vertikalen Aufhängung lässt sich der Projektor um bis zu 315 Grad schwenken. An der Rückseite verbaut Xgimi HDMI-Eingänge, von denen einer eARC unterstützt, und einen USB-3.0- sowie einen USB-2.0-Anschluss. Hinzu kommen ein optischer und ein 3,5-Millimeter-Klinke-Audioausgang.

Xgimi liefert ein 300-Watt-Netzteil mit und bringt den Netzanschluss sowie eine Stativfassung im Standfuß unter. Zudem liegt dem Horizon 20 Max eine Fernbedienung mit sich automatisch aktivierender Hintergrundbeleuchtung bei. Die Abmessungen des Geräts liegen bei 249 × 298 × 190 mm (Höhe x Breite x Tiefe) und das Gewicht beträgt 5,4 kg.

Gute Lautsprecher und kaum Lüftergeräusche

Drahtlose Verbindungen lassen sich mit Wi-Fi 6 sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Band herstellen. Für Verbindungen im Nahbereich steht Bluetooth 5.2 zur Verfügung. Zwei 12-Watt-Lautsprecher wurden ebenfalls in das Gerät integriert und geben Musik und Sprachinhalte mit einem guten Klang wieder. Lüftergeräusche sind nur dann hörbar, wenn man nah neben dem Projektor sitzt.

Wie beim Mogo 4 Laser funktionieren auch beim Horizon 20 Max die automatische Bildanpassung und Trapezkorrektur zuverlässig. Hinzu kommen eine Hinderniserkennung und ein optischer, 1,5-facher Zoom. Auch beim Horizon 20 Max fällt in dunklen Umgebungen ein ganz leichtes Laser-Speckle auf. Der Fliegengittereffekt ist ebenfalls sehr schwach ausgeprägt und fällt nur beim Sitzen nah an der Projektionsfläche auf.

Beide Projektoren werden mit Google TV betrieben und unterstützen dadurch viele Streaming-Apps inklusive Netflix. Auf Eingaben mit der Fernbedienung reagieren beide Geräte schnell und zuverlässig, wobei sowohl die Einstellungen des Google-TV-Systems als auch der Projektoren übersichtlich und gut zu erreichen sind. Eine detailliertere Beschreibung von Google TV haben wir in unserem Test zum Anker Nebula X1 hinterlegt.

Preis und Verfügbarkeit

Sowohl der Mogo 4 Laser als auch der Horizon 20 Max sind bei Xgimi und in diversen Onlineshops erhältlich. Für den Mogo 4 Laser gibt der Hersteller einen UVP von 800 Euro an. Für 950 Euro ist der tragbare Projektor inklusive des Outdoor-Pakets erhältlich. Der UVP des Horizon 20 Max wird mit 3.000 Euro angegeben.

Fazit

Ein gewisser Charme ist dem tragbaren Mogo 4 Laser nicht abzusprechen. Sowohl Bildqualität als auch Design und Ausstattung lassen kaum etwas zu wünschen übrig. Die große Frage ist aber, ob das portable Konzept bei den meisten Anwendern wirklich zum Einsatz kommt.

Aber auch ohne ständige Standortwechsel könnte der Mogo 4 Laser eine gute Wahl sein, wenn in den eigenen vier Wänden nur gelegentlich Kinoabende mit einem größeren Bild stattfinden sollen, als es der eigene Fernseher bieten kann. Für den beruflichen Einsatz, zum Beispiel für regelmäßige Präsentationen und Ähnliches, ist der Projektor durch seine vergleichsweise kleine Projektionsfläche und die, trotz Laser-Optik, in sehr hellen Umgebungen begrenzte Helligkeit eher weniger geeignet.

Der Horizon 20 Max ist ein guter Projektor für das Wohnzimmer, der dank seiner Smart-TV-Funktionen mit nur wenig Aufwand in Betrieb genommen werden kann. Preis und Leistung stehen hier in einem guten Verhältnis, zumal der 20 Max durch seine Helligkeit auch tagsüber das Potenzial hat, den klassischen Fernseher abzulösen.


Relevante Themen