Abo
  • IT-Karriere:

Möve Franklin E-Fly Komfort im Test: Ein nicht ganz rundes Pedelec

Ein ovales Kettenblatt mit Mehrgelenkkurbel plus E-Antrieb: Mit dieser Kombination will Möve ein besonders tolles Pedelec schaffen. Doch die Rechnung geht nicht ganz auf.

Ein Praxistest von Martin Wolf veröffentlicht am
Cyfly in der Mitte, Elektromotor in der Hinterradnabe - das Franklin E-Fly Komfort soll uns doppelt unterstützen. (Bild: Heiko Raschke/Golem.de)

Was beim Franklin E-Fly Komfort als Erstes hervorsticht, ist ein schicker, schlanker Rahmen, an dem ein riesiger Akku befestigt ist. Auf den zweiten Blick bemerkt man ein merkwürdig ovales Kettenblatt und eine Tretkurbel, die aus mehreren Elementen besteht. Die Kombination aus dem neuartigen Antrieb und einem Hinterradnabenmotor soll laut Produzent Möve Synergien für eine große Reichweite und dynamisches Fahren schaffen.

Inhalt:
  1. Möve Franklin E-Fly Komfort im Test: Ein nicht ganz rundes Pedelec
  2. Hardware gut, Software schlecht
  3. Verfügbarkeit und Fazit

Der Hersteller mit dem traditionsreichen Namen fertigt in Deutschland sowie Europa und hat seit 2016 einen selbstentwickelten neuen Kraftwandler im Programm. Die Besonderheit des Cyfly genannten Antriebes besteht in ebenjenem ovalen Kettenblatt, das über mehrere Gelenke mit der Tretkurbel verbunden ist. Der Hersteller gibt an, dass dadurch bis zu 30 Prozent mehr Drehmoment entwickelt werde und eine Erleichterung beim Antreten, mittleren Geschwindigkeiten und hohen Gängen spürbar sei. Ermöglicht wird dies durch eine längere Tretkurbel, die eine größere Hebelwirkung entfalten kann.

Das klingt alles ziemlich kompliziert - unsere erste Frage ist demzufolge nach dem Eintreffen des Testmusters: Muss man sich umgewöhnen? Kaum haben wir das Franklin aus dem Transporter ausgeladen, schwingen wir uns in den Sattel, um eine Proberunde auf dem Hof zu drehen. Wir stellen fest: Es läuft zunächst etwas unrund.

Rhythmische Trittgymnastik

Wir haben auf Probefahrten am gleichen Tag immer wieder versucht, einen Unterschied zwischen verschiedenen Trittrhythmen auszumachen und festzustellen, ob sich das Franklin grundlegend anders verhält als normale Fahrräder. Tut es glücklicherweise nicht, schon nach einer kurzen Eingewöhnung nehmen wir den andersartigen Tritt nicht mehr bewusst wahr. Wobei Tritt nicht ganz zutreffend ist, es ist eher eine etwas stampfende Bewegung, hervorgerufen durch die Gelenke in der Kurbelgarnitur.

Stellenmarkt
  1. Hochland SE, Heimenkirch, Schongau
  2. Hays AG, Frankfurt am Main

Ist das revolutionär? Eher nein, den Unterschied im Kraftaufwand können wir subjektiv nur in bestimmten Situationen feststellen: beim Anfahren und bei leichten Steigungen. Wir lassen mehrere Personen kurz mit dem Rad fahren und bemerken einen Lakritzeffekt: Entweder man mag es, oder man findet es furchtbar - nicht jeder kann sich sofort auf Cyfly einstellen.

Gelegenheitsfahrer kamen mit dem Cyfly-Antrieb gut zurecht, während sportlicher Radler ihn als eher störend empfanden. In der Szene gilt die Technologie bei vielen als Hokuspokus, in Foren wird gern über die physikalischen Vor- und Nachteile gestritten. Kritisiert wird vor allem, dass die Wirkung des längeren Hebels durch Reibungswiderstände in den zusätzlichen Lagern und Gelenken neutralisiert werde. Der Hersteller hält mit Demo-Videos und einem Gutachten dagegen, die die Vorteile des Antriebs beweisen sollen. Wir stehen in der Mitte: einerseits fährt sich das Franklin wirklich gut, andererseits erfordert der Cyfly-Antrieb eine Umstellung. Dem einen gefällt's, dem anderen nicht - hier hilft nur Probe fahren.

Das Rad ist recht schwer, allein Cyfly wiegt 2 Kilogramm, insgesamt kommt das Franklin auf über 20 kg. Der innovative Antrieb ist leider nicht wartungsfrei, ein Wechsel des Synthetiköls wird vom Hersteller alle 5.000 km empfohlen. Er ist im ersten Jahr kostenlos, danach liegt er bei 20 Euro. Wer möchte, kann das Öl mit einem Wechselset für 15 Euro aber auch selbst erneuern. Auf Rahmen und Antrieb gibt Möve 5 Jahre Garantie.

Wie auch immer man zu Cyfly steht - die Wirkung eines Elektromotors ist unbestritten, und den hat das Franklin auch.

Hardware gut, Software schlecht 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-72%) 16,99€
  2. (-64%) 6,50€
  3. 2,80€
  4. 229,00€

stq66 11. Sep 2019 / Themenstart

Wenn ich mir MarkusK's Kosten so anschaue, dann bin ich mit dem Motorrad auch nicht viel...

Olliar 27. Aug 2019 / Themenstart

"Als Pluspunkt würden wir hier gern die zweistufige Rekuperation anführen - wenn wir sie...

Olliar 27. Aug 2019 / Themenstart

Diese 30% mehr Drehmoment "bezahlst" Du mit 30% mehr Weg. D.h. Du wirst nicht einem...

Olliar 27. Aug 2019 / Themenstart

"Die Besonderheit des Cyfly genannten Antriebes besteht in ebenjenem ovalen Kettenblatt...

Olliar 27. Aug 2019 / Themenstart

Da sind die stolz drauf? Etwas von 6 Bauteilen auf 100 zu verkomplizieren? Oje https...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Razer Blade Stealth 13 mit GTX 1650 - Hands on (Ifa 2019)

Von außen ist das Razer Blade Stealth wieder einmal unscheinbar. Das macht das Gerät für uns besonders, da darin potente Hardware steckt, etwa eine Geforce GTX 1650.

Razer Blade Stealth 13 mit GTX 1650 - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
IMHO: Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus
IMHO
Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus

Die technischen Werte der beiden elektrischen Porsche Taycan-Versionen sind beeindruckend. Viele werden sie als "Tesla-Killer" bezeichnen. Doch preislich peilt Porsche damit eine extrem kleine Zielgruppe an: Ein gut ausgestatteter Turbo S kostet 214.000 Euro.
Ein IMHO von Dirk Kunde

  1. Gaming Konsolenkrieg statt Spielestreaming
  2. IMHO Valve, so geht es nicht weiter!
  3. Onlinehandel Tesla schlägt Kaufinteressenten die Ladentür vor der Nase zu

How to von Randall Munroe: Alltagshilfen für die Nerd-Seele
How to von Randall Munroe
Alltagshilfen für die Nerd-Seele

"Ein Buch voll schlechter Ideen" verspricht XKCD-Autor Randall Munroe mit seinem neuen Werk How to. Es bietet einfache Anleitungen für alltägliche Aufgaben wie Freunde zu finden. Was kann bei dem absurden Humor des Autors schon schief gehen? Genau: Nichts!
Eine Rezension von Sebastian Grüner


    5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
    5G-Antenne in Berlin ausprobiert
    Zu schnell, um nützlich zu sein

    Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
    Von Achim Sawall und Martin Wolf

    1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
    2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
    3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

      •  /