Möglicher Lebensraum: Ein Grundwassersee auf dem Mars

Britische Forscher haben Hinweise auf einen Marssee gefunden, der sein Wasser einst aus dem Boden des Roten Planeten erhielt - als Teil eines ausgedehnten Grundwassernetzes, in dem es auch Leben gegeben haben könnte.

Artikel veröffentlicht am , Thomas Trösch/Handelsblatt
Auf solchen Aufnahmen des McLaughlin-Kraters fanden die Forscher Hinweise auf einen möglichen Grundwassersee.
Auf solchen Aufnahmen des McLaughlin-Kraters fanden die Forscher Hinweise auf einen möglichen Grundwassersee. (Bild: Nasa/Reuters)

Ja, es gibt sie noch - Marsforschung, die nichts mit dem Nasa-Rover Curiosity zu tun hat. Anders als der rollende Medienstar der US-Weltraumbehörde hat die Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) ihre Primärmission bereits seit Jahren abgeschlossen und kreist nur noch als fliegende Kommunikationsplattform um den Roten Planeten.

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Die Daten der Sonde, die laut Aussage der Nasa mehr Informationen über den Mars zur Erde funkte als alle anderen Orbiter zusammen, werden aber noch immer von Wissenschaftlern in aller Welt analysiert. Jetzt glauben britische Forscher, anhand der MRO-Daten Hinweise auf frühere Grundwasservorkommen auf dem Mars gefunden zu haben - und damit auch Hinweise auf mögliches frühes Leben auf dem Nachbarplaneten.

Wie sie im Fachmagazin Nature Geoscience berichten, lassen Gesteinsanalysen der Raumsonde erkennen, dass sich in den Tiefen des McLaughlin-Kraters einst ein See befunden haben könnte, der von einem ausgedehnten Grundwassernetz gespeist wurde. Der gut 90 Kilometer breite Krater gehört zu den tiefsten Bassins der Marsoberfläche.

Auf seinem Grund in 2,2 Kilometern Tiefe befinden sich offenbar Tonmineralien, die für die Marsoberfläche sonst untypisch sind. Nach Einschätzung der Forscher um Joseph Michalski vom britischen Naturkundemuseum in London könnten sie entstanden sein, als Grundwasser aus dem Boden in den Krater eindrang. Zudem fanden sich Hinweise auf kleine Rinnen im Kraterrand, welche die Höhe des einstigen Wasserspiegels markieren könnten.

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Für die Forschung wäre eine genauere Untersuchung solch tiefer Marskrater lohnend, so die Forscher. Denn die Ablagerungen eines solchen Sees könnten weitere Hinweise enthalten auf ein einstiges Mars-Grundwassernetz - und auf mögliche Formen von Leben in diesem Wasser.

"In tiefen Kratern wie McLaughlin könnte es immer wieder zum Durchbruch von Flüssigkeit aus oberflächennahen Bodenschichten gekommen sein", so Michalski. "Dabei könnten Informationen über einen möglichen unterirdischen Lebensraum an die Oberfläche gelangt sein." Der McLaughlin-Krater sei daher ein lohnendes Ziel für eine künftige Marsmission, so das Fazit des Forschers.

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