Möglicher Cyberangriff: Internationaler Strafgerichtshof meldet Sicherheitsvorfall
Der in Den Haag ansässige Internationale Strafgerichtshof (International Criminal Court – ICC) hat möglicherweise einen Cyberangriff auf seine IT-Systeme festgestellt. Wie die Organisation gestern in einem Beitrag auf X mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , erkannten die Dienststellen des ICC gegen Ende letzter Woche anomale Aktivitäten in ihren Informationssystemen. Daraufhin seien unmittelbar Maßnahmen zur Eindämmung des Vorfalls ergriffen worden.
Zusammen mit den lokalen Behörden des Gastlandes, also jenen der Niederlande, habe der Gerichtshof inzwischen weitere Reaktions- und Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Während der Vorfall weiter untersucht und eingedämmt werde, komme der Aufrechterhaltung der Kerntätigkeit des ICC derzeit ebenfalls eine hohe Priorität zu.
"Mit Blick auf die Zukunft wird der Gerichtshof auf den bereits laufenden Arbeiten zur Stärkung seines Cyber-Security-Frameworks aufbauen und unter anderem die Nutzung der Cloud-Technologie beschleunigen" , erklärt die Organisation weiter. Diesbezüglich sei aber auch die Unterstützung durch die Vertragsstaaten von entscheidender Bedeutung, um die institutionelle Widerstandsfähigkeit unter schwierigen Bedingungen weiter zu verbessern.
Weitere Informationen will der Internationale Strafgerichtshof vorerst nicht teilen. Das genaue Ausmaß des Vorfalls bleibt für die Öffentlichkeit somit vorerst unbekannt. Ungewiss ist demnach auch, ob es Angreifern gelungen ist, auf sensible Daten zuzugreifen oder diese sogar von den IT-Systemen des ICC zu exfiltrieren.
Der ICC sieht sich als Ergänzung zu nationalen Gerichten
Aufgabe des ICC ist es, die schwersten Verbrechen, die der internationalen Gemeinschaft zur Last gelegt werden, zu untersuchen und sie gegebenenfalls vor Gericht zu stellen. Dazu zählen etwa Vergehen wie Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen der Aggression.
"Der Gerichtshof beteiligt sich an einem weltweiten Kampf gegen die Straflosigkeit" , erklärt die Organisation auf ihrer eigenen Webseite(öffnet im neuen Fenster) . Dafür wolle der ICC die Verantwortlichen für ihre Verbrechen zur Rechenschaft ziehen und dazu beitragen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen. Allerdings sei der Internationale Strafgerichtshof nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung zu den nationalen Gerichten zu verstehen.
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