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Mögliche Spionage: Dienstleister der Bundeswehr von Hackern attackiert

Russische Hacker sollen gleich zwei Dienstleister der Bundeswehr angegriffen haben. Ob geheime Daten abgeflossen sind, ist noch unklar.
/ Marc Stöckel
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Einsatzkräfte der deutschen Bundeswehr (Bild: Leonhard Simon/Getty Images)
Einsatzkräfte der deutschen Bundeswehr Bild: Leonhard Simon/Getty Images

In den letzten Wochen sind gleich zwei Dienstleister der deutschen Bundeswehr Opfer von Cyberangriffen geworden. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (SZ) traf es Mitte Juni zunächst ein hessisches Unternehmen, das die Bundeswehr im Bereich satellitengestützter Kommunikation unterstützt. Wenig später soll ein Ingenieurbüro in Niedersachsen attackiert worden sein, das mit dem Bau von Gebäuden für das operative Führungskommando der Bundeswehr beauftragt ist.

Zunächst gingen die Behörden wohl davon aus, dass bei dem Angriff auf den Satellitendienstleister möglicherweise Verschlusssachen oder Daten aus der Satellitenkommunikation der Bundeswehr in die Hände der Angreifer gelangt sein könnten. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Der Schaden halte sich in Grenzen, hieß es von der Bundeswehr.

"Der operative Datenverkehr der Bundeswehr und die eigenen IT-Netze des Geschäftsbereichs Bundesverteidigungsministerium waren von dem Angriff nach aktuellen Erkenntnissen nicht betroffen" , erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Er versicherte zudem, das Ministerium stehe im engen Austausch mit dem attackierten Dienstleister und den Ermittlungsbehörden.

Ermittlungen laufen noch

Dem Bericht zufolge verschlüsselten die Angreifer die Systeme des Satellitendienstleisters wohl mit einer Ransomware. In welchem Umfang dies der Fall ist und ob eine Lösegeldforderung im Raum steht, wird allerdings nicht beantwortet. Die Ermittlungen der Landeskriminalämter Hessen und Nordrhein-Westfalen laufen noch und werden von IT-forensischen Untersuchungen begleitet.

Bei dem Angriff auf das Ingenieursbüro ist laut der SZ noch unklar, ob geheime Informationen erbeutet wurden. Bei beiden Cyberangriffen soll allerdings die Spur nach Russland führen. Beim Satellitendienstleister will man die eingesetzte Schadsoftware einer russischen Hackergruppe zugeordnet haben. Im Falle des Ingenieursbüros liefert der Bericht jedoch keine konkreten Anhaltspunkte für die Verbindung nach Russland.

Unklar ist zudem, ob die Angriffe rein krimineller Natur waren oder von der russischen Regierung unterstützt wurden. Die Grenzen scheinen diesbezüglich aber ohnehin zu verschwimmen. Einem WDR-Bericht(öffnet im neuen Fenster) zufolge gehen Sicherheitsbehörden inzwischen davon aus, dass es sich bei einigen von Russland aus initiierten Cybercrime-Aktivitäten auch um ausgeklügelte Spionageoperationen handeln könnte. Dass russische Hacker gerne auch deutsche Ziele attackieren , liegt angesichts früherer Angriffe auf der Hand .


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