Mögliche Besiedelung: Ein autonomer Roboter soll Höhlen auf dem Mond erkunden

Wird die Besiedelung des Monds doch noch Realität? Die Esa will mit Hilfe eines Roboters eine wichtige Basis dafür schaffen.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
So könnte der Roboter Daedalus beim Einsatz auf dem Mond aussehen.
So könnte der Roboter Daedalus beim Einsatz auf dem Mond aussehen. (Bild: ESA)

Die europäische Raumfahrtorganisation Esa arbeitet an einem autonomen Roboter zur Erforschung von Höhlen auf dem Mond. Der in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg konstruierte Daedalus (kurz für Descent And Exploration in Deep Autonomy of Lunar Underground Structures) soll eigenständig Hohlräume unterhalb der Planetenoberfläche erkunden, um mögliche Orte für den Bau einer stationären Siedlung aufzuspüren.

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Die Esa hofft darauf, dass Höhlen den zum Überleben auf dem Erdtrabanten nötigen Schutz vor Strahlung, Mikrometeoriten und extremen Temperaturen bieten können. Im Idealfall könnten vom Roboter lokaliserte Eis-Reservoirs zudem Zugriff auf Trinkwasser ermöglichen. Zunächst soll Daedalus grundlegende Anhaltspunkte darüber liefern, ob Mondhöhlen überhaupt als Rückzugsort für menschliches Leben taugen.

Dazu will die Esa den Roboter über einen langen Haltegurt in eine Höhlenöffnung herablassen. Sobald er den Grund erreicht hat, bewegt er sich aus eigener Kraft fort. Möglich macht das eine Kunststoffsphäre mit einem Durchmesser von 46 Zentimetern, die den Roboter umhüllt. Sie dient sowohl als Antrieb als auch als Schutz vor der unwirtlichen Umgebung. Der in die Höhle abgesenkte Transportgurt fungiert gleichzeitig als WLAN-Empfänger und überträgt die Aufzeichnungen des Roboters an die Esa.

360-Grad-Erfassung via Laser-Radar-System

Daedalus ist laut der Raumfahrtorganisation mit 3D-Kameras, einem Laser-Radar-System, Temperatursensoren sowie einem Strahlungsmesser ausgestattet. Die Werkzeuge ermöglichen ihm eine 360-Grad-Erfassung und -Analyse seiner Umwelt. Hindernisse erkennt und umfährt er eigenständig oder räumt sie mit Hilfe ausfahrbarer Arme aus dem Weg.

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Eine der größten Herausforderungen beim Bau einer praxistauglichen Version des Roboters ist laut Esa die nötige Robustheit bei gleichzeitiger maximaler Bewegungsfreiheit. Ob und wenn ja, wann das Gerät tatsächlich zu seiner ersten Höhlenerkundung aufbricht, bleibt unklar. Daedalus ist Teil einer größeren Studie der Esa zur Erforschung von Höhlensystemen auf dem Mond. Daran sind mehrere europäische Einrichtungen beteiligt, darunter die Jacobs-Universität in Bremen sowie mehrere Forschungsinstitute in Italien.

Mond: Eine Biografie

Neben der Esa arbeitet auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa an der Erkundung von Höhlen auf fremden Planeten. Unter der Bezeichnung Reachbot entwickelt ein Wissenschaftler der Stanford University gegenwärtig die Technik für einen Kletterroboter. Der soll künftig mit ausfahrbaren Stäben und Motoren Höhlen und Klüfte auf dem Mars erkunden.

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