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Mögliche Aufspaltung: TSMC und Broadcom könnten sich Intel teilen

Eine teilweise Übernahme von Intel steht noch immer im Raum. TSMC könnte damit seine Präsenz in den USA ausbauen.
/ Johannes Hiltscher
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Ein Kuchen mit Intel-Logo: Wird das Unternehmen aufgeteilt? (Bild: Lina Kivaka, Pexels; Montage: Golem.de)
Ein Kuchen mit Intel-Logo: Wird das Unternehmen aufgeteilt? Bild: Lina Kivaka, Pexels; Montage: Golem.de / CC0 1.0

Intel, das ehemalige Schwergewicht der Halbleiterbranche, befindet sich weiter in der Krise. Auch eine Übernahme von Teilen des Geschäfts durch Konkurrenten ist nicht vom Tisch: Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sollen aktuell Broadcom und TSMC die Übernahme von Teilen des Konkurrenten prüfen. Die beiden Unternehmen sollen sich für die Übernahme unterschiedlicher Teilbereiche interessieren.

Broadcom, das aktuell als Entwicklungspartner für KI-Chips gute Umsätze macht, soll an Intels Entwicklungskapazitäten interessiert sein. TSMC hingegen soll eine Übernahme der als unabhängiges Tochterunternehmen geführten Fertigungssparte Intel Foundry prüfen. Hier gab es in der Vergangenheit immer wieder Spekulationen über einen Verkauf , da es dem Unternehmen bislang nicht gelang, in größerem Umfang externe Kunden zu gewinnen.

Insbesondere bezüglich TSMC gibt es allerdings widersprüchliche Informationen: So soll die US-Regierung den Quellen des Wall Street Journal zufolge TSMC aufgefordert haben, eine Übernahme von Intels Fertigungssparte zu prüfen. Aus dem Weißen Haus hieß es allerdings, es sei unwahrscheinlich, dass US-Präsident Donald Trump einer Übernahme zustimme, durch die die Kontrolle über Intels Werke (Fabs) ins Ausland verlagert werde.

USA wollen die Kontrolle behalten

Für die US-Regierung ist die Kontrolle über Intels Fertigung bedeutend, da das Unternehmen auch für das US-Militär fertigt . Nach kurzzeitiger Unsicherheit hatte Intel hierfür im September 2024 3 Milliarden US-Dollar an Förderung erhalten(öffnet im neuen Fenster) .

Auch die Förderung im Rahmen des US-Chips Act dürfte Probleme machen. Die Subventionen in Höhe von 7,9 Milliarden US-Dollar sind laut WSJ daran geknüpft, dass Intel eine Mehrheitsbeteiligung an seiner Fertigung behält. Ein Einstieg über ein Investorenkonsortium erscheint damit realistischer. Über solche Konstrukte baut TSMC bereits seine Werke in Japan und bei Dresden , ist hier allerdings Betreiber und Mehrheitseigner.

Für TSMC könnte ein Einstieg in Intels Fabs durchaus interessant sein: Das Unternehmen könnte der Trump-Regierung damit seinen guten Willen zeigen, mehr in den USA zu investieren. Der US-Präsident hatte im Wahlkampf taiwanischen Unternehmen vorgeworfen , die Halbleiterfertigung aus den USA "gestohlen" zu haben. Eine Einbindung in die eigene Fab-Infrastruktur dürfte sich nach Einschätzung des WSJ allerdings als Herausforderung erweisen.

Bislang prüfen TSMC und Broadcom dem Bericht zufolge lediglich Möglichkeiten einer teilweisen Übernahme von Intel. Konkrete Angebote an den Übernahmekandidaten soll es bislang nicht geben, zudem ist Intel mit seinem kommenden 18A-Prozess nach Ansicht der Halbleiteranalysten von Techinsights gut aufgestellt . Frank Yeary, der aktuell Intels Verwaltungsrat leitet , soll mit einer Reihe möglicher Investoren im Gespräch sein. Laut WSJ ist sein zentrales Anliegen, das Beste für Intels Investoren herauszuholen.


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