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Modulares Smartphone: Lenovo bringt Moto Z mit Moto Z Play nach Deutschland

Ifa 2016
Im September bringt Lenovo nicht nur das Moto Z , sondern auch gleich das Moto Z Play auf den deutschen Markt. Die Play-Ausführung ist auf lange Akkulaufzeit ausgerichtet – beide Smartphones können mit Modulen erweitert werden.
/ Ingo Pakalski
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Das Moto Z ist mit Modulen erweiterbar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das Moto Z ist mit Modulen erweiterbar. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Lenovo hat erstmals das Moto Z Play vorgestellt und bringt damit noch in diesem Jahr ein zweites modulares Smartphone auf den Markt. Anfang Juni 2016 wurde das Moto Z vorgestellt, das erste Smartphone des Herstellers, das Module unterstützt. Im September 2016 sollen beide Geräte auf den deutschen Markt kommen. Das Moto Z Play ist auf eine möglichst lange Akkulaufzeit ausgelegt und steckt daher in einem etwas dickeren Gehäuse als das Moto Z, bietet aber auch eine etwas schlechtere Ausstattung.

Lenovo Moto Z ausprobiert (Ifa 2016)
Lenovo Moto Z ausprobiert (Ifa 2016) (01:00)

Beide Smartphones haben auf der Rückseite den sogenannten Moto-Mods-Connector. Darüber werden die Module angedockt, die Lenovo Moto Mods nennt. Wir konnten unter anderem das Akkupack, einen Lautsprecher und eine Kamera ausprobieren. Alle Module lassen sich unkompliziert an- und wieder abdocken. Magnete halten die Module am Smartphone ordentlich fest. Mit den Modulen erhöht sich das Gewicht des Smartphones entsprechend.

Kamera-Mod von Hasselblad ausprobiert
Kamera-Mod von Hasselblad ausprobiert (01:22)

Für das Lösen der Module ist einiger Kraftaufwand erforderlich, aber nach ein wenig Übung gelingt es gut. Denn das Lösen an sich ist unkompliziert, weil das Modul einfach nur abgezogen wird. Der Akkupack stammt nicht direkt von Lenovo, sondern ist von Incipio. Ist das Akkumodul angedockt kann der interne Akku darüber aufgeladen werden und das Smartphone kann den externen Akku verwenden.

Dadurch wird eine möglichst lange Akkulaufzeit erreicht. Wenn das Akkumodul leer ist, kann es abgenommen werden und das Smartphone mit vollem Akku weiter verwendet werden. Das Akkumodul mit 2.220 mAh verspricht eine zusätzliche Laufzeit von 22 Stunden. Das einzige derzeit verfügbare Akkumodul hat keine eigene Lademöglichkeit. Das Modul kann also nur geladen werden, wenn es mit dem Smartphone verbunden ist.

Hasselblad-Mod mit 10fach optischen Zoom

Anders sieht es beim Lautsprecher-Mod von JBL aus. Der darin enthaltene Akku kann auch ohne Smartphone geladen werden. Wenn der Lautsprecher mit dem Smartphone verbunden wird, kann der Akku im Smartphone zwar nicht geladen, aber übergangen werden. Dann wird der Akku im Lautsprecher verwendet, damit der Smartphone-Akku geschont wird. Das Modul erlaubt deutlich größere Lautsprecher und bietet einen volleren Klang als normale Smartphone-Lautsprecher.

Außerdem wird es einen Projektor-Mod geben und als Neuerung einen Kameraaufsatz von Hasselblad. Das Kamera-Mod von Hasselblad hat einen 12-Megapixel-Sensor, einen 10fach optischen Zoom, einen eigenen Ein-Ausschalter und einen physischen Zoomregler und Auslöser. Das Modul ist ungewöhnlich leicht, in dem Fall ist kein Akku enthalten. Mit der Hasselblad-Erweiterung können Bilder im Raw-Format aufgenommen werden und es stehen manuelle Einstellungen zur Verfügung.

Lenovo verspricht langfristige Moto-Mod-Unterstützung

Damit Kunden in das Ökosystem von Moto Z und Moto Mods investieren, verspricht Lenovo, dass das System mindestens drei Gerätegenerationen lang angeboten wird. Dabei wird eine vollständige Kompatibilität versprochen. Das bedeutet, ein in einigen Jahren gekauftes Moto-Mod soll dann mit dem Moto Z und Moto Z Play funktionieren. Umgekehrt wird ein heute gekauftes Moto Mod auch in einigen Jahren mit einem zukünftigen Moto-Z-Nachfolger laufen.

Lenovo bietet ein Entwicklerkit an, so dass Unternehmen eigene Mods dafür entwickeln und verkaufen dürfen. Bevor diese auf den Markt kommen dürfen, prüft Lenovo allerdings, ob die Kompatibilität gewahrt ist. Damit will der Hersteller sichergehen, dass keine Moto-Mods auf den Markt kommen, die dann nicht funktionieren.

Moto Z ist besser ausgestattet als das Moto Z Play

An der Ausstattung des Moto Z hat sich seit der Vorstellung im Juni 2016 nichts verändert. Das Gerät bietet eine recht typische Oberklasse-Ausstattung, hat als Besonderheit aber keinen klassischen Kopfhöreranschluss mehr. Lenovo legt einen Adapter bei, um herkömmliche Kopfhörer mittels USB-Typ-C-Adapter anschließen zu können.

Das neue Moto Z Play ist ein ganzes Stück schlechter ausgestattet, es richtet sich aber vor allem an Nutzer, die auf eine möglichst lange Akkulaufzeit Wert legen. Das Play-Modell mit 3.510-mAh-Akku ist rund 2 mm dicker als das normale Moto Z, das einen 2.600-mAh-Akku enthält. Zusammen mit einem etwas schwächeren Prozessor soll das genügen, die Akkulaufzeit von 30 Stunden auf bis zu 50 Stunden zu heben. Damit könnten drei bis vier Tage Akkulaufzeit in der Praxis erreicht werden.

Full-HD-Display und 3 GByte Arbeitsspeicher

Im Play steckt Qualcomms Octa-Core-Prozessor 625, der mit bis zu 2 GHz läuft. Im normalen Moto Z ist es die Quad-Core-Ausführung Snapdragon 820 mit 1,8 GHz- einer der schnellsten Qualcomm-Prozessoren. Bei der normalen Bedienung gab es aber auch beim Play-Modell keine Ruckler oder Hänger, das System lief flüssig.

Im Play fehlt auch das besonders hochauflösende Display des normalen Moto Z. Stattdessen liefert das 5,5 Zoll große Display eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und zeigt Inhalte durchaus scharf. Bezüglich des Speichers gibt es 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher. Weitere Daten können auf einer maximal 2 TByte großen Micro-SD-Karte abgelegt werden.

Für Foto- und Videoaufnahmen hat das Play-Modell eine 16-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Kameralicht. Vorne ist für Selbstportraits und Videotelefonate eine 5-Megapixel-Kamera vorhanden. Das LTE-Smartphone ist mit Dual-Band-WLAN, aber ohne ac-Unterstützung versehen, die es beim normalen Z-Modell gibt. Zudem gibt es Bluetooth 4.0, einen GPS-Empfänger, einen NFC-Chip, einen Fingerabdrucksensor und eine normale Klinkenbuchse für Kopfhörer, die beim normalen Z-Modell fehlt.

Android 6.0 ist vorinstalliert

Beide Smartphones kommen mit Android 6.0 alias Marshmallow auf den Markt. Aller Voraussicht nach werden die Smartphones ein Update auf das aktuelle Android 7.0 alias Nougat erhalten. Als eine Neuerung gibt es jetzt eine Wischgeste, um den Displayinhalt zu verkleinern. Das soll helfen, das Smartphone mit einer Hand bedienen zu können, indem man alle Steuerelemente einhändig erreicht.

Lenovo will beide Moto-Z-Modelle mit allen vorgestellten Mods im September 2016 auf den Markt bringen. Das normale Moto Z wird dann 700 Euro kosten, das Moto Z Play wird es für 450 Euro geben. Das Projektor-Mod wird 350 Euro kosten, das Hasselblad-Kamera-Mod wird es für 300 Euro geben, das Akku-Mod liegt preislich bei 90 Euro und den Lautsprecher-Mod gibt es für 100 Euro.


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