Modulare Smartwatch: Blocks in weniger als einer Stunde finanziert
In weniger als einer Stunde war das Finanzierungsziel von 250.000 US-Dollar für die modulare Smartwatch Blocks(öffnet im neuen Fenster) auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) erreicht. Bisher sind rund 450.000 US-Dollar gesammelt worden, sie wird also tatsächlich auf den Markt kommen. Erstmals vorgestellt wurde Blocks Anfang Januar 2015 auf der CES, und im Juni 2015 folgten technische Einzelheiten auf der Computex.

Die Smartwatch besteht als Basis aus dem Uhrengehäuse mit Display, Prozessor, Bluetooth-Einheit, Akku und Bewegungssensor. Alle weiteren Funktionen können in Form von Modulen nachgerüstet werden, um den Funktionsumfang der Uhr zu verändern. Die Module werden als einzelne Glieder des Armbands realisiert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Smartwatch selbst nicht zu groß wird.
Anders als geplant gibt es Blocks nur mit einem runden Uhrendisplay, das Modell mit eckigem Display wurde wohl verworfen. Eigentlich war die Kickstarter-Kampagne für die Finanzierung für den Juni 2015 geplant, hat sich aber um drei Monate verzögert.
Basis-Blocks kostet ohne Module 195 US-Dollar
Der günstigste Einstieg in die Blocks-Welt ist über Kickstarter für 195 US-Dollar möglich. Anfang des Jahres war noch ein Preis von 150 US-Dollar für das Uhrengehäuse veranschlagt worden. Wenn es die Smartwatch später einmal regulär geben wird, wird sie mit einfachem Armband nochmals teurer. Der Hersteller spricht derzeit von einer Ersparnis von 25 Prozent von dem künftigen Kaufpreis. Bei den Kickstarter-Bestellungen kommen noch einmal 25 US-Dollar Versandkosten dazu.
Die einzelnen Module kosten unabhängig von ihrer Funktion jeweils 30 US-Dollar. Hier wurde der Preisrahmen eingehalten, der mit 20 bis 40 US-Dollar beziffert wurde. Über Kickstarter werden verschiedene Pakete angeboten, die gleich vier Module nach Wahl des Käufers umfassen. Bei Bestellungen mit Modulen wird der Anbieter vor der Auslieferung fragen, welche Module gewünscht sind, und der Käufer kann sich dann entscheiden. Derzeit ist noch keine Auswahl möglich.
Paketpreis mit vier Modulen
Viele der Paketangebote sind bereits nicht mehr verfügbar, aktuell gibt es so ein Paket noch für 275 US-Dollar. Wenn das ausverkauft ist, steigt der Paketpreis auf mindestens 285 US-Dollar. Für 530 US-Dollar gibt es das oben genannte Paket im Doppelpack. Wer sich also mit jemanden zusammentut, kann die Smartwatch mit vier Modulen für 265 US-Dollar bekommen.
Fünf Module jetzt, vier kommen später
Alle Paketpreise können um einzelne oder auch mehrere Module ergänzt werden. Wer das Paket für 275 US-Dollar erwirbt, legt somit für zwei weitere Module nochmal 60 US-Dollar drauf. Alle Kickstarter-Bestellungen der Blocks-Uhr will der Anbieter im Mai 2016 ausliefern. Ab welchem Zeitpunkt es die modulare Smartwatch regulär geben wird, ist noch nicht bekannt.
Derzeit stehen fünf Module zur Wahl
Zu Beginn sind zunächst fünf Module im Sortiment. So gibt es ein Akkumodul, mit dem sich die Akkulaufzeit von rund einem Tag um mindestens 20 Prozent pro Modul verlängern lässt, wie der Anbieter verspricht. Wer gerade keine Gelegenheit hat, die Smartwatch aufzuladen oder es zu umständlich findet, täglich den Smartwatch-Akku zu laden, kann die mögliche Einsatzdauer durch entsprechend viele Akkumodule verlängern.

Ein weiteres Modul kann mittels Sensors den Pulsschlag des Trägers messen, es gibt außerdem ein Modul mit eingebautem GPS-Empfänger sowie ein NFC-Modul für kontaktloses Bezahlen, für das Blocks mit Partnern in den USA und Großbritannien zusammenarbeitet. Für Außeneinsätze wird ein Modul angeboten, das Temperatur, Luftdruck und die Höhenlage misst.
Vier weitere Module in der Planung
Vier weitere Module werden gerade entwickelt und sollen irgendwann nach der Auslieferung der Kickstarter-Bestellungen erscheinen, also frühestens im Mai 2016. Diese Module will Blocks selbst oder mit Partnern auf den Markt bringen. In einem Modul wird sich ein Mobilfunkchip befinden, um ohne zusätzliches Smartphone jederzeit online zu sein. Ein Modul mit Fingerabdrucksensor dient der bequemen Autorisierung und ein LED-Modul als Taschenlampe. Ein weiteres Modul wird einen Druckknopf haben, um darüber schnell eine bestimmte Funktion aufrufen zu können.
Zudem nennt Blocks vier weitere Modulideen, die bisher aber nicht realisiert werden. So sind ein Kameramodul, ein Speichermodul, ein Modul zum Messen des Stresslevels oder eines zur Messung der Luftqualität denkbar. Hier setzt Blocks auch auf Drittanbieter, die solche Module entwickeln und verkaufen. Die Smartwatch ist als offene Plattform konzipiert: Drittentwickler können eigene Module anbieten. Diese wird es dann zusammen mit Apps in einem Store geben, der eröffnet werden soll.
Blocks bemüht sich um Unterstützung von Windows Phone
In der Smartwatch läuft ein Betriebssystem, das mit Android- und iOS-Smartphones verbunden werden kann. Windows Phone wird zunächst nicht unterstützt. Die Macher wollen dies möglich machen, können es aber nicht versprechen. Es hänge auch davon ab, wie viel Geld über die Kickstarter-Kampagne hereinkomme. Derzeit dürften die Chancen sich verbessert haben, da das Finanzierungsziel in kürzester Zeit erreicht und mittlerweile deutlich überschritten wurde.