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Peer-Moderation: Sollen sich die User doch selbst moderieren!

Es gibt noch einen weiteren Weg, die Nutzer zu bändigen, der ebenfalls nicht neu, dessen Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft ist: Nämlich den Versuch, die Moderation weder automatisierten Prozessen noch geschulten Moderatoren zu überlassen, sondern der Community selbst. Peer-Moderation heißt dieser Ansatz.

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Zu den bekanntesten Beispielen zählen Slashdot und Reddit. Beide Webseiten übertragen weite Teile der Moderation den Usern, die Beiträge und Kommentare von anderen bewerten und somit bestimmen, was prominent gezeigt wird und was nicht. Im Fall von Reddit können die Moderatoren sogar eigene Richtlinien für einzelne Subreddits festlegen, solange diese nicht gegen die allgemeinen Regeln der Plattform verstoßen.

Der Vorteil: Die Plattformen machen sich weniger angreifbar hinsichtlich der Entscheidungen. Der Nachteil: Das System ist vor Gruppendynamik nicht gefeit und einzelne Moderatoren können sich verbünden und ihre Rechte missbrauchen. Gerade in der Gaming-Szene wird seit einiger Zeit auf eine selbstreinigende Wirkung gesetzt. Auf Twitch.tv etwa kann jeder Streamer selbst Moderatoren für seinen oder ihren Chat ernennen, die in Echtzeit Trolle und Hater rauskegeln. Sollte ein User plattformweit oder häufiger auffallen, kommen die offiziellen Moderatoren von Twitch ins Spiel.

Auch in Games selbst gibt es Versuche der Peer-Moderation. Eines der bekanntesten Experimente war das sogenannte Tribunal in League of Legends, das es zwischen 2011 und 2014 gab. Spieler, die häufig von anderen gemeldet wurden, landeten vor ausgewählten Veteranen, die Einblick in die Chatlogs und Statistiken erhielten. Sie konnten entscheiden, ob der betroffene Account bestraft oder begnadigt werden sollte. 2014 setzte der Entwickler das Tribunal aus - unter anderem, weil die Bearbeitung von Tausenden Fällen durch andere Spieler schlicht zu lange dauerte. Auch Counter-Strike: Global Offensive verwendet ein ähnliches System namens Overwatch, um Cheater zu identifizieren und zu verbannen.

Gamer bestimmen die Regeln und Entscheidungsprozesse

Einen weiteren, kreativen Ansatz verfolgt die sogenannte Fighting Game Community (FGC), ein Zusammenschluss von Spielern verschiedener Fighting-Games wie Super Smash Bros. oder Mortal Combat. Sie hat Anfang des Jahres einen eigenen einen Code of Conduct erstellt. Er beinhaltet Regeln für den Umgang miteinander in einzelnen Spielen, aber auch bei Turnieren. So sind zum Beispiel Hate Speech und das absichtliche Verlieren von Fights, etwa um damit Wetten zu manipulieren, untersagt. Wer es trotzdem macht, wird bestraft. Der Code of Conduct ist ein Leitfaden für die gesamte Community, erstellt von dieser selbst. An ihm orientieren sich mittlerweile viele Turnierveranstalter und Organisationen wie Full Bloom; mehr als 50 haben ihn inzwischen unterzeichnet.

Dies ist natürlich ein Beispiel, das die Grenzen der klassischen Content-Moderation übersteigt und möglicherweise nur in kleinen, spezifischen und eng vernetzten Kreisen funktioniert. Aber es zeigt auch, was passieren kann, wenn die Community die Regeln selbst festlegt oder, wie im Fall von League of Legends und CS:GO, in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden wird: Es sorgt vor allem für mehr Transparenz.

Mehr Transparenz wünscht sich schließlich auch Sana Ahmad vom Berliner Weizenbaum Institut: "Content-Moderation ist immer noch ein geheimer Prozess, aus mehreren Gründen." Erstens wollten Plattformen ihre proprietäre Technik schützen, zweitens wollten sie die Identität ihrer Moderatoren nicht enthüllen und drittens wollten sie nicht sagen, ob und in welchem Maße überhaupt moderiert wird. "Das System ist undurchsichtig. Dabei würde es den Plattform gut stehen, der Öffentlichkeit und vor allem den Nutzern mehr Einblicke in die Moderationsprozesse zu geben", sagt die Sozialwissenschaftlerin.

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 Shadow Bans: Aus den Augen, aus dem Sinn?Wie könnte eine gute Moderation aussehen? 
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TW1920 30. Okt 2019

Deswegen meinte der Threadersteller ja, dass das halt nur bei neuen Accounts was bringt...

Astorek 29. Okt 2019

Zwischen "Blödeln, Meckern, Kritik und Negatives" und menschenverachtender Hetze besteht...

Handle 29. Okt 2019

Ich habe ein Beispiel von hier: Beim letzten Artikel von Valerie Lux hier auf Golem wurde...

Dwalinn 28. Okt 2019

Bisher gab's bei mir immer ne kleine Erklärung warum man einen Kommentar gelöscht hat...

Salzbretzel 28. Okt 2019

Bei dem Thema Mods denke ich gerne an Früher zurück. Als es Foren und noch keine...


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