Modlishka: Phishing-Tool umgeht Zwei-Faktor-Authentifizierung

Eine täuschend echte Phishing-Seite, die sogar Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen kann: Mit dem Tool Modlishka lassen sich automatisierte Phishing-Kampagnen betreiben - auch von sogenannten Scriptkiddies.

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Phishing lässt sich automatisieren - zum Beispiel mit dem Tool Modlishka.
Phishing lässt sich automatisieren - zum Beispiel mit dem Tool Modlishka. (Bild: tskirde/Pixabay)

Mit dem Tool Modlishka lassen sich in kurzer Zeit Phishing-Seiten erstellen, die Zugangsdaten der Opfer mitschneiden und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen können. Modlishka leitet dem Opfer einfach die echte Zielwebseite über einen anderen Server unter einer anderen Domain weiter und schneidet so die Zugangsdaten mit. Das funktioniert beispielsweise mit Gmail, Yahoo oder Protonmail. Der Sicherheitsforscher Piotr Duszyński hat das Phishing-Tool kürzlich auf Github veröffentlicht.

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Einmal auf dem Server installiert, benötigt Modlishka nur noch eine Domain, unter der die Phishing-Seite ausgespielt werden soll. Ein gültiges TLS-Zertifikat für die Domain wird empfohlen, um die Nutzer nicht misstrauisch zu machen. Für die Phishing-Seite wird kein Template verwendet, vielmehr wird die echte Seite, beispielsweise Google.com, unter der Phishing-Domain ausgespielt. Modlishka vermittelt als Reverse-Proxy zwischen dem Phishing-Opfer und der Zielwebseite. Der gesamte Traffic und die Nutzereingaben werden über den Modlishka-Server geleitet und mitgeschnitten. Auf diese Weise lassen sich nicht nur die Zugangsdaten des Opfers abfangen, sondern auch die Zwei-Faktor-Authentifzierung umgehen. Angreifer können den Token einfach abfangen und für das Login nutzen: ein vollautomatisierter Man-in-the-Middle-Angriff (MITM). Dieser funktioniert allerdings nicht mit Zwei-Faktor-Authentifizierung mittels U2F-Hardwaretokens.

Ein gefährliches Tool

Duszyński hat Modlishka für Penetrationtests veröffentlicht, doch die Software ermöglicht auch Phishern und Scriptkiddies, mit wenig Aufwand automatisierte Phishing-Kampagnen zu starten. Deren Ergebnisse, also die Zugangsdaten, können sie schön aufbereitet auf der Weboberfläche der Software oder in den Logs einsehen.

Der Sicherheitsforscher ist sich der Gefahr seines Tools durchaus bewusst. ZDnet erklärte er: "Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass ohne einen beweiskräftigen Machbarkeitsnachweis das Risiko als theoretisch angesehen wird - und keine ernsthaften Maßnahmen zur Behebung stattfinden."

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