Modesetting: Fedora verzichtet auf Intels X11-Treiber

Im Sommer vergangenen Jahres macht der zuständige Paketbetreuer Timo Aaltonen in seinem Blog bekannt, dass sowohl Debian als auch Ubuntu auf den gerätespezifischen X11-Treiber (DDX) von Intel verzichten werden. Dies gilt somit wohl auch für die meisten Derivate der genannten Distribution. Dieser Entscheidung folgt künftig auch die Linux-Distribution Fedora, wie der Entwickler Hans de Goede auf einer Mailingliste des Projektes(öffnet im neuen Fenster) ankündigt.
Statt dem Intel-DDX wird damit der generische Modesetting-Treiber des Xorg-Projektes eingesetzt. Für die integrierten Grafikeinheiten von Intels Skylake-Architektur sei der Intel-DDX bisher ebenfalls nicht genutzt worden. Umgesetzt wird der Verzicht nun also auch für ältere Intel-Chips in dem Entwicklungszweig von Fedora, Rawhide. Der Wechsel wird damit wohl endgültig für die kommende Version 26 von Fedora vollzogen.
De Goede schreibt, für diese Entscheidung gebe es viele gute Gründe, statt diese zu wiederholen, verweise er aber lediglich auf die Ankündigung durch den Debian-Maintainer Aaltonen. In der Begründung hieß es damals , dass das zuständige Team damit nicht mehr dem Git-Entwicklungszweig des Intel-DDX "hinterherjagen" müsse. Immerhin habe es seit fast drei Jahren keine stabile Veröffentlichung dieses Treibers gegeben und der letzte Entwicklungsschnappschuss sei bereits vor eineinhalb Jahren erschienen.
Die Paketbetreuer sind dadurch gezwungen, die Entwicklung in dem Git-Zweig sehr eng zu verfolgen, um etwa Fehler beheben zu können, was aber auch ein sehr großer Aufwand ist. Der KDE-Entwickler Martin Gräßlin bestätigte ebenfalls im vergangenen Jahr , dass aus dieser Vorgehensweise auch für ihn Probleme entstünden. Letztlich sei dieses Entwicklungsmodell auch für die Nutzer nicht unbedingt von Vorteil.