Modem: 8,5 Millionen Euro Kosten durch fehlende Endgerätefreiheit
Vodafone, EWE und weitere Netzbetreiber erlauben an Glasfaseranschlüssen keine Endgerätefreiheit beim Modem (ONT). Dadurch entsteht hochgerechnet auf 1 Million Glasfaserkunden ein Verbrauch von 28.280.000 kWh pro Jahr und damit rund 8,5 Millionen Euro unbezahlte Stromkosten beim Kunden für den eigenen Netzbetrieb. Das geht aus Berechnungen der Netzbetreiber und eines Nutzers hervor. Demnach kostet den Nutzer der ONT rund 8,50 Euro für Strom (28,28 kWh) im Jahr.
Die Telekom gibt den Stromverbrauch des ONT aktuell mit circa 2 bis 10 Watt an(öffnet im neuen Fenster) (PDF). Ein Nutzer hat im Jahr 2016 eine konkrete Rechnung veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , die mit einem ELV-Energiekostenmessgerät, Energy Master Expert, ermittelt wurde. Er verwendet das vorgeschriebene ONT des Netzbetreibers und dazu eine Fritzbox, die auch ein Modem enthält. Damit entsteht unnötiger Stromverbrauch, da der Glasfaserrouter den Betrieb des Modems deutlich effizienter mitübernehmen könnte.
Ein Sprecher des Bundesnetzagentur sagte Golem.de zuvor auf Anfrage , der Wortlaut des Paragrafen 45d Absatz 1 im Telekommunikationsgesetz sei eindeutig. "Danach ist auch in Glasfasernetzen der Anschluss am passiven Netzabschlusspunkt bereitzustellen und der Endkunde hat die freie Wahl von Modem und Router."
Aus der Rechtslage folge allerdings nicht zwingend, dass entsprechende Geräte auch tatsächlich am Markt angeboten würden, in diesem Fall Glasfasermodems von Drittanbietern, die den Betrieb an einem GPON/Point-to-Multipoint-Netz gestatten und damit die Endgerätewahlfreiheit auch praktisch verwirklicht werden kann.
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