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Model Y und Model 3: Teslas Einstiegsmodelle ohne Autopilot und mit wenig Komfort

Wie erwartet bringt Tesla abgespeckte Versionen des Model Y und Model 3 auf den Markt. Der Preis sinkt trotz großer Abstriche nur um 5.000 US-Dollar.
/ Friedhelm Greis
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Die abgespeckte Version des Model Y ist nur 5.000 US-Dollar günstiger. (Bild: Tesla)
Die abgespeckte Version des Model Y ist nur 5.000 US-Dollar günstiger. Bild: Tesla

Der US-Autohersteller Tesla erweitert sein Angebot um günstigere Varianten des Model Y und Model 3. Das Model Y Standard kommt in den USA laut Konfigurator(öffnet im neuen Fenster) zum Preis von 41.630 US-Dollar einschließlich Bestell- und Liefergebühren auf den Markt. Die neue Einstiegsversion des Model 3 kostet laut Konfigurator(öffnet im neuen Fenster) 38.630 US-Dollar inklusive Gebühren.

Die Reichweite beim Model 3 Standard liegt bei umgerechnet 517 km und fällt damit um etwa 60 km niedriger aus als bei der aktuell günstigsten Version mit Heckantrieb, die 45.000 US-Dollar kostet.

Neues Front- und Heckdesign

Bereits am Wochenende waren ungetarnte Exemplare des günstigeren Model Y gesichtet worden. Bei der Front verzichtet Tesla demnach auf den Leuchtbalken und kehrt zu separaten Scheinwerfern zurück. Ebenso entfällt am Heck der Leuchtbalken zugunsten einer horizontalen schwarzen Abdeckung.

Ende Juli 2025 waren in chinesischen sozialen Medien erste Videos und Fotos des veränderten Innenraums aufgetaucht . Tesla bestätigte nun damalige Spekulationen, dass die Kunstledersitze durch Textilbezüge ersetzt würden. Nun ist von zweifarbigen Sitzen mit Textil und veganem Leder die Rede. Beim Dekor wird auf Microsuede verzichtet.

Kleinerer Akku, schwächerer Motor

Das Model Y Standard erhält nicht nur einen kleineren Akku, der laut Electrek.co(öffnet im neuen Fenster) 69 Kilowattstunden Energie speichern kann, sondern auch eine geringere Motorleistung. Diese beschleunigt das Elektro-SUV in 6,8 Sekunden von null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h). Das sind 2,2 Sekunden mehr als beim Hecktriebler. In 15 Minuten soll sich eine Reichweite von knapp 260 km nachladen lassen. Anstelle der Mehrlenker-Radaufhängung mit frequenzabhängigem Dämpfungsfaktor erhält das Einstiegsmodell nur noch passive Stoßdämpfer.

Abstriche gibt es auch bei der Software. Die Standardversion erhält lediglich eine verkehrsabhängige Geschwindigkeitsregelung, aber keinen Lenkassistenten, was früher als Autopilot bezeichnet wurde. Das ist ein deutlicher Rückschritt.

Viele Einbußen beim Komfort

Die Liste der fehlenden Komfortfunktionen ist lang. So verfügen die Vordersitze lediglich über eine Sitzheizung, aber keine Belüftung. Der Bildschirm für die Fondpassagiere fällt weg, so dass darüber auch keine Klimaregelung mehr möglich ist. Die Außenspiegel klappen nicht mehr elektrisch ein. Die Rücksitze lassen sich nicht mehr elektrisch umklappen und sind nicht beheizbar.

Der Hepa-Filter wird durch eine Geruchs- und Partikelfilter ersetzt. Das Lenkrad lässt sich nur noch manuell verstellen. Das Ambientelicht fällt ebenso weg wie das Panorama-Glasdach, das durch ein geschlossenes Glasdach ersetzt wird. Die Konnektivität per Mobilfunk, WLAN und Bluetooth bleibt erhalten, das UKW-Radio fällt jedoch weg. Die Audioanlage muss ohne Subwoover und mit 7 statt bisher 15 Lautsprechern auskommen.

Praktisch die gleichen Änderungen beziehungsweise Abstriche betreffen das Model 3 Standard. Die Reichweiten sind identisch, allerdings sprintet das Model 3 in 5,8 Sekunden von null auf 60 Meilen pro Stunde.

Wann das neue Model Y zu welchem Preis in Europa erhältlich sein wird, ist noch offen. Von der bisherigen Preisgestaltung her sollte die neue Version 40.000 Euro ohne Gebühren kosten. Bislang startet der günstigste Hecktriebler bei 45.000 Euro. Ähnlich verhält es sich beim Model 3.

Kein wirkliches Billigmodell

Von einem Billig- oder Sparmodell kann beim Model Y Standard mit Blick auf den Preis keine Rede sein, da die Differenz nur rund 11 Prozent beträgt. Tesla-Chef Elon Musk hatte in einer Telefonkonferenz im Juli 2025(öffnet im neuen Fenster) gesagt: "Im vierten Quartal werden wir die günstigeren Modelle, die für jedermann erschwinglich sind, auf den Markt bringen."

Tesla erzielte im abgelaufenen dritten Quartal zwar ein Rekordergebnis bei den Auslieferungen , doch dieses dürfte vor allem durch den Wegfall von Steuererleichterungen in den USA angetrieben worden sein. Investoren und Analysten erwarteten daher ein erschwinglicheres Modell, um die Umsatzdynamik aufrechtzuerhalten.

Das Model Y Standard kompensiert jedoch nicht einmal den Wegfall der Steuergutschriften in Höhe von 7.500 US-Dollar, ist aber deutlich schlechter ausgestattet. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Tesla seine Auslieferungszahlen auf dem Niveau des dritten Quartals halten kann.


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