Abo
  • Services:

Model S: Belgische Wissenschaftler hacken Teslas Schlüsselchip

Tesla macht es den Fahrern des Model S einfach. Sie brauchen keinen Schlüssel - ein Chip reicht aus, um das Elektroauto zu öffnen und zu starten. Belgische Forscher haben herausgefunden, dass sich der Chip klonen und das Auto in Sekundenschnelle klauen lässt.

Artikel veröffentlicht am ,
Schlüsselchip für das Model S von Tesla: Fahrer können das Auto mit einer PIN sichern.
Schlüsselchip für das Model S von Tesla: Fahrer können das Auto mit einer PIN sichern. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Schlüssel? Das wäre zu konventionell. Das Model S von Tesla wird mit einem Chip drahtlos geöffnet und gestartet. Unpraktisch ist aber, dass die Verbindung nur schlecht gesichert ist. Der Chip lässt sich kopieren, das Auto klauen.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Bonn, Strausberg, Rheinbach
  2. BSH Hausgeräte GmbH, Traunreut

Der Chip sendet ein verschlüsseltes Kommando an das Fahrzeug, um die Türen zu öffnen und die Wegfahrsperre zu deaktivieren. Wie die Wissenschaftler der Katholischen Universität (KU) in Leuven in Belgien im Sommer vergangenen Jahres herausgefunden haben, ist diese Kommunikation zwischen Chip und Auto nur mit einem 40-Bit-Schlüssel gesichert.

Zwei Codes, die ein Chip versendet hat, reichen aus, um daraus den Schlüssel zu errechnen. Sie berechneten für jedes Codepaar jeden möglichen Schlüssel. Diese speichern sie in einer Tabelle auf ihrer Autoklau-Hardware, einem System, das aus mehreren WLAN-Empfängern, einem Raspberry Pi und einem Datenspeicher besteht. Sie brauchen dann noch die ID des Autos - und schon kann es losgehen.

Zuerst wird die ID des Autos ausgelesen, die das Auto ständig sendet. Dann müssen die Hacker diese Identifikationsnummer an den rechtmäßigen Chip senden, der darauf antwortet. Machen sie das zwei Mal hintereinander, haben die Hacker die beiden Codes, die sie brauchen, um den Schlüssel in der Tabelle zu finden. Damit können sie dann das Auto öffnen.

Der Aufwand, den es bedarf, um ein Fahrzeug zu knacken, das in der Grundausstattung knapp 70.000 Euro kostet, ist gering: Die Ausrüstung, die die Forscher benötigen, hat einen Preis von etwas mehr als 500 Euro. Viel Zeit ist auch nicht nötig: Es dauere nur wenige Sekunden, den Chip zu klonen, um damit das Auto zu öffnen und wegzufahren, sagte Lennert Wouters von der KU Leuven dem US-Technikmagazin Wired.

Der Chip stammt von einem Zulieferer

Tesla hat seine Autos vernetzt: Neue oder aktualisierte Software wird drahtlos auf die Fahrzeuge übertragen. Das Unternehmen seinerseits liest Daten aus den Autos aus. Dabei achtet Tesla auf Datensicherheit. Der Chip hingegen stammt von einem Zulieferer.

Das Team um Wouters hat Tesla im August vergangenen Jahres von der Schwachstelle informiert. Tesla liefert seit Juni dieses Jahres zu den Autos Chips mit einer stärkeren Verschlüsselung aus. Außerdem hat das Unternehmen kürzlich mit einer Software-Aktualisierung eine neue Sicherheitsfunktion eingeführt: Die Elektroautos können jetzt mit einer PIN gesichert werden. Ist die Funktion aktiviert, muss die PIN eingegeben werden, damit das Auto losfährt.

Die Forscher haben ihren Hack auf der Konferenz Cryptographic Hardware and Embedded Systems (CHES) vorgestellt, die in dieser Woche in Amsterdam stattfindet.

Auch zu diesem Thema:



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

Offen 12. Sep 2018 / Themenstart

Ich hatte mich nun extra beim ADAC online angemeldet, um die alte Motorwelt-Ausgabe...

chewbacca0815 12. Sep 2018 / Themenstart

Das Ganze geht noch sehr viel einfacher: kauf bei Alibaba die so genannten Global Master...

E-Mover 12. Sep 2018 / Themenstart

Das Sicherheitssystem von Tesla basiert auf mehreren Komponenten: Es reicht eben nicht...

Eheran 12. Sep 2018 / Themenstart

Dann reicht es küntig, dass ich einfach nur deine Stimme kenne, um dein Auto zu klauen...

E-Mover 12. Sep 2018 / Themenstart

Nach meiner Kenntnis hat Tesla letzten Sommer den hack (gegen Honorar) selbst beauftragt...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad T480s - Test

Wir halten das Thinkpad T480s für eines der besten Business-Notebooks am Markt: Der 14-Zöller ist kompakt und recht leicht und weist dennoch viele Anschlüsse auf, zudem sind Speicher, SSD, Wi-Fi und Modem aufrüstbar.

Lenovo Thinkpad T480s - Test Video aufrufen
Amazon Alexa: Echo Sub verhilft Echo-Lautsprechern zu mehr Bass
Amazon Alexa
Echo Sub verhilft Echo-Lautsprechern zu mehr Bass

Amazon hat einen Subwoofer speziell für Echo-Lautsprecher vorgestellt. Damit sollen die eher bassarmen Lautsprecher mit einem ordentlichen Tiefbass ausgestattet werden. Zudem öffnet Amazon seine Multiroom-Musikfunktion für Alexa-Lautsprecher anderer Hersteller.

  1. Beosound 2 Bang & Olufsen bringt smarten Lautsprecher für 2.000 Euro
  2. Google und Amazon Markt für smarte Lautsprecher wächst weiter stark
  3. Alexa-Soundbars im Test Sonos' Beam und Polks Command Bar sind die Klangreferenz

Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

Leistungsschutzrecht: So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen
Leistungsschutzrecht
So viel Geld würden die Verlage von Google bekommen

Das europäische Leistungsschutzrecht soll die Zukunft der Presse sichern. Doch in Deutschland würde derzeit ein einziger Verlag fast zwei Drittel der Einnahmen erhalten.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Netzpolitik Willkommen im europäischen Filternet
  2. Urheberrecht Europaparlament für Leistungsschutzrecht und Uploadfilter
  3. Leistungsschutzrecht/Uploadfilter Wikipedia protestiert gegen Urheberrechtsreform

    •  /