Mobility: E-Roller-Hersteller Unu meldet Insolvenz an

Unu ist pleite: Der Berliner E-Roller-Hersteller hat Insolvenz angemeldet, will das Unternehmen aber sanieren und den Betrieb fortsetzen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Der Unu Scooter Pro im Einsatz
Der Unu Scooter Pro im Einsatz (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der Berliner E-Moped-Hersteller Unu hat Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei am 23. November 2023 beim Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg gestellt worden, teilte das Unternehmen am 24. November 2023 der dpa mit.

"Gründe für die Insolvenz sind gestiegene Material- und Transportkosten, höhere operationelle Kosten und die stark eingebrochene Nachfrage im Zuge der Inflation", hieß es. Der Geschäftsbetrieb soll im Rahmen des Insolvenzverfahrens weitergeführt werden. Das Unternehmen strebe eine Sanierung an.

Unu wurde vor rund zehn Jahren in Berlin gegründet und beschäftigte zuletzt rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die elektrischen Scooter vertrieb das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden.

Lieferprobleme und schlechte Konsumstimmung

Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Problemen: In der Pandemie musste Unu eigenen Angaben zufolge die Produktion für mehrere Monate einstellen. Dann kamen die Lieferprobleme bei Chips und zuletzt macht die schlechte Konsumstimmung dem Anbieter zu schaffen. Unu hatte den Preis seines Scooter Pro im September 2022 angehoben, später zusammen mit dem des Move-Modells wieder gesenkt.

"In 2023 hat das Unternehmen sein Roller-Abonnement grundlegend erneuert und zudem seine Offline-Präsenz mit Handelspartnern ausgebaut" teilte Unu mit. "Aus diesem Grund sehen wir gute Chancen, eine Sanierungslösung zu erreichen und den Verkauf sowie den Service der Roller fortzuführen", sagte Insolvenzverwalter Gordon Geiser laut Mitteilung.

Zu den wirtschaftlichen Herausforderungen kamen auch hausgemachte Probleme. Nach einem Fehler bei den Akkus einiger Unu Scooter Classic, dem ersten Modell des Herstellers, hat Unu den Akkutausch verbockt (g+). Die Koordinierung dauerte mitunter über ein Jahr, zwischendrin wurde der Servicepartner gewechselt. Bis zum Austausch sollten Betroffene ihre Roller nicht benutzen.

Akku-Odyssee zog sich über ein Jahr hin

Nach über einem Jahr warteten einige Nutzer immer noch auf neue Akkus und bekamen stattdessen eine monatliche Entschädigung von 60 Euro angeboten – gegen Einreichung von Quittungen. Im Oktober 2021 erhielt ein Betroffener die Auskunft, dass es immer noch keine neuen Akkus gebe. Unu bot dann an, den Roller zurückzukaufen – deutlich unter dem Wert, den der Roller mit neuen Akkus gehabt hätte.

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