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Mobilitätsdienst: Vay darf in Hamburg ohne Sicherheitspersonal telefahren

Bisher waren die Autos von Vay noch mit Sicherheitspersonal an Bord unterwegs. In Hamburg darf das Start-up fahrerloses Telefahren testen.
/ Werner Pluta
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Fahrzeug von Vay: Die Ausnahmegenehmigung bezieht sich auf einen Teil von Bergedorf. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Fahrzeug von Vay: Die Ausnahmegenehmigung bezieht sich auf einen Teil von Bergedorf. Bild: Werner Pluta/Golem.de

Wer im Hamburger Stadtbezirk Bergedorf wohnt, könnte im Straßenverkehr bald Wunderliches erleben: Autos, die wie von Geisterhand gesteuert unterwegs sind. Diese gehören dem Mobilitätsunternehmen Vay.

Vay hat nach eigenen Angeben(öffnet im neuen Fenster) die Ausnahmegenehmigung erhalten, in Hamburg Testfahrten auf öffentlichen Straßen durchzuführen – ohne eine Person an Bord, die in einem Notfall eingreifen kann. Vay sei das erste Unternehmen in Europa, das eine solche Genehmigung erhalten habe.

Vay testet das sogenannte Telefahren seit drei Jahren in Berlin und Hamburg. Die Fahrzeuge werden von einer Zentrale aus ferngesteuert. Dort sitzen Menschen an speziellen Leitständen und steuern die Fahrzeuge. Gleichzeitig ist noch immer eine Person an Bord des Fahrzeugs, die zu jedem Zeitpunkt das Steuer übernehmen kann. Golem.de hat sich das im Sommer in Berlin vorführen lassen .

Vay fährt fahrerlos in Bergedorf

Die Ausnahmegenehmigung ermöglicht es Vay erstmals, vollständig ferngesteuert zu fahren. Allerdings ist der Testgebiet auf einen vordefinierten Bereich in Bergedorf, ein Bezirk im Osten Hamburgs, beschränkt. Wann die fahrerlosen Testfahrten starten werden, hat Vay nicht mitgeteilt.

Eine Fahrt im ferngesteuerten Kia mit Daniel Buchmüller von Vay
Eine Fahrt im ferngesteuerten Kia mit Daniel Buchmüller von Vay (03:23)

In Bergedorf will das Berliner Unternehmen auch mit seinem kommerziellen Service starten. Das Geschäftsmodell ist zwischen herkömmlichen Carsharing-Diensten und autonomen Fahrdiensten angesiedelt: Wird ein Auto per App angefordert, wird es von der Telefahrzentrale aus zur angegebenen Adresse chauffiert. Dort steigt die Person, die das Fahrzeug gemietet hat, ein und fährt selbst zu ihrem Ziel und beendet die Miete.

Parken muss sie das Fahrzeug nicht: Das wird im Idealfall gleich wieder angefordert, so dass es einfach zur nächsten Adresse tele-chauffiert wird.

"Wir bringen das Auto zum Kunden, der dann selbst fährt" , erläutert Daniel Buchmüller, SVP Engineering & Software bei Vay, im Gespräch mit Golem.de. "Das Tolle daran ist, wenn man am Ziel ankommt, steigt man aus, und das Auto wird wieder weggefahren. Man verbringt die Zeit damit, von A nach B zu fahren, und nicht damit, von A nach B zu fahren plus Parkplatzsuche."

Vay will seinen Dienst deutlich günstiger anbieten als ein Taxi oder ein Chauffeurdienst. Einen Termin, wann der Dienst verfügbar sein wird, hat Vay noch nicht genannt.


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