Mobilität: Wie sinnvoll sind synthetische Kraftstoffe?

Im Verkehrssektor steigen die Kohlendioxidemissionen. Synthetische Kraftstoffe könnten für bessere Luft sorgen - wenn sie nicht ihre eigenen Probleme hätten.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Tankstelle außer Betrieb (Symbolbild): "Eine deutlich größere Bandbreite an Kraftstoffen und Mobilitätsoptionen als in der Vergangenheit"
Tankstelle außer Betrieb (Symbolbild): "Eine deutlich größere Bandbreite an Kraftstoffen und Mobilitätsoptionen als in der Vergangenheit" (Bild: Peter Macdiarmid/Getty Images)

Die Idee klingt gut: Das Dresdner Unternehmen Sunfire hat kürzlich angekündigt, eine Anlage zu bauen, die in industriellem Maßstab synthetische Kraftstoffe herstellt. Sie sind klimaneutral, belasten also die Atmosphäre nicht zusätzlich. Aber wie sinnvoll sind sie, um den Verkehrssektor von den fossilen Kraftstoffen zu befreien?

Inhalt:
  1. Mobilität: Wie sinnvoll sind synthetische Kraftstoffe?
  2. Elektroautos sind praktisch
  3. Synthetischer Treibstoff ist ineffizient und teuer

Power-to-Liquid (P2L) heißt das Verfahren, bei dem aus Wasser, Kohlendioxid und Strom aus erneuerbaren Quellen ein Kraftstoff hergestellt wird. Dabei soll Ökostrom, der nicht ins Netz eingespeist wird, zu einem Brennstoff verarbeitet werden. In einer von Sunfire entwickelten CO-Elektrolyseanlage werden dazu Kohlendioxid und Wasserdampf synchron gespalten.

Es entsteht ein Synthesegas, das ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff ist. Daraus wird mit der anschließenden Fischer-Tropsch-Synthese eine Art synthetisches Rohöl gewonnen, das in konventionellen Raffinerieprozessen zu Benzin, Diesel oder Kerosin weiterverarbeitet wird.

Das Kohlendioxid will Sunfire aus der Luft nehmen. Dazu kooperiert die Firma mit Climeworks. Das Schweizer Unternehmen hat eine Technik entwickelt, um Kohlendioxid aus der Luft abzuscheiden. Eine entsprechende Anlage ist seit 2017 in Island im Testbetrieb.

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Die auf diese Art und Weise hergestellten Kraftstoffe sind damit kohlendioxidneutral, weil das bei der Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid zuvor der Luft entzogen wurde. Zudem werden weniger Ruß und Feinstaub emittiert.

Ein Teil der dafür benötigten verfahrenstechnischen Prozesse wie die Raffination des synthetischen Rohöls ist wohlbekannt. Ob eine Raffinerie fossiles oder synthetisches Rohöl verarbeitet, macht aus technischer Sicht keinen Unterschied. Die vorhandenen großtechnischen Anlagen könnten also genutzt werden. Auch das vor knapp 100 Jahren entwickelte Fischer-Tropsch-Verfahren ist erprobt: Als im Zweiten Weltkrieg die von der Wehrmacht eroberten Ölquellen verloren wurden, wurde damit Kraftstoff aus Kohle hergestellt. Ab den 1950er Jahren stellte das politisch zunehmend isolierte Südafrika mit diesem Verfahren Treibstoffe aus heimischer Kohle her.

Weiterer Vorteil: Die vorhandene Verteilinfrastruktur von der Raffinerie bis zur Tankstelle kann weiter genutzt werden. Das gilt auch für die existierende Fahrzeugflotte - Autos, Busse und Lkw, aber auch Flugzeuge und Schiffe. Gerade die beiden letzteren sind weitestgehend auf flüssige Kraftstoffe angewiesen und können kaum auf einen Elektroantrieb umgestellt werden, etwa weil Akkus viel zu schwer wären.

Steigende Emissionen im Verkehrssektor

Derartige klimaneutrale Kraftstoffe können damit im Verkehrssektor zur Reduktion Schadstoffemissionen führen. Das ist auch dringend notwendig, denn anders etwa als die Industrie, die Energiewirtschaft oder die Landwirtschaft, die ihre Klimagasemissionen in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich gesenkt haben, steigen die Emissionen durch den Verkehr weiter an - und dieser Sektor wird in den kommenden Jahren noch weiter wachsen.

Insofern klingt das doch gut: Wir tanken synthetische Kraftstoffe statt fossile und nutzen unsere Autos, Schiffe, Flugzeuge und vor allem die ganze Infrastruktur weiter und gestalten trotzdem den Verkehrssektor sauberer. Oder?

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Elektroautos sind praktisch 
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chefin 30. Jun 2020

@ Workoft Nun musst du nur noch das Motivationsproblem lösen. Wieso soll man so viel...

elf 29. Jun 2020

:D:D:D Ich hab zwar keine Ahnung zum Aufwand bzgl. CO2, aber den Spruch muss ich mir merken!

Ach 29. Jun 2020

Das machen die Leute mit sich selber. Die Kippen das Gift in sich selber rein und nicht...

ulink 29. Jun 2020

Die nichts weiter als eine dahergelogene Raeubergeschichte ist, um die Stinker zu...

Eheran 28. Jun 2020

Billig nicht, nein. Jedenfalls nicht die Investkosten, danach wird es sehr billig. Und...



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