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Im Notfall die Ladeleistung drosseln

Golem.de: Gab es denn mal einen Fall, in dem ein Kunde losfahren wollte, aber der Akku nicht bereit war?

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Eric Junge: Soweit uns bekannt ist, musste kein Teilnehmer aufgrund des Lastmanagements auf eine Fahrt verzichten. Für dringende Fälle gab es übrigens in der App einen roten Knopf, der im Notfall die Ladebegrenzung aufgehoben hätte.

Golem.de: Wurde der genutzt?

Eric Junge: In der ersten Woche relativ häufig, um zu testen, ob der funktioniert. Später dann fast gar nicht mehr, weil die Kunden gemerkt haben, dass es ihnen egal sein kann, ob das Auto um 23.00 Uhr oder weit nach Mitternacht vollgeladen ist. Nach wenigen Tagen gab es ein sehr großes Vertrauen in das Lademanagement. Spannend war auch, dass die meisten Leute gar nicht gemerkt haben, wenn wir mal kurz die Leistung gedrosselt haben. Wir hatten zwar keinen Ernstfall, haben so was aber immer mal wieder getestet.

Golem.de: Hat Lademanagement in Privathäusern aus ihrer Sicht Potenzial?

Eric Junge: Ja. In unserem Versuch haben die Kunden die Autos in der Regel zwischen sieben bis acht Stunden pro Nacht an die Ladesteckdose gesteckt. Geladen wird aber nur knapp zwei bis drei Stunden. Das bietet ein technisches Potenzial, Ladevorgänge über die Nacht hinweg zu optimieren und zu verschieben. Das ist der Unterschied zu Schnellladestationen im öffentlichen Bereich. Da möchte der Kunde in der Regel nur kurz aufladen und nach einer gewissen Zeit auch schnell wieder weg.

Golem.de: Benötigen wir also gar keinen Netzausbau, um E-Mobilität zu bewältigen?

Eric Junge: Elektromobilität erhöht die Belastung des Stromnetzes. Aber es lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Jedes Netz ist anders: Städtische Netze sind anders ausgelastet als ländliche. Es gibt sicher Gegenden, wo wir noch sehr viele Fahrzeuge aufnehmen können, weil das Netz stark ist. In anderen Fällen müssen wir ausbauen. Es hängt sehr stark vom Einzelfall ab. Für uns ist die Herausforderung zu erkennen, wo die kritische Ballung der Fall sein wird.

Golem.de: Wie gehen Sie das an?

Eric Junge: Wir erstellen Prognosen, wo mit welcher Wahrscheinlichkeit in unserem Netzgebiet Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren gebaut wird. Darauf aufbauend schätzen wir ab, wie viel Leistung wirklich benötigt wird. Dadurch können wir die Netzauslastung ausrechnen und bestimmen, wo das Netz an seine Grenzen kommt. Diese Prognose müssen wir natürlich regelmäßig aktualisieren. Ganz wichtig ist für uns die Meldepflicht, damit wir rechtzeitig erfahren, wo Ladeinfrastruktur aufgebaut wird. Die Vorgabe lautet, dass die Meldung immer an den örtlichen Netzbetreiber gehen muss. Bei uns gilt, dass man ab einer Anschlussleistung von 4,6 kVA (20 A) melden muss.

Golem.de: Zehn Haushalte sind ein sehr kleiner Versuchsaufbau. Kann man überhaupt ein generelles Fazit daraus ableiten?

Eric Junge: Sie haben Recht, diese Stichproben in zehn Haushalten sind nicht repräsentativ für ganz Baden-Württemberg oder gar das ganze Land. Parallel dazu laufen wissenschaftliche Untersuchungen, bei denen Fahrprofile in ganz Deutschland und große Fahrstrecken betrachtet werden. Die decken sich sehr stark mit dem, was wir jetzt auch hier erlebt haben. Theorie und Stichprobe passen sehr gut zusammen. Zudem haben wir weitere Netzlabore in Planung. Wir werden einen ähnlichen Feldtest im ländlichen Raum durchführen, wo es eine andere Netzstruktur gibt. Parallel dazu werden wir ein Mehrparteienhaus mit Ladeinfrastruktur ausstatten, in dem dann knapp 60 Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Und wir sind in einem Neubaugebiet aktiv, wo wir gemeinschaftlich die Struktur so planen, dass sie für E-Mobilität leicht nachgerüstet werden kann.

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 Mobilität: Überlasten zu viele Elektroautos die Stromnetze?
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Reverse 12. Nov 2019

alle bisherigen tests/modelle inklusive diesem sind eigentlich schwachsinn. mMn bräuchte...

smonkey 07. Nov 2019

Völlig richtig. Lithium ist eine endliche Ressource. Freilich werden die Minenvorkommen...

gadthrawn 05. Nov 2019

Bei deiner Wasserleitung ist bei festem Druck der maximale Durchfluß durch die Rohrdicke...

tco 05. Nov 2019

Das glaube ich und das muss man immer auf die persönlichen Umstände beziehen, das ist...

berritorre 01. Nov 2019

Sie dürfen das bei uns im Wohngebäude machen. Da können sie 84 Parteien mit einem...


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