Mobilität: Stadler präsentiert Hybrid-Zug mit zwei Antriebsarten

Nach einer 2.800 Kilometer langen Rekordfahrt in den USA mit einem von Wasserstoff angetriebenem Zug, stellte das Schweizer Unternehmen Stadler am 29. August 2024 einen Prototyp vor(öffnet im neuen Fenster) , der sowohl einen Wasserstoff- als auch einen Batterieantrieb hat.
Das Schienenfahrzeug RS Zero soll der Nachfolger des 1996 erstmals ausgelieferten Regio-Shuttles RS1 werden, der mit Diesel betrieben und auf Regionalverkehrsstrecken eingesetzt wird. Laut Hersteller sind derzeit mehr als 500 RS1 in Deutschland und der Tschechischen Republik im Einsatz.
Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident der Stadler Group sagt: "Der Regio-Shuttle RS1 ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte von Stadler. Vor elf Jahren haben wir das letzte Fahrzeug an einen Kunden ausgeliefert. Nun freue ich mich sehr, mit dem RS ZERO ein neues Kapitel dieser Erfolgsgeschichte zu beginnen und unsere Technologieführerschaft im Bereich der alternativen Antriebstechnologien weiter ausbauen zu können."
Mehr als 1.000 Kilometer Reichweite
Der RS Zero übernimmt das Designelement der trapezförmigen Fenster, mit denen sich der RS1 hervorhob. Als Antrieb stehen nicht nur Wasserstoff und Batterie kombiniert zur Wahl, es können auch nur Wasserstoff oder nur Batterien bestellt werden.
Unter der Bezeichnung Stadler Flirt fertigt der Hersteller auch elektrische Niederflurtriebzüge. Seit 2018 wird unter dem Namen Flirt Akku zudem ein System verwendet, mit dem Züge sowohl mit Strom aus Oberleitungen als auch aus Batterien fahren können. Diese Technik kommt ebenfalls im RS Zero zum Einsatz.
Laut Stadler soll der RS Zero damit und in Kombination mit der vergleichsweise geringen Achslast von unter 18 Tonnen besonders wirtschaftlich und somit auch gut auf Nebenstrecken betrieben werden können. Die Varianten als ein- und zweiteiliger Zug bieten 70 bis 150 Fahrgästen Platz.
Laut Angaben von Railcolornews.com liegt die Höchstgeschwindigkeit des RS Zero bei 120 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite eines einteiligen Zugs soll im reinen Batteriebetrieb bei 80 bis 100 km liegen, mit Wasserstoff sollen 700 km erreicht werden. Bei zweiteiligen Modellen sollen es 90 bis 180 Kilometer über die Batterien und 1.000 Kilometer mit Wasserstoff sein. Gefertigt werden soll der RS Zero am Stadler-Standort in Berlin.