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Mobilität: Führerschein soll auf das Smartphone kommen

Neben dem Personalausweis soll künftig auch der Führerschein per Smartphone vorgezeigt werden können.
/ Moritz Tremmel , dpa
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Könnte künftig im Smartphone statt in der Hosentasche stecken: der Führerschein. (Bild: Andreas Breitling/Pixabay)
Könnte künftig im Smartphone statt in der Hosentasche stecken: der Führerschein. Bild: Andreas Breitling/Pixabay

Bei Verkehrskontrollen in Deutschland soll es künftig reichen, das Smartphone vorzuzeigen, auf dem ein digitaler Führerschein gespeichert werden soll. Die EU-Kommission habe sich am Donnerstag auf der informellen Tagung der europäischen Verkehrsminister klar zum digitalen Führerschein bekannt, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Die Ergebnisse der Videokonferenz wurden in einer Passauer Erklärung festgehalten(öffnet im neuen Fenster) .

"Norwegen hat ihn schon. Auch Deutschland wird mitmachen" , sagte der CSU-Politiker. Wer seinen Führerschein nicht dabei habe, könne dann das Smartphone vorzeigen. "Über diesen praktischen Fortschritt freue ich mich sehr, denn er führt den Menschen die Vorteile der Digitalisierung klar vor Augen."

Auch die EU-Kommission habe sich bei der Videokonferenz am Donnerstag "klar zum digitalen Führerschein bekannt," sagte Scheuer. Die EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean erklärte: "Wir haben das Thema diskutiert. Die Zukunft sollte papierlos sein." Derzeit wertet die Brüsseler Behörde die entsprechende EU-Führerscheinrichtlinie aus. Am Ende könnte sie bei Bedarf Änderungen vorschlagen - inklusive digitalem Führerschein.

ADAC befürwortet digitalen Führerschein

In Norwegen kann man bereits seit längerem seinen Führerschein per Smartphone vorzeigen, und zwar mit Hilfe einer App namens Førerkort - das ist das norwegische Wort für Führerschein. Nachdem man seinen persönlichen Code eingegeben hat, öffnet sich die Seite der staatlichen Verkehrsbehörde, wo die Details der Fahrerlaubnis festgehalten sind. Außerdem gibt es einen QR-Code, den die Polizei scannen kann.

Der ADAC begrüßte die Möglichkeit eines zusätzlichen digitalen Führerscheins. "Im Zuge der Digitalisierung ist die Verfügbarkeit einer digitalen Fahrerlaubnis eine Frage der Verbraucherfreundlichkeit und des Komforts," sagte eine Sprecherin des Verkehrsclubs. Wichtig sei jedoch die Einhaltung hoher Datenschutzstandards. "Außerdem muss im Sinne der Verkehrssicherheit gewährleistet sein, dass ein temporärer Führerscheinentzug oder ein Fahrverbot auch hier und zeitgleich abgebildet werden."

Auch eine elektronische Variante des Personalausweises ist geplant. Eine entsprechende App befindet sich derzeit in Entwicklung und soll im Juni 2021 zur Verfügung stehen . In dieser sollen künftig auch der elektronische Führerschein oder Krankenkassenkarten abgelegt werden können. Anfangs soll sie aber nur auf bestimmten Smartphones von Samsung funktionieren. Derweil soll der klassische Personalausweis durch verpflichtende Fingerabdrücke ergänzt werden , die auf einem RFID-Chip gespeichert werden sollen.


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