Mobilfunkstationen: Nokia erholt sich

Nokia wird seine selbstgesteckten Ziele für das Jahr 2021 übertreffen. Experten wundern sich aber, dass die Finnen nicht noch mehr von den Angriffen auf Huawei profitieren.

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Pekka Lundmark, der neue Chief Executive Officer von Nokia
Pekka Lundmark, der neue Chief Executive Officer von Nokia (Bild: Nokia)

Nokia erwartet ein verbessertes Ergebnis im laufenden Jahr. Das hat der finnische Telekommunikationsausrüster am 13. Juli 2021 bekanntgegeben. Grund sei, dass sich die geschäftliche Lage im zweiten Quartal verbessert habe.

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Die Aktie von Nokia legte daraufhin zeitweise um 6 Prozent zu. Unter der neuen Führung von Pekka Lundmark senkte Nokia Kosten, entließ rund 10.000 Beschäftigte und schloss neue Partnerschaften mit Technologie- und Telekommunikationsunternehmen. "Unsere Leistung haben wir im ersten Halbjahr bei guter Kostenkontrolle bewiesen und auch von der Stärke in einer Reihe unserer Endmärkte profitiert", sagte Lundmark. Zuvor stand Nokia nach einer Reihe von Misserfolgen zum Verkauf.

Das Unternehmen wird am 29. Juli den neuen Ausblick vorlegen, wenn es die Ergebnisse des zweiten Quartals ausweist. Ursprünglich wurde ein Nettoumsatz von 20,6 Milliarden Euro bis 21,8 Milliarden Euro für 2021 prognostiziert. Nokia, das im April bessere Quartalsergebnisse als erwartet vorlegte, erwartete eine operative Marge zwischen 7 und 10 Prozent. Weitere Details wollte eine Sprecherin auf Nachfrage von Golem.de nicht nennen.

Nokia profitiert auch vom Konflikt mit Huawei

Nokia müsste eigentlich nach Meinung von Marktexperten noch viel stärker vom Vorgehen der USA gegen Marktführer Huawei profitieren, das auch unter dem neuen Präsidenten Joe Biden unvermindert fortgeführt wird. Ex-Präsident Donald Trump hatte vom diplomatischen Druck bis hin zur offenen Erpressung alles versucht, um andere Staaten von der Nutzung von Huawei-Ausrüstung abzubringen. Für die USA ist 5G militärisch von sehr großer Bedeutung. Am 2. Juli meldete die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei unter Berufung auf Stephane Teral, Chefanalyst bei LightCounting Market: "Huawei wird überall angegriffen, außer in Russland und einigen Bereichen in Südostasien." Huawei liefert aber 5G-RAN in Deutschland, Irland, Niederlande, Frankreich, Ungarn, Spanien, Österreich, Schweiz, Finnland und weiteren Ländern.

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Der Gründer von Huawei, Ren Zhengfei, setzt trotz der Angriffe auf Neueinstellungen von mindestens 8.000 Absolventen im Jahr 2021 und stark zunehmende Forschungsausgaben. "2021 und 2022 werden die kritischsten und herausfordernden zwei Jahre für Huawei. Talent ist ein wichtiger Schlüssel", sagte Ren in der Abschrift einer internen Rede, zu der Nikkei Asia Zugang hatte. Gesucht werden Chip-Ingenieure in München, Softwareentwickler in Istanbul und AI-Forscher in Kanada. Das Unternehmen stellt weiter Entwickler überall in China ein und ist bereit, für Top-Talente gut zu zahlen. Ein Senior-Entwickler bei Huawei verdient im Durchschnitt 191.024 US-Dollar pro Jahr einschließlich Boni, berichtet Nikkei unter Berufung auf Angaben bei Glassdoor. Damit zahlt Huawei mehr als Google.

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