Mobilfunkstandard: USA und Schweden setzen auf eigenen Weg bei 6G

Die USA und Schweden wollen bei der Entwicklung des neuen Mobilfunkstandards 6G eng zusammenarbeiten. Dazu haben der schwedische Kabinettssekretär Jan Knutsson und der stellvertretende US-Außenminister Kurt Campbell eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Man wolle sicherstellen, dass "die 6G-Technologie offen, sicher und im Einklang mit demokratischen Werten entwickelt wird" , hat die schwedische Regierung erklärt(öffnet im neuen Fenster) .
Die Entwicklung der 6G-Technologie stecke "noch in den Kinderschuhen" , werde aber voraussichtlich rasch in Richtung höhere Geschwindigkeit und Kapazität, geringere Latenz und bessere Datenverarbeitung voranschreiten.
"Schweden steht an der Spitze der Entwicklung und Anwendung von Mobilfunktechnologie und die USA sind in diesem Bereich ein wichtiger und strategischer Partner" , hieß es weiter. Es ginge um ein gemeinsames Ökosystem.
"Mit dieser gemeinsamen Erklärung zeigen Schweden und die Vereinigten Staaten klar ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten internationalen Partnern zu stärken, um sicherzustellen, dass die 6G-Technologie offen, sicher, vertrauenswürdig, inklusiv, nachhaltig und im Einklang mit demokratischen Werten ist. Ich freue mich darauf, die schwedisch-amerikanische Partnerschaft bei 6G weiter zu stärken" , sagte Knutsson.
Die US-Regierung hatte sich am 21. April 2023 mit Topmanagern und Wissenschaftlern getroffen, um Strategien für den Aufbau von 6G und Lehren aus der Einführung von 5G zu erörtern. Es gehe darum, die "Führungsrolle der USA in einem Sektor zu behaupten" berichtet CNN unter Berufung(öffnet im neuen Fenster) auf Regierungsangaben.
In Schweden ist die Zentrale des Mobilfunkausrüsters Ericsson. Die USA haben im Mobilfunksektor keine traditionellen Ausrüster mehr. Das US-Unternehmen Lucent Technologies fusionierte im Jahr 2006 mit der französischen Alcatel. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde später von Nokia gekauft. Das Mobilfunknetzgeschäft von Motorola Solutions ging im Jahr 2010 an Nokia Siemens Networks.
USA subventionieren Open RAN
Open RAN wird dagegen weitgehend von den USA dominiert und ist hardwareseitig abhängig von Intel, dessen x86-Technik fast allen Servern zugrunde liegt. Außerdem setzen alle Open-RAN-Systeme auf die Cloud von US-Anbietern wie Amazon Web Services, die Google Cloud Platform oder Microsoft Azure. Rakuten aus Japan ist der führende Automatisierer und Integrator in der Branche.
Das US-Außenministerium wird eine halbe Milliarde US-Dollar in die Forschung, Entwicklung und den zukünftigen Einsatz virtualisierter Netzwerkelemente investieren, wurde im Februar 2024 erklärt. Zudem erhält die NTIA (National Telecommunications and Information Administration) 1,5 Milliarden US-Dollar, um Standards zu testen, weiterzuentwickeln und zu vermarkten. Ein neues Testzentrum in Dallas solle dafür die Räumlichkeiten bieten, meldete die NTIA. Gleichzeitig wirbt US-Präsident Joe Biden bei ausländischen Regierungen für Open RAN. Gemessen am US-Haushalt sind das aber keine großen Summen. Die Staatsausgaben der USA betrugen im Jahr 2023 rund 10,4 Billionen US-Dollar.
Ab dem Jahr 2025 startet international die Standardisierung und Spezifizierung der 6G-Technologien. Der Markteintritt von 6G erfolgt voraussichtlich im Jahr 2030, erklärte das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung(öffnet im neuen Fenster) .



