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Mobilfunknetz: Telekom will Datenrate an der Autobahn verdoppeln

Die Deutsche Telekom will die Datenrate auf den Autobahnen auf 200 MBit/s anheben. Eine Gesetzesänderung hilft dabei.
/ Achim Sawall
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Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung Autobahn GmbH, Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium und Abdu Mudesir, Technik-Chef Telekom Deutschland (v.l.n.r.) (Bild: Deutsche Telekom)
Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung Autobahn GmbH, Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium und Abdu Mudesir, Technik-Chef Telekom Deutschland (v.l.n.r.) Bild: Deutsche Telekom

Um für Reisende auf den Autobahnen die Datenraten zu verbessern, hat die Deutsche Telekom eine Vereinbarung mit der Autobahn GmbH des Bundes geschlossen. Das gab der Netzbetreiber am 16. Mai 2023 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Dafür wird die Telekom rund 400 zusätzliche Mobilfunkstandorte entlang des 13.000 Kilometer langen Autobahnnetzes bauen.

Bestehende Funkstandorte würden verbessert. "Bis Ende 2027 soll im Telekom-Netz dann auf allen Autobahnen in Deutschland durchgehend 5G und LTE mit mindestens 200 MBit/s zur Verfügung stehen. Heute sind es 100 MBit/s" , erklärte der Netzbetreiber. Eine Datenrate von 100 MBit/s würde den seit Jahresbeginn gültigen Auflagen der Bundesnetzagentur entsprechen.

Die Kooperation nutzt eine Änderung des Bundesfernstraßengesetzes aus dem Jahr 2020. Demnach kann der Bau von Mobilfunkmasten auch in der grundsätzlichen Anbauverbotszone 40 Meter rechts und links der Autobahn genehmigt werden.

Masten auch an Böschungen und auf Rastplätzen

"Wir werden die allerletzten Lücken schließen, genauso wie wir die Versorgung in den Autobahntunneln verbessern. Menschen auf Reisen sollen bestmöglich verbunden sein" , sagte Abdu Mudesir, Technik-Chef der Telekom Deutschland.

Die Kooperation sieht eine vereinfachte, schnellere und gemeinsame Standortsuche und Bauplanung vor. Auch stellt die Autobahn GmbH der Telekom künftig Flächen in unmittelbarer Nähe zur Fahrbahn zur Verfügung. Dann können neue Masten auch an Böschungen, auf Rastplätzen oder Bauhöfen errichtet werden.

Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, sagte: "Auch alle anderen Mobilfunknetzbetreiber sind aufgefordert, ihre Infrastrukturen entlang der Bundesfernstraßen weiter auszubauen."

Im September 2020 erklärte die Telekom , Versorgungslücken an Autobahnen und Schienenstrecken würden oft nur wenige Hundert Meter betragen. Hier liege die Schwierigkeit: Netzbetreiber müssten genau dorthin einen Standort bauen.

"Andere Standorte kommen nicht infrage, denn sie können die Lücke nicht schließen. Wenn dort kein vermietbereiter Eigentümer zu finden ist oder Genehmigungen nicht erteilt werden, ist ein Schließen der Lücke und damit die Vollversorgung nicht möglich" , sagte ein Telekom-Sprecher. Der Telekom fehlten zu der Zeit rund 300 Standorte an Bundesautobahnen und rund 150 Standorte an ICE-Strecken.


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