Mobilfunklücken: "Ich werde fast angeschrien, wenn es keinen Empfang gibt"

Vor 15 Jahre habe niemand Mobilfunkantennen in der Nähe gewollt, nun wolle niemand mehr Funklöcher, klagt Markus Haas, Chef der Telefónica Deutschland. Auch mit 5G sei eine Flächendeckung nur unter bestimmten Bedingungen erreichbar.

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Mobilfunkantenne in München, O2 Tower (Zentrale Telefónica Deutschland)
Mobilfunkantenne in München, O2 Tower (Zentrale Telefónica Deutschland) (Bild: Telefónica Deutschland)

Mobiles Telefonieren an jedem Ort in Deutschland wird es laut dem Netzbetreiber Telefónica auch künftig kaum geben. "Wir werden wahrscheinlich keine hundertprozentige Flächenabdeckung in Deutschland erreichen können", sagte Markus Haas, Chef der Telefónica Deutschland, im Gespräch mit Welt am Sonntag. Die Gründe für viele Funklöcher lägen in der Vergangenheit: "Das liegt zum Teil auch daran, dass Deutschland lange Zeit so skeptisch der Technologie gegenüber war." Vor 15 Jahren habe niemand eine Antenne in seiner Nähe haben wollen, es habe Proteste gegeben. "Heute werde ich fast angeschrien, wenn es keinen Empfang gibt."

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Die Netzbetreiber geben stets nur die Bevölkerungsabdeckung an, die sich nicht auf die versorgte Fläche in der Bundesrepublik bezieht, sondern auf die Bevölkerung. Bereits bei der Vergabe der LTE-Funklizenzen sei den Bietern offengelassen worden, bis zu zwei Prozent der Haushalte auszusparen. Das sagte Margit Stumpp, Expertin für digitale Infrastruktur der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, nach dem Mobilfunkgipfel beim Bundesverkehrsministerium im Juli 2018. "Ein Geschenk an die Mobilfunkkonzerne." Es sei damals schon absehbar gewesen, dass eine solche Regelung den ländlichen Raum treffen würde.

Haas betont dagegen: "Tatsächlich waren wir hier vor zehn Jahren schon mal weiter. Aber jetzt haben wir mehrere Funktechnologien, sodass die Handys ständig zwischen 2G, 3G und 4G hin und her springen und dann eben die Gespräche abreißen. Trotz allem fehlen uns ein paar Tausend Antennen in Deutschland, die Anbieter haben da Nachholbedarf."

5G braucht Frequenzen im langwelligen Bereich, unterhalb von 700 Megahertz

Mit den richtigen Frequenzen könnte 5G für eine komplette Flächenabdeckung funktionieren. Die Frequenzen, die im kommenden Jahr versteigert werden, seien dafür nicht geeignet, weil ihre Reichweite zu klein sei. "Wenn wir in Deutschland die gesamte Fläche abdecken wollen, werden wir in den kommenden Jahren noch mehr Spektrum brauchen", sagte Haas.

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Die Frequenzen im langwelligen Bereich, unterhalb von 700 Megahertz, müssten weltweit harmonisiert und für den entsprechenden Gebrauch bestimmt werden. Die World Radio Conference im nächsten Jahr, in der alle Länder vertreten seien, werde hier der Schlüssel sein. Wenn diese Konferenz nicht erfolgreich werde, sei in den nächsten zehn Jahren flächendeckend kein 5G möglich.

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nille02 20. Sep 2018

Das hat man mit LTE schon mal gemacht. Das lief auch eher so mittelmäßig.

plutoniumsulfat 17. Sep 2018

Man könnte auch ein paar Euro ausgeben und werbefrei leben.

Hans4711 17. Sep 2018

"Haas betont dagegen: "Tatsächlich waren wir hier vor zehn Jahren schon mal weiter. Aber...

Eheran 17. Sep 2018

Ja doch, das kann man so sagen. Denn es ist eine erstunkene und erlogene Ausrede statt...



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