Mobilfunkgipfel: United Internet baut sein 5G-Netz ohne etablierte Ausrüster

Vorbild für 1&1 Drillisch ist ein japanischer 5G-Netzbetreiber. Doch die Verhandlungen mit Telekom, Vodafone und Telefónica hängen fest.

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Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, beim 2. Mobilfunkgipfel in Berlin
Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, beim 2. Mobilfunkgipfel in Berlin (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

United Internet wird mit seiner Tochter 1&1 Drillisch als neuer vierter Mobilfunkbetreiber in Deutschland auf etablierte Ausrüster verzichten. Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, sagte am 16. Juni 2020 auf dem 2. Mobilfunkgipfel in Berlin: "Wir werden ein Open-RAN-5G-Netz errichten." Vorbild sei Rakuten in Japan. Dommermuth sagte Golem.de, man sei mit drei Partnern als Ausrüster in fortgeschrittenen Verhandlungen.

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"Unser Ziel ist es, ein leistungsfähiges 5G-Netz zu bauen, das sich von den bisherigen Netzen unterscheidet", erklärte Dommermuth. Man baue die Netze "heute mehr in der Cloud, man virtualisiert die Netze, man will sie über Software steuern und herstellerunabhängige Strukturen fördern. Wir bauen ein Open-RAN-Netzwerk, vollkommen virtualisiert."

Dies gebe es erst einmal weltweit, in Japan, wo Rakuten so ein Netz zusammen mit Cisco und NEC errichtet hat. "Es ist gerade in Betrieb genommen worden und funktioniert in vier Städten", sagte Dommermuth. "Wir wollen es gerne in Europa, zum ersten Mal hier in Deutschland bauen."

Dommermuth: "Der Mobilfunkgipfel hat erneut gezeigt, wie wichtig Kooperationen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur sind. Dieser Grundsatz wurde auch in den Bedingungen der 5G-Frequenzauktion verankert, unter anderem mit der Nutzung von nationalem Roaming während der Bauzeit eines neuen Mobilfunknetzes. Als Neueinsteiger hoffen wir, dass uns der heutige Gipfel einer Lösung dieses kontroversen Themas näher gebracht hat." Was 1&1 Drillisch fehle, sei eine Vereinbarung zu nationalem Roaming mit den bestehenden Mobilfunkbetreibern. Man verhandele hier seit einem Jahr, bisher ohne Ergebnis, sagte Dommermuth sichtlich genervt. "Wir haben nun die Bundesnetzagentur angerufen, damit wir in die Gänge kommen. Letztendlich geht es hier um eine Investition von 10 Milliarden Euro."

Rakuten mit NEC und Cisco beim Open RAN

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Rakuten hat einen virtuellen, weiterentwickelten Packetcore (vEPC) und andere Funktionen mit Lieferanten wie dem US-amerikanischen Konzern Cisco entwickelt. Im Juni gab Rakuten jedoch bekannt, dass NEC, ein japanisches Unternehmen, das bereits als 5G-Funkausrüster vorgestellt wurde, nun auch den 5G-Kern bereitstellen werde.

Tareq Amin, Chief Technology Officer von Rakuten, will ein System, das auf leichteren Containern basiert und Funktionen effektiv in kleinere, rekonfigurierbare Komponenten zerlegt. Es ist geplant, diese containergestützte Plattform in der eigenen Cloud Rakuten Communications Platform (RCP) zu betreiben.

"Der 4G vEPC, den wir heute haben, wird mit 5G Non Stand Alone (NSA) zusammenarbeiten, um uns durch den Start von 5G zu bringen. Aber, ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass NSA überhaupt eine aufregende Sache ist", sagte Amin dem Magazin Light Reading. "Es bringt uns nur höhere Bandbreite und höhere Geschwindigkeit für den Endnutzer." Wenn Rakuten seinen 5G-Kern starte, werde man für einen bestimmten Zeitraum parallel mit NSA und SA (Stand Alone) arbeiten. "Wir verfolgen jedoch die Strategie, dass der 5G-Kern, sobald er mit allen Funktionen und Komponenten erstellt wurde, alle 4G-Funktionen herausnimmt. In 14 bis 16 Monaten erwarten wir einen einzigen konvergierten Kern, mit 100 Prozent reinen Cloud-native Funktionen", betonte Amin.

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