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Mobilfunkausrüster: Ericsson mit neuen Massenentlassungen in Europa

Ericsson hat einen erneuten massiven Stellenabau in Europa angekündigt. Zugleich wächst die Abhängigkeit von den USA .
/ Achim Sawall
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Hauptsitz des Mobilfunkausrüsters Ericsson in Schweden (Bild: Ericsson)
Hauptsitz des Mobilfunkausrüsters Ericsson in Schweden Bild: Ericsson

Ericsson hat erneut Massenentlassungen in Schweden angekündigt. Wie der Mobilfunkausrüster am 15. Januar 2026 bekannt gab(öffnet im neuen Fenster) , will man 1.600 Beschäftigte entlassen.

Ericsson hat in dem Land gegenwärtig noch rund 12.600 Beschäftigte. Die geplanten Entlassungen betreffen somit rund 13 Prozent der Belegschaft. Das Unternehmen reduzierte die Belegschaft in Schweden im Jahr 2024 bereits um 1.200 und 2023 um 1.400 Mitarbeiter. Ericsson wird seine Finanzergebnisse für das vierte Quartal 2025 am 23. Januar veröffentlichen.

"Der geplante Personalabbau ist Teil globaler Initiativen zur Verbesserung der Kostenposition. Gleichzeitig sollen Investitionen aufrechterhalten werden, die für Ericssons Technologieführerschaft und die Umsetzung der Strategie zur Bereitstellung leistungsstarker, programmierbarer Netze entscheidend sind" , hieß es in der Ankündigung. Ericsson habe die schwedische Arbeitsagentur informiert und Verhandlungen mit den zuständigen Gewerkschaften aufgenommen.

Ericsson bekennt sich zu den USA

Der umsatzstärkste Einzelmarkt für den Ausrüster sind die USA. Dort arbeiten etwa 8.000 bis 10.000 Menschen für das Unternehmen, unter anderem in der 5G-Smart-Factory in Lewisville, Texas. Ericsson spendete in der Vergangenheit 5,5 Millionen Schwedische Kronen (502.714 Euro) für die Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump, ein laut der Wirtschaftszeitung Dagens Industri in der Unternehmensgeschichte bislang einmaliger Vorgang.

Ericsson-Chef Börje Ekholm rechtfertigte dies im Januar 2025 im Gespräch mit der Tageszeitung Sweden Herald(öffnet im neuen Fenster) mit der massiven Abhängigkeit vom US-Markt: "Wir haben einen sehr großen Marktanteil in den USA und wir müssen in der Lage sein, mit jedem zu arbeiten, der im Weißen Haus sitzt. Wir müssen Teil des amerikanischen Ökosystems sein – sonst gibt es kein Ericsson."

Bereits im November 2024 schloss der Ericsson-Chef sogar eine Verlegung der Konzernzentrale in die USA nicht aus. Im vergangenen Monat sagte Ekholm der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) , das Unternehmen werde eine Ausweitung der Produktion in den USA in Erwägung ziehen, abhängig von den Auswirkungen möglicher Zölle.

"Wir haben die Produktion in den USA bereits hochgefahren. Brauchen wir größere Veränderungen? Das wird sich zeigen" , fügte Ekholm hinzu. Auch Nokia bezeichnete die USA gegenüber der Financial Times als "zweite Heimat" des Unternehmens.

Der Ericsson-Standort mit der weltweit größten Belegschaft ist Indien. Schätzungen und Berichte für 2025/2026 gehen von weit über 20.000 bis 25.000 Mitarbeitern in dem Land aus. Große Standorte befinden sich in Bangalore, Gurgaon und Noida. Laut Bloomberg beschäftigt das Unternehmen weltweit 90.000 Menschen.


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