Mobilfunkausrüster: Ericsson feuert seinen Konzernchef
Der Verwaltungsrat von Ericsson hat Konzernchef Hans Vestberg mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Das gab der Netzwerkausrüster am 25. Juli 2016 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Der Verwaltungsratschef lobte die Führungsqualitäten und die Energie von Vestberg in den "Umwälzungen der vergangenen sieben Jahre." Der Verwaltungsrat sei aber der Meinung, dass "die Zeit für eine neue Führung gekommen" sei. Vestberg werde noch sechs Monate lang den Verwaltungsrat unterstützen.
Vestberg war 28 Jahre für Ericsson tätig. Der bisherige Finanzchef Jan Frykhammar wird übergangsweise Vorstandschef des schwedischen Konzerns, intern und extern werde nach geeigneten Kandidaten gesucht.
Druck und Ermittlungen
Ericsson steht als Mobilfunkausrüster unter Druck von Huawei und Nokia. Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 11 Prozent auf 54,1 Milliarden schwedische Kronen (5,7 Milliarden Euro). Der Gewinn fiel um 24 Prozent auf 1,6 Milliarden Kronen. Kostensenkungen und Entlassungen wurden angekündigt. Gespart werden soll bei Forschung und Entwicklung, ein wichtiger Schwerpunkt wird auf die Kooperation mit Cisco gelegt.
Der Umsatz sank damit bereits das siebente Mal in Folge.
Die Wirtschaftszeitung Dagens Industri hatte berichtet(öffnet im neuen Fenster), dass die zwei Großaktionäre Investor AB und Industrivarden die Absetzung gefordert hätten. Vestberg wurde von ihnen wegen seines hohen Einkommens bei Ericsson und privater Nutzung des Firmenjets für eine Sportveranstaltung und seine Beteiligung am Schwedischen Olympic Committee (SOC) in für den Konzern schwierigen Zeiten kritisiert.
Die Tageszeitung Svenska Dagbladet berichtete(öffnet im neuen Fenster) im Juni, dass US-Strafverfolgungsbehörden das China-Geschäft Ericssons untersuchen würden.
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