Mobilfunkauktion: Vodafone-Chef warnt vor LTE-Funkloch für 4 Millionen Nutzer

Vodafone will eine Verlängerung des Spektrums bei 800 MHz. Man fürchtet eine Blockade durch 1&1 (United Internet).

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Hannes Ametsreiter, Deutschland-Chef von Vodafone
Hannes Ametsreiter, Deutschland-Chef von Vodafone (Bild: John Macdougall/AFP via Getty Images)

Der Vodafone-Chef warnt vor schwerwiegenden Folgen für Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland, sollten die im Jahr 2025 auslaufenden Mobilfunkfrequenzen erneut per Versteigerung vergeben werden. Hannes Ametsreiter, Deutschland-Chef von des Unternehmens, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Zieht einer der jetzigen Betreiber dabei den Kürzeren, dann könnten bis zu vier Millionen Kunden in diesem Netz plötzlich in einem LTE-Funkloch leben. Die Menschen auf dem Land drohen digital abgehängt zu werden."

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Die nächste anstehende Frequenzauktion soll im Jahr 2023 oder 2024 abgehalten werden. Ende 2025 laufen die Nutzungsrechte für einige wichtige Frequenzbereiche aus. Versteigert werden soll das Spektrum bei 800 Megahertz, 1,8 und 2,6 Gigahertz. Diese Frequenzen sind heute bereits für LTE im Einsatz.

In Deutschland liegt bei 800 MHz der LTE-Coverage-Layer. 1,8 GHz dient als GSM/LTE Capacity Layer und 2,6 GHz ist ebenfalls ein Capacity Layer. Mit dem Unternehmen 1&1 gibt es einen vierten potenziellen Bieter. Bei 800 Megahertz liegen wichtige Flächenfrequenzen.

"Wenn man die so wichtigen Flächenfrequenzen im 800-Megahertz-Bereich nach bekanntem Auktionsverfahren vergäbe, könnte nicht nur extrem viel Geld verloren gehen, das später für neue Stationen fehlt. Noch viel schlimmer: Die Mobilfunknetze in Deutschland könnten sogar deutlich langsamer werden als bislang", erklärte Ametsreiter. Durch United Internet (1&) gebe es einen neuen Bieter, der die Preise hochtreiben, Frequenzen anderer übernehmen und damit vorhandene Versorgung ausschalten könne.

Vodafone: Plötzlich exzellente Netze in Deutschland

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Der Vodafone-Chef forderte, die Frequenzrechte nicht zu versteigern, sondern sie zu verlängern. "Mit einer Verlängerung der Lizenzen um fünf Jahre zu entsprechenden Bedingungen können exzellente Netze in Deutschland endlich Realität werden - ohne dass der Wettbewerb leidet" sagte er.

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Ähnliches hat auch schon die Deutsche Telekom gefordert. Vor jeder Frequenzauktion beklagen die Netzbetreiber die anstehenden Ausgaben, weil das Geld sonst angeblich in den Ausbau fließen würde.

Vodafone will Ausbauzusagen gegen Frequenzen, doch die Bundesnetzagentur kritisiert seit Langem, dass Netzausbauauflagen in Deutschland nicht eingehalten werden. So hat die Behörde in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen die Auflage gemacht, ab Jahresbeginn 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen. Die Hauptverkehrswege sind vollständig zu versorgen. Laut Bundesnetzagentur hatte keiner der Netzbetreiber zum Jahresende 2019 die ICE-Strecken und Bundesautobahnen in vollem Umfang versorgt.

Der wahre Grund liegt in den Kosten: So beklagte die Telekom die hohen Ausgaben für den weiteren 4G-Ausbau. "Die letzten 10 Prozent zu versorgen, ist genauso teuer wie die ersten 90 Prozent", sagte Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie Telekom Deutschland, über den Ausbau in Bayern.

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senf.dazu 14. Aug 2021

dann "können" nicht dann "werden" - verrät einfach alles

DerCaveman 11. Aug 2021

Da landet dann wieder ordentlich viel Geld in den falschen Taschen.

mxcd 11. Aug 2021

Der Gesetzgeber könnte eine Roamingpflicht einführen und alle zwei Jahre könnte die...

senf.dazu 11. Aug 2021

Macht bei 5 Mrd mal gerade 0.5 Mrd/a dividiert durch die Zahl der Anbieter ? Wird also...



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