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Mobilfunkantennen: Laut Nokia ist 6G ohne Nvidia nicht machbar

Nokia bringt seine neue RAN-Technik mit Nvidia GPUs und Software basierend auf der CUDA-Plattform auf den Markt. Es soll den Custom-Chips von Marvell überlegen sein.
/ Achim Sawall
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Pallavi Mahajan ist Chief Technology und AI Officer von Nokia (Bild: Nokia)
Pallavi Mahajan ist Chief Technology und AI Officer von Nokia Bild: Nokia

Nokia bewirbt sein neues RAN damit, dass auf Nvidia-Technologie basierende GPUs von Netzbetreibern bis in die 6G-Ära nutzbar sein sollen. Mark Atkinson, Leiter des Bereichs RAN bei Nokia, sagte dem Branchenmagazin Light Reading(öffnet im neuen Fenster): Die auf Custom-Chips von Marvell Technology basierende Nokia-Technik in Central Units und Distributed Units, und Konkurrenzprodukte von Ericsson, seien weniger leistungsfähig. "Sie bringen die Betreiber zwar ins 6G-Zeitalter, aber nicht sehr weit", so Atkinson.

Nokia versucht, die Leistung durch den Ersatz herkömmlicher RAN-Algorithmen durch KI zu steigern. Bisherige Produktzyklen seien obsolet: "Alle drei bis fünf Jahre war neue Hardware-Technologie fällig. Jetzt müssen wir als Branche umdenken", betonte Atkinson.

Durch die Entwicklung von Software für Cuda, die Plattform von Nvidia, bindet sich Nokia an den US-Konzern Nvidia. Ericsson bietet zudem virtuelles RAN, basierend auf Intel-CPUs, das sich mit geringem Aufwand auf andere Hardwareplattformen portieren lassen soll. Ein Markterfolg steht allerdings noch aus.

Nicht teurer, aber besser?

Atkinson versicherte, dass die neuen Nvidia-GPU-basierten Produkte von Nokia nicht teurer würden, als die auf Marvell basierende Ausrüstung.

Auch Nvidias hoher Energiebedarf soll kontrollierbar sein. Die Chips von Marvell arbeiteten innerhalb eines Leistungsrahmens von 190 Watt. Auch die Nvidia-basierte Alternative müsse diese Vorgaben einhalten, sagte Pallavi Mahajan, Nokias Chief Technology Officer, im Gespräch mit Light Reading.

"Wir können unseren Kunden nicht zumuten, ihre Stromverkabelung, ihre Racks und all das auszutauschen", erklärte sie. "Dennoch bietet das System die 1,5-fache Kapazität und die doppelte spektrale Effizienz. "

Nokia hatte am 15. Juli 2026 seine AI-RAN-Plattform offiziell angekündigt(öffnet im neuen Fenster). Auf Basis von Nokias Any-RAN-Software und Nvidias Aerial-AI-RAN-Plattform soll mehr Up- und Downlink-Kapazität aus bereits vorhandenen Frequenzen und Funkinfrastrukturen herausgeholt werden können. Nokias Any-RAN-Software könne mit bestehenden Nokia- sowie O-RAN-kompatiblen Funkeinheiten eingesetzt werden und eröffne zudem einen softwarebasierten Entwicklungspfad in Richtung 6G.

Steigerung der spektralen Effizienz von rund 20 Prozent versprochen

Die Plattform erreicht laut Nokia eine Steigerung der spektralen Effizienz von rund 20 Prozent. Bis zum Jahr 2027 sollen 50 Prozent und bis 2028 mehr als 100 Prozent erzielt werden. Unabhängige Messungen liegen noch nicht vor.

Pilotprojekte werden für Ende 2026 erwartet, die kommerzielle Einführung für 2027. Wie Mahajan sagte, können Bestandskunden, die ein Air-Scale-Baseband-Chassis nutzen, eine GPU-basierte Karte (Codename ABIG) einstecken, um die Layer-1-Software und wohl auch die Scheduling-Funktion von Layer 2 zu übernehmen. Dies wäre eine Alternative zu Nokias ABIP, dem auf Marvell-Technologie basierenden Custom-Silicon-Produkt.

Alternativ könnten Netzbetreiber das GPU-basierte RAN von Nokia auf handelsüblichen Standardservern (COTS) betreiben. Eine Nokia-Appliance im Pizza-Box-Formfaktor, soll zudem sowohl GPU- als auch CPU-Rechenleistung zusammenbringen. Marvell bleibt bisweilen in Nokias Massive-MIMO-Antennen der Habrok-Reihe im Einsatz.

Der Anteilskauf von Nvidia an Nokia in Höhe von einer Milliarde US-Dollar ist ein zentraler Bestandteil der Neuausrichtung. Nokia werde seine 5G- und 6G-Software an die Hardware von Nvidia in Richtung AI-RAN anpassen, wurde zuvor erklärt. Nvidia hält circa 2,9 Prozent der Anteile.


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