Verfahren angeblich mit Datenschützern abgesprochen

Nach Angaben des VATM wurde das Auskunfteiverfahren bislang "entsprechend der Abstimmung mit den deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden im Rahmen der DSGVO-Umstellung auf die Rechtsgrundlage der Interessenabwägung gestützt". Auf Anraten der Aufsichtsbehörden sei somit flächendeckend auf das Einholen von Einwilligungen für die Verarbeitung im Auskunfteienkontext verzichtet worden.

Diese Einschätzung ist nicht ganz nachvollziehbar. Denn schon im Juni 2018 hatte die DSK festgestellt (PDF), das bei der Weitergabe der Daten "regelmäßig" das Schutzinteresse der Betroffenen überwiege und daher eine Einwilligung erforderlich sei. Sowohl "grundsätzlich" als auch "regelmäßig" erlauben jedoch Ausnahmen.

Nicht jeder Vertrag betroffen

Nach Angaben von VATM werden ohnehin nicht über jeden abgeschlossenen Mobilfunkvertrag die Daten an Wirtschaftsauskunfteien weitergegeben. Verarbeitet würden ausschließlich Verträge mit einem kreditorischen Risiko. "Hier geht es zum Beispiel darum, dass die Anbieter bei der Finanzierung eines Handys in finanzielle Vorleistung gehen oder bei Vertragsanfragen ein Betrugsrisiko prüfen", heißt es zur Begründung. Das bedeutet, dass Prepaid-Vertragsdaten im Grunde nicht weitergeleitet werden dürften.

Das Verfahren werde seit vielen Jahren praktiziert, habe sich bewährt und "wurde uns gegenüber nie von Verbraucherinnen und Verbrauchern beanstandet", schreibt der Verband und verweist auf eine Umfrage (PDF), wonach 74 Prozent der Verbraucher mit der Datenübermittlung vor Vertragsabschluss zwecks Einschätzung der Zahlungsfähigkeit rechneten.

Viele Kunden stören sich an Datenweitergabe

In der Umfrage wurde den Befragten suggeriert, der Mobilfunkanbieter sei "grundsätzlich berechtigt, Daten über Sie als Vertragspartner und den abgeschlossenen Vertrag an eine Auskunftei zu übermitteln". Nur 17 Prozent der Befragten gaben demnach an, dies nicht gewusst zu haben. Mehr als die Hälfte solle das gewusst haben, obwohl nach Ansicht der Datenschutzbehörden nicht zutrifft.

Der Umfrage zufolge stören sich immerhin 28 Prozent der Befragten daran, dass die sogenannten Positivdaten nach Vertragsabschluss an die Auskunfteien übermittelt werden. Noch mehr Befragte, 31 Prozent, stören sich daran, dass diese Daten bei zukünftigen Vertragsabschlüssen berücksichtigt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Mobilfunkanbieter: Kelber fordert Einwilligung bei Weitergabe von Vertragsdaten
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
T-1000
Roboter aus Metall kann sich verflüssigen

Ein Team aus den USA und China hat einen Roboter entwickelt, der seinen Aggregatzustand von fest zu flüssig und zurück ändern kann.

T-1000: Roboter aus Metall kann sich verflüssigen
Artikel
  1. Trotz Exportverbot: Chinesische Kernforscher nutzen weiter US-Hardware
    Trotz Exportverbot
    Chinesische Kernforscher nutzen weiter US-Hardware

    An Chinas wichtigstes Kernforschungszentrum darf seit 25 Jahren keine US-Hardware geliefert werden. Dennoch nutzt es halbwegs aktuelle Xeons und GPUs.

  2. Apple: MacBook Pro braucht wegen Lieferproblemen nur kleine Kühler
    Apple
    MacBook Pro braucht wegen Lieferproblemen nur kleine Kühler

    In den neuen MacBook Pro mit M2 Pro und M2 Max sitzen kleinere Kühlkörper. Der Grund sind Probleme in der Lieferkette.

  3. Virtualisieren mit Windows, Teil 3: Betrieb und Pflege von VMs mit Hyper-V
    Virtualisieren mit Windows, Teil 3
    Betrieb und Pflege von VMs mit Hyper-V

    Hyper-V ist ein Hypervisor, um VMs effizient verwalten zu können. Trotz einiger weniger Schwächen ist es eine gute Virtualisierungssoftware, wir stellen sie in drei Teilen vor. Im letzten geht es um Betrieb und Pflege der VMs.
    Eine Anleitung von Holger Voges

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PCGH Cyber Week - Rabatte bis 50% • Acer Predator 32" WQHD 170Hz 529€ • MindStar-Tiefstpreise: MSI RTX 4090 1.982€, Sapphire RX 7900 XT 939€ • Philips Hue bis -50% • Asus Gaming-Laptops bis -25% • XFX Radeon RX 7900 XTX 1.199€ • Kingston 2TB 112,90€ • Nanoleaf bis -25% [Werbung]
    •  /