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Mobilfunkallianz 5GAA: 5G soll Fernsteuerung autonomer Autos ermöglichen

Die Autoindustrie will die Entwicklung des neuen Mobilfunkstandards 5G maßgeblich beeinflussen. 5G müsse ein "echter automotiver Standard" werden, fordert die 5GAA.

Artikel veröffentlicht am ,
Die 5GAA will den neuen 5G-Standard nach den Wünschen der Autoindustrie formulieren.
Die 5GAA will den neuen 5G-Standard nach den Wünschen der Autoindustrie formulieren. (Bild: 5GAA.org)

Die im vergangenen Jahr gegründete 5G Automotive Association (5GAA) setzt auf die umfassende Verwendung des neuen Mobilfunkstandards 5G beim vernetzten und automatisierten Fahren. Die Autokonzerne müssten mehr Energie und Ressourcen in die 5GAA stecken, "um aus dem Standard einen echten automotiven Standard zu machen", sagte der Beiratsvorsitzende Christoph Voigt auf der VDI-Tagung ELIV in der vergangenen Woche in Bonn. Selbst die Fernsteuerung selbstfahrender Autos solle ermöglicht werden.

Inhalt:
  1. Mobilfunkallianz 5GAA: 5G soll Fernsteuerung autonomer Autos ermöglichen
  2. Schnelles Netz für Fernsteuerung erforderlich

Gut ein Jahr nach seiner Gründung verfügt der Verein inzwischen über 60 Mitglieder. Neben Automobilkonzernen wie VW, Daimler, BMW, Ford und Nissan sind auch Telekommunikationsprovider wie die Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone dem Verein beigetreten. Ausrüster wie Infineon, Qualcomm, Intel oder Ericsson sind ebenfalls mit von der Partie. Die Autokonzerne seien "zum allerersten Mal auch diejenigen, die den Standard mit beeinflussen müssen", sagte Voigt, der hauptberuflich bei Audi als Entwicklungsleiter für Connectivity, Smart Antennas und Car2Car Technologies arbeitet.

Anforderungen nicht nur für C2C

Dabei geht es nach Darstellung von Voigt nicht nur um Techniken wie Auto-zu-Auto (C2C/V2V), die tatsächlich nur Fahrzeuge betreffen. Vielmehr wollen die Konzerne den neuen Standard nutzen, damit die vernetzten Autos auch mit dem Backend (V2N), der Infrastruktur (V2I) und sogar anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern (V2P) kommunizieren können. Jede dieser Anwendungen erfordert spezielle Anforderungen, die die Autoindustrie offenbar in den neuen Standard hineinschreiben will.

  • Die Car-to-X-Warnungen sollen automatisch oder manuell gesendet werden. (Bild: Daimler)
  • Mit dem Konzept der "lebenden Straßen" (live roads) will der Kartendienst Nokia Here auch über solche Hindernisse informieren, die nicht auf Karten verzeichnet werden können. (Bild: Nokia Here)
  • Dazu werden aktuelle Verkehrsdaten in die Cloud hochgeladen und anschließend an Fahrzeuge weitergegeben, die davon betroffen sein könnten. (Bild: Nokia Here)
  • Die autonomen Autos sollen zudem ihre Sensordaten hochladen, um das Kartenmaterial zu aktualisieren. (Bild: Nokia Here)
  • Die Bundesregierung hält eine Verkehrsbeeinflussung in Echtzeit über Mobilfunk für möglich. (Bild: BMVI)
  • Dazu startete Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (2. v. l.) zusammen mit Matthias Wissmann vom VDA, Marcel Huber von der bayerischen Staatsregierung und Thorsten Dirks von Bitkom (v. l. n. r.) das Digitale Testfeld Autobahn. (Bild: BMVI)
Die Car-to-X-Warnungen sollen automatisch oder manuell gesendet werden. (Bild: Daimler)

Dazu gehört laut Voigt beispielsweise die Möglichkeit, nicht nur viele Daten herunterzuladen, sondern auch in das Mobilfunknetz hochladen zu können. Mit Hilfe der "Schwarmdaten" diese Weise sollen Verkehrsinformationen und Karten nahezu in Echtzeit aktualisiert werden. Neben der Uplink-Funktionen sei eine vollständige und zuverlässige Netzwerkabdeckung erforderlich. Für Sicherheitsanwendungen bräuchten die Autos niedrige Latenzzeiten sowie eine hohe Übertragungsqualität.

Wettstreit zwischen pWLAN und LTE-V

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Umstritten ist weiterhin, wie die direkte Kommunikation zwischen den Fahrzeugen realisiert werden soll. Hier gibt es den Wettstreit zwischen dem WLAN-Standard 802.11p, auch pWLAN oder ITS-G5 genannt, sowie dem Mobilfunkstandard LTE-V beziehungsweise später 5G. Für Audi sei wichtig, dass die sogenannte Adhoc-Kommunikation zwischen den Autos kostenfrei bleibe, sagte Voigt. Eine Position, die den Telekommunikationskonzernen in der 5GAA nicht gefallen dürfte. Der Verein selbst hatte dazu im Juni 2017 vorgeschlagen, im sogenannten ITS-Band von 5,9 Gigahertz zwei Bereiche von jeweils zehn Megahertz für die zwei unterschiedlichen Standards zu reservieren.

Das Problem: Selbst innerhalb der 5GAA verfolgen die Autokonzerne unterschiedliche Konzepte. So kündigte Volkswagen Anfang Juli 2017 an, seine Autos von 2019 an mit Hilfe von pWLAN miteinander kommunizieren zu lassen. Laut Voigt ist "die Welt aktuell zweigeteilt". Während die pWLAN-Community direkt mit dem vorhandenen Standard loslegen wolle, setze die C2X-Community auf die neuen Mobilfunksysteme. Diesen Ansatz verfolge auch die 5GAA als Organisation.

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Schnelles Netz für Fernsteuerung erforderlich 
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AllDayPiano 27. Okt 2017

Ich differenziere da sehr wohl. Gewisse Dinge können durchaus von außen kommen - gerade...

Snoozel 27. Okt 2017

Für Warnungen kurz vor dem Auto - OK, aber nicht für Fernsteuerung.

mrgenie 27. Okt 2017

"Selbst die Fernsteuerung selbstfahrender Autos solle ermöglicht werden" Das Thema...

Anonymer Nutzer 27. Okt 2017

Was übrigens ein witziges Paradoxon ist. Denn früher konnte es dir passieren dass die...

k2r 27. Okt 2017

Beim hohen Engagement und der Transparenz von Autofirmen in IT-Sicherheitsthemen bestimmt...


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