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Mobilfunk: USA treiben Open RAN für Mobilfunk voran

Um eine größere Rolle auf dem Mobilfunkmarkt zu spielen, setzt die US-Regierung auf den Ausbau von Open RAN . Geplant sind Milliardeninvestitionen.
/ Tim Kröplin
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Joe Biden wirbt für Open RAN. (Bild: Anna Moneymaker/Getty Images)
Joe Biden wirbt für Open RAN. Bild: Anna Moneymaker/Getty Images

Die US-Regierung verstärkt ihr Engagement im Bereich Open-RAN-Systeme (Open Radio Access Network) und startet eine Investitionsoffensive, wie die Washington Post berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Dafür steckt das US-Außenministerium, genehmigt vom US-Kongress, in einem Fünfjahreszeitraum eine halbe Milliarde US-Dollar in die Forschung, Entwicklung und den zukünftigen Einsatz der virtualisierten Netzwerkelemente.

Zudem erhält die NTIA (National Telecommunications and Information Administration) eineinhalb Milliarden US-Dollar in einem Zehnjahreszeitraum, um entsprechende Standards zu testen, weiterzuentwickeln und zu vermarkten. Ein neues Testzentrum in Dallas solle dafür die Räumlichkeiten bieten, meldete NTIA. Gleichzeitig wirbt US-Präsident Joe Biden bei ausländischen Regierungen für Open RAN.

Ferner gibt es noch deutlich mehr Projekte, etwa finanziert die US Trade and Development Agency Studien über den möglichen Open-RAN-Einsatz in Indonesien und der Türkei. Außerdem richtet die US-Botschaft eine Testumgebung für Open RAN in Brasilien ein. Die US International Development Finance Corporation leistet zudem Finanzierungshilfe für US-Unternehmen bei Exportaufträgen.

Die Macht großer Netzausrüster brechen

Bei Open RAN handelt es sich um einen offenen Standard. Netzbetreiber können mit diesem die Hardware verschiedener Hersteller einsetzen, statt auf proprietäre Netzwerktechnik von einem Anbieter zurückgreifen zu müssen. Günstigere White-Box-Hardware, offene Software, wie auch standardisierte Schnittstellen, Cloud und virtualisierte Netzwerkelemente bilden dabei den Ersatz. Das soll es Netzbetreibern ermöglichen, die Macht der großen Netzausrüster zu brechen.

Denn letztlich soll Open RAN in Konkurrenz zum traditionellen RAN treten – hier sind die Ausrüster Huawei und ZTE aus China oder Nokia und Ericsson aus Europa aktiv. Chinesische Ausrüster sind in den USA seit der Amtszeit von Präsident Donald Trump offiziell verboten. Im Bereich Open RAN gibt es in den USA seit einiger Zeit entsprechend viel Bewegung.

Im vergangenen Jahr schlossen etwa AT&T und Ericsson einen Fünfjahresvertrag, um künftig 5G-Technik auf Open-RAN-Basis zu liefern. Erste Open-RAN-Standorte, die in Zusammenarbeit mit Ericsson und Fujitsu errichtet werden, sollen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Bis 2026 beabsichtigt AT&T 70 Prozent des Datenverkehrs in seiner Mobilfunkinfrastruktur über Open RAN abzuwickeln.


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