Mobilfunk: Telekom warnt intern vor 5G-Ausschluss von Huawei

Die Deutsche Telekom sieht laut einem vertraulichen internen Briefing in einem Ausschluss von Huawei bei 5G vor allem einen Vorteil der USA und China. Europa würde technologisch mindestens zwei Jahre verlieren.

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Huawei-Technik: 5G-Testnetz der Telekom in Berlin
Huawei-Technik: 5G-Testnetz der Telekom in Berlin (Bild: Deutsche Telekom)

Europa würde laut einem Medienbericht um Jahre hinter die USA und China zurückfallen, wenn der Ausrüster Huawei vom Ausbau der 5G-Netze ausgeschlossen würde. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ein vertrauliches internes Briefing des Managements der Deutschen Telekom. Der Rückfall beim Ausbau der neuen Mobilfunknetze betrage mindestens zwei Jahre.

In ihrer internen Bewertung betonte die Telekom, dass 5G-Netze auf der bestehenden 4G-Infrastruktur aufbauen müssten, die bereits weitgehend auf Huawei-Ausrüstung basiere. Würde Huawei-Ausrüstung völlig verboten und Unternehmen gezwungen, die gesamte Technik herauszureißen, würde dies die Netzbetreiber viele Milliarden Euro kosten, betonten die Quellen Bloombergs.

Beim Bundeswirtschaftsministerium findet am 30. Januar eine nichtöffentliche Anhörung zu Huawei mit den drei Mobilfunkbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica statt. Der chinesische Konzern und die Presse sind nicht eingeladen.

Huawei beliefert als einziger Ausrüster alle drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber und wird von diesen verteidigt. "Vodafone setzt neben den Produkten anderer Netzwerkausstatter auch seit circa zehn Jahren Produkte vom weltweit größten Anbieter von Netzwerkausstattung, Huawei, in seinen Netzen ein", sagte der Sprecher von Vodafone Deutschland, Volker Petendorf. Alle Produkte der Lieferanten würden laufend in eigenen Laboren auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Funktionalität untersucht. Telefónica Deutschland nannte das Unternehmen "anerkannt und zuverlässig". Die Telekom warnte davor, Huawei vom Netzausbau in Deutschland auszuschließen. Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hat erklärt, dass keine Beleg für Hintertüren bei Huawei-Produkten vorlägen.

Aus Gesprächen der New York Times mit aktiven und ehemaligen US-Regierungsbeamten, Geheimdienstmitarbeitern und leitenden Angestellten der Telekommunikationsbranche geht dagegen hervor, dass die USA Huawei wegen ihres eigenen technologischen Rückstands verbannen wollen. Die Snowden-Dokumente zeigen auch, dass die NSA bei einem Hackerangriff auf Huawei das Ziel hatte, die Technologie besser zu verstehen und nach möglichen Hintertüren zu suchen, um diese selbst zur Spionage gegen andere Nationen auszunutzen.

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Schatzueh 30. Jan 2019

Ich hab bei Congstar immer noch mein 3G mit 100MB Volumen. Wer braucht schon mehr? Reicht...

Schatzueh 30. Jan 2019

Nur 5 Jahre Rückstand? Jetzt bin ich etwas überrascht.

Radiodome 30. Jan 2019

Hat damit erstmal nichts zu tun. Einwände gegenüber Huawei sind berechtigt. Warum muss...

crunchy 29. Jan 2019

PS: Ein befreundeter, sehr begabter HW-Hexer hat sich mal, die in Verruf geratenen Switch...



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