1&1 Drillisch hofft auf weitere Auktionen

Die Verlängerungsforderung der drei alteingesessenen Netzbetreiber hat noch einen Haken: 1&1 Drillisch. Die Tochterfirma von United Internet setzt gerade an, zum vierten deutschen Netzbetreiber zu werden und hat für ihr erstes eigenes Spektrum im Jahr 2019 rund 1,1 Milliarden Euro bezahlt - dies in deutlich höheren Bändern, die sich für Städte eignen, aber für die Flächenversorgung auf dem Land nicht optimal sind.

Stellenmarkt
  1. Software Development Engineer (m/w/d)
    Hays AG, Hanau
  2. ERP-Administrator (m/w/d)
    C.Ed. Schulte GmbH Zylinderschlossfabrik, Velbert
Detailsuche

Daher will Drillisch bei der nächsten Auktion nachlegen und sich mit weiterem Spektrum eindecken. Würde die Versteigerung abgeblasen, würde der Neueinsteiger das Nachsehen haben. Zwar hätte Drillisch über Telefónica weiterhin Zugang zu niedrigeren Frequenzbändern zur Flächenabdeckung, ist hierbei aber abhängig vom Wettbewerber.

Entsprechend heftig ist das Kopfschütteln bei 1&1 Drillisch bezüglich der Verlängerungsforderung. Man sei "zwingend darauf angewiesen, im Rahmen der anstehenden Frequenzvergaben Zugang zu den wichtigen Flächenfrequenzen zu erhalten", teilte Drillisch mit.

Bundesnetzagentur setzt sich für Auktionen ein

Eine bloße Verlängerung von Frequenznutzungsrechten wäre "eine nicht zu rechtfertigende, offenkundig rechtswidrige Privilegierung von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica und gleichzeitig eine erhebliche, nicht aufholbare Benachteiligung für 1&1 Drillisch".

Golem Akademie
  1. SAMBA Datei- und Domänendienste einrichten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    7.–9. März 2022, Virtuell
  2. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    10. November 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Ebenfalls kühl reagiert die für die Frequenzvergabe zuständige Bundesnetzagentur auf das Ansinnen der drei großen Netzbetreiber. "Auktionen sind und bleiben der beste Weg, knappe Frequenzen wettbewerbsoffen zu vergeben und Chancen für potenzielle Neueinsteiger zu eröffnen", sagte Behördenchef Jochen Homann.

Telekombranche kämpft gegen Regulierungen

Mit Blick auf eine wegweisende Abstimmung zum Telekommunikationsgesetz fürchten Verbände aus der Mobilfunk- und Internetbranche bürokratische Hürden, die den Netzausbau verlangsamen könnten. In einem Schreiben an Bundestagsabgeordnete heißt es, durch die Umsetzung parlamentarischer Pläne drohe "eine Überregulierung". Das stünde Deutschlands Wandel zur Gigabit-Gesellschaft im Wege.

Unterschrieben wurde der Brief vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), vom Breitbandverband Anga und von fünf weiteren Branchensprachrohren. Der Brief liegt der dpa vor. Die Autoren warnen davor, dass zukünftig Mobilfunk-Ausbaupflichten gesetzlich verankert werden könnten. Sie argumentieren, dass dadurch der Wettbewerb ausgehebelt würde, da sich die Anbieter durch detaillierte Vorgaben kaum noch voneinander unterscheiden könnten.

Xiaomi Mi 11 5G Smartphone + Kopfhörer (6,81" Amoled DotDisplay + AdaptiveSync, 8+128GB, 108MP OIS Triple-Front und 20MP Frontkamera, Dual-5G SIM, Android 11.0, MIUI 12.5) GRAU - [Exklusiv bei Amazon]

Sorge vor Verpflichtung zu schnellem Festnetz-Internet

Zudem ist die Branche besorgt, dass sie künftig überall relativ schnelles Festnetz-Internet ermöglichen muss. Im Regierungsentwurf ist das Recht auf schnelles Internet nicht allzu ambitioniert formuliert, nun könnte es im Parlament nachgeschärft werden. Dadurch könnten die Netzbetreiber verpflichtet werden, auch in entlegene Ecken und zu einsamen Bauernhöfen relativ schnelle Internetleitungen zu verlegen.

So eine Regelung könnte nach Ansicht der Autoren dazu führen, "dass die begrenzten Baukapazitäten auf besonders schlecht versorgte Einzellagen priorisiert werden müssten". Größere Ausbauprojekte würden ins Hintertreffen geraten und damit eine zügige Verbesserung für viele Haushalte verzögert, heißt es.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Mobilfunk: Telekom und Co. fordern Verzicht auf Mobilfunkauktion
  1.  
  2. 1
  3. 2


My1 20. Mai 2021

man könnte das ja so machen dass auktionen beibehalten werden, die firmen aber durch...

Norcoen 12. Apr 2021

außerdem kann der Staat sich das Geld für den Initialen Aufbau für 0% oder weniger...

lincoln33T 09. Apr 2021

Die Beiträge sind doch bei uns gerade wegen diesen Aktionen so hoch. Irgendjemand muss ja...

bootstorm 09. Apr 2021

... sind was Wert? Raubtierkapitalismus der Million Jugendliche in die Überschuldung...

lincoln33T 09. Apr 2021

der Olaf hat doch schon das Geld für die nächsten 50 Jahre eingeplant



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Feldversuch E-Mobility-Chaussee
So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit

Das Laden von Elektroautos stellt Netzbetreiber auf dem Land vor besondere Herausforderungen. Ein Pilotprojekt hat verschiedene Lösungen getestet.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Feldversuch E-Mobility-Chaussee: So schnell bringen E-Autos das Stromnetz ans Limit
Artikel
  1. Encrochat-Hack: Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen
    Encrochat-Hack
    "Damit würde man keinen Geschwindigkeitsverstoß verurteilen"

    Der Anwalt Johannes Eisenberg hat sich die Daten aus dem Encrochat-Hack genauer angesehen und viel Merkwürdiges entdeckt.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  2. Geforce Now (RTX 3080) im Test: 1440p120 mit Raytracing aus der Cloud
    Geforce Now (RTX 3080) im Test
    1440p120 mit Raytracing aus der Cloud

    Höhere Auflösung, mehr Bilder pro Sekunde, kürzere Latenzen: Geforce Now mit virtueller Geforce RTX 3080 ist Cloud-Gaming par excellence.
    Ein Test von Marc Sauter

  3. SpaceX: Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen
    SpaceX
    Starlink testet Satelliteninternet in Flugzeugen

    Bald dürften mehrere Flugesellschaften Starlink-Service anbieten. Laut einem Manager soll es so schnell wie möglich gehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore zu Bestpreisen (u. a. Samsung G9 49" 32:9 Curved QLED 240Hz 1.149€) • Spiele günstiger: PC, PS5, Xbox, Switch • Zurück in die Zukunft Trilogie 4K 31,97€ • be quiet 750W-PC-Netzteil 87,90€ • Cambridge Audio Melomonia Touch 89,95€ • Gaming-Stühle zu Bestpreisen [Werbung]
    •  /