Mobilfunk: Telefónica will bis Jahresende Konkurrenz einholen

Die Netzzusammenschaltung soll Telefónica erlauben, alle "Bandbreiten einzuschalten", die die anderen bieten. Das gemeinsame Netz von O2 und E-Plus verfüge über die meisten Antennen und die meisten Frequenzen.

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Netz von Telefónica
Netz von Telefónica (Bild: Telefónica O2)

Bis Ende des Jahres sollen auch die Mobilfunknetze von O2 und E-Plus zusammengeführt und modernisiert sein. Dann sei Telefónica in der Lage, "alle Bandbreiten einzuschalten", die auch die Wettbewerber anbieten. Das sagte der deutsche Telefónica-Chef Markus Haas im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt. Bereits jetzt habe Telefónica das "größte und leistungsfähigste Netz in Deutschland". Das Unternehmen verfüge im Vergleich zu den Konkurrenten über die meisten Antennen und die meisten Frequenzen.

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Haas hatte im Februar 2017 Schwächen des Netzes und des Kundenservices eingeräumt. "Wir haben das größte und ein sehr stabiles Netz, aber nicht das schnellste Netz", sagte er. Einen schlechten dritten Platz hatte O2 im November 2016 im Connect-Mobilfunknetztest erreicht. Besonders bei den Datenverbindungen enttäuschte Telefónica. O2 fiel wegen der geringeren Erfolgsquoten, längerer Rufaufbauzeiten und der niedrigeren durchschnittlichen Sprachqualität deutlich ab. Auch ein Test von Computer Bild vom Dezember 2016 ergab: Wie bereits im Vorjahr gelingt der Deutschen Telekom "mit ihrem guten LTE-Netz" der Testsieg. Vodafone kam auch in diesem Jahr auf Platz zwei, liegt aber dicht hinter dem Testsieger, O2 ist auf dem letzten Platz.

Weiter Probleme beim Kundenservice

Haas gestand im Gespräch mit der Zeitung Probleme beim DSL-Kundenservice ein. Anrufer, die sich dort an die Hotline wenden, kämen häufig gar nicht erst durch, berichtet die Zeitung. "Hier stecken wir in der Tat in einem Prozess, weil wir diesen Kundenservice von externen Anbietern zurück ins Haus holen", sagte Haas. Man stelle derzeit neues Personal ein. Bis Mitte des Jahres wolle man mit der DSL-Hotline auf dem Stand der Mobilfunk-Hotline sein, wo 80 Prozent der Anrufer eine Wartezeit "im niedrigen einstelligen Minutenbereich" haben.

Haas forderte die Bundesregierung auf, bei der Vergabe der nächsten Funkfrequenzen Zurückhaltung zu üben. "Die Bundesnetzagentur muss Frequenzen nicht versteigern". Er wisse, dass es hier Interessen des Finanzministers gebe, aber de facto habe die Branche dieses Vorgehen in der Vergangenheit zurückgeworfen. Die deutsche Telekommunikationsindustrie habe im Grunde schon ein Glasfasernetz komplett finanziert. "Wir haben in den vergangenen 17 Jahren 60 Milliarden Euro bezahlt, zum Beispiel über Frequenzauktionen und Mittelabflüsse aus der Roaming-Regulierung", sagte Haas.

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Das Geld fehle jetzt. "Das wäre ungefähr der Betrag, den wir investieren müssten, um Deutschland im Glasfaserbereich voranzubringen." Man sollte Lehren aus der Vergangenheit ziehen, um zu schauen, wie man Investitionsanreize in Infrastruktur schaffen könne, sagte Haas.

Von der nächsten Bundesregierung fordert der Telefónica-Manager eine neue digitale Agenda, die "faire" Bedingungen für die Telekommunikationsunternehmen schaffe. Man befinde sich immer noch auf einem Fußballfeld, das gekippt sei. "Wir Europäer müssen den Ball bergauf spielen, unsere Wettbewerber können einfach den Ball bergab laufen lassen und ins Tor schieben." Dabei bezieht sich Haas auf Konkurrenten wie Google und Facebook. "Wir haben nun zwar einen europäischen Datenschutz-Rahmen, aber unsere globalen Wettbewerber dürfen eben viel mehr und setzen Themen daher auch viel schneller um." Das sei eine Verzerrung.

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