Mobilfunk: Telefónica Deutschland baut 1.100 Vollzeitstellen ab
Telefónica Deutschland wird bis Jahresende die Belegschaft um bis zu 1.100 Vollzeitstellen reduzieren. Das gab der Mobilfunkbetreiber am 22. Juli 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Betroffen seien alle Vertriebskanäle und der Kundenservice. Zuletzt hatte die deutsche Tochter der spanischen Telefónica Group 6.820 Beschäftigte.
Der Abbau kann nicht komplett über ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen laufen, auf das sich Vorstand und Betriebsräte einigten. Es wird also auch Entlassungen geben.
Ein offener Brief der Gewerkschaft Verdi, der den Protest organisieren, statt den Abbau begleiten sollte, fand bei Betriebsräten und Beschäftigten wenig Unterstützung. Wie Golem aus informierten Kreisen erfuhr, fürchteten Mitarbeiter, auf die Entlassungsliste zu kommen, wenn sie unterzeichneten.
Zudem werden 60 O2 Shops geschlossen. Beim Mobilfunknetz soll es "Kooperationsabkommen für den Ausbau" geben.
Nächste Servicekrise bei Telefónica
"So sichern wir die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Telefónica", sagte Santiago Argelich Hesse, Chief Executive Officer von Telefónica Deutschland. "Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen." Man werde eine Restrukturierungsrückstellung in Höhe von 265 Millionen Euro bilden.
"Wir fürchten als Verdi, dass das Abbauprogramm zuallererst die Sparziele aus Spanien verfolgt und dann das Unternehmen in Deutschland ganz schnell in die nächste 'Servicekrise' gerät, weil die Kunden nicht mehr ordentlich bedient werden können. Das kostet Kunden, Umsatz und Vertrauen", sagte der Verdi-Gewerkschaftssekretär und Telefónica-Aufsichtsrat Christoph Heil Golem bereits am 13. Juli.
Die von Heil angesprochene Servicekrise bei Telefónica spielt auf die Jahre 2016 und 2017 an. Damals war die Erreichbarkeit der Hotline stellenweise so katastrophal, dass sich im September 2017 sogar der damalige Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, einschaltete und O2 öffentlich eine "faktische Nichterreichbarkeit" attestierte.
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