Abo
  • Services:
Anzeige
Terrorismus-Abwehr: Prepaid-SIM-Karten gibt es bald nur noch mit Personalausweis.
Terrorismus-Abwehr: Prepaid-SIM-Karten gibt es bald nur noch mit Personalausweis. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Acht bis neun Millionen Prepaid-Karten pro Jahr

Die meisten der acht bis neun Millionen verkauften Prepaid-Karten pro Jahr werden in Supermärkten, Drogeriemärkten und Tankstellen verkauft. Der Discounter Aldi schaffte es mit "Aldi Talk" sogar, zum Marktführer bei Prepaid-Karten aufzusteigen - mit geschätzt sieben bis acht Millionen Nutzern.

Solch hohe Verkaufszahlen sind künftig kaum noch erreichbar. Die Drogeriemarktkette Rossmann wagt schon jetzt die Prognose, dass sie künftig weniger Prepaid-Karten loswird: "Es wird Umsatzrückgänge geben." Andere Filialisten halten solche Prognosen für "Spekulation".

Anzeige

Händler, die auch in Zukunft Prepaid-Karten anbieten wollen, müssen sicherstellen, dass die Käufer identifiziert werden. Gesetzeskonform umgesetzt, dürfte dieses Verfahren drei bis fünf Minuten in Anspruch nehmen - und damit die Warteschlangen an den Supermarktkassen dramatisch verlängern. Das wollen die Handelsketten aber weder den Kassierern noch den Kunden zumuten. "Wir werden auf keinen Fall eine Identifizierung an der Kasse vornehmen", haben der Drogeriefilialist Rossmann und die Supermarktkette Kaufland bereits entschieden.

Identität per Webcam überprüfen

Als Alternative empfiehlt die Bundesnetzagentur den Einsatz einer Videoidentifikation per Internet. Die Käufer von Prepaid-Karten müssten dann - etwa zu Hause am PC - eine Videoschaltung zu einem Identitätsprüfer aufbauen. Spezialfirmen wie WebID Solutions oder IDnow, aber auch der größte Callcenter-Anbieter in Deutschland - die Bertelsmann-Tochter Arvato - bieten solch einen Service an. "Wir sind mit fast allen Mobilfunkanbietern im Gespräch, damit eine praktikable Lösung zustande kommt", sagt WebID-Geschäftsführer Frank Jorga.

Bei diesem Videocheck halten die potenziellen Kunden ihr Gesicht und ihren Ausweis vor die Kamera - zum Beispiel ihres PCs zu Hause. Auf der Gegenseite sitzen Spezialisten, die das Livebild mit dem Passfoto vergleichen und Kontrollfragen wie zum Beispiel nach dem Geburtsdatum stellen. Profitabel können die Spezialfirmen diesen Service nur anbieten, wenn sie pro Videocheck zwischen 3 und 4 Euro in Rechnung stellen. Bei Einstiegspreisen von 9,95 Euro pro SIM-Karte und einem Startguthaben von 10 Euro lohnt sich für die Mobilfunkanbieter das Prepaid-Geschäft dann nur noch, wenn sie die Tarife erhöhen.

Der Mobilfunker Freenet geht bereits einen Schritt weiter und will in seinen Mobilcom-Debitel-Shops abgeschirmte Videoterminals aufstellen. Prepaid-Kunden sollen dort sofort ihre neu erworbene Karte freischalten können.

In die gleiche Richtung gehen auch die Elektromärkte Media Markt und Saturn. Sie haben in ihren Filialen bereits Kassen, an denen beratungsintensive Geschäfte wie Ratenkredite abgewickelt werden. Dort wäre der ideale Platz für ein Videoterminal, damit Prepaid-Kunden sofort ihre Karte freischalten können, meint ein Filialleiter.

Regeln werden vorerst nur in Deutschland eingeführt

Ob der Aufwand im Sinne der Sicherheit lohnt, bleibt hingegen fraglich. Die Ausweispflicht wird nur in Deutschland, nicht in der EU eingeführt. Viele Länder - zum Beispiel Österreich, die Niederlande und Rumänien - ziehen bisher nicht mit. Kriminelle können die deutschen Sicherheitsbehörden ganz einfach mit Prepaid-Karten aus diesen Ländern austricksen und die verschärften Vorschriften ins Leere laufen lassen.

Für den Düsseldorfer Händler Akgül verfehlen die neuen Regeln ohnehin ihr Ziel. "Es wird ein neuer Markt für gebrauchte Prepaid-Karten entstehen", prophezeit der Karttel-Geschäftsführer. "Freigeschaltete SIM-Karten werden dann anonym unter der Hand gegen Bares verkauft." Die Sicherheitsbehörden wissen dann auch nach dem 1. Juli nicht, wer dann letztlich die SIM-Karte in sein Smartphone steckt.

 Mobilfunk: So kompliziert wird der Kauf von Prepaid-Karten

eye home zur Startseite
trashbyte 26. Apr 2017

Also ich denke es wird weiterhin Möglichkeiten geben, an vorregistrierte bzw. gebrauchte...

bonum 18. Apr 2017

.....die Funktion soll fest in Handys verbaut werden.Es sollen dann von den Betreibern...

schuppeste 17. Apr 2017

Also ich ich dachte eigentlich auch es wäre schon Pflicht. .seitdem ich denken kann...

MarioWario 15. Apr 2017

Ist es doch, wenn per Silent-SMS Wohnungen abgehört werden und Teilnehmer einer Demo per...

MarioWario 15. Apr 2017

Man sollte nicht unbedingt darauf warten bis einen die Merkel-Polizei von Zuhause abholt...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deutsche Hypothekenbank AG, Hannover
  2. FTI Touristik GmbH, München
  3. AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster
  4. spectrumK GmbH, Berlin


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 30,99€
  2. 6,99€
  3. 7,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Auftragsfertiger

    Intel zeigt 10-nm-Wafer und verliert Kunden

  2. Google Home Mini

    Google plant Echo-Dot-Konkurrenten mit Google Assistant

  3. Drei Modelle vorgestellt

    Elektrokleinwagen e.Go erhöht die Spannung

  4. Apple iOS 11 im Test

    Alte Apps weg, Daten weg, aber sonst alles gut

  5. Bitkom

    Ausbau mit Glasfaser kann noch 20 Jahre dauern

  6. Elektroauto

    Nikolas E-Trucks bekommen einen Antrieb von Bosch

  7. HHVM

    Facebook konzentriert sich künftig auf Hack statt PHP

  8. EU-Datenschutzreform

    Bitkom warnt Firmen vor Millionen-Bußgeldern

  9. Keybase Teams

    Opensource-Teamchat verschlüsselt Gesprächsverläufe

  10. Elektromobilität

    In Norwegen fehlen Ladesäulen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Packstationen: Amazon will DHL mit Locker-Paketboxen Konkurrenz machen
Packstationen
Amazon will DHL mit Locker-Paketboxen Konkurrenz machen
  1. HQ2 Amazon braucht einen weiteren Hauptsitz
  2. Instant Pickup Amazon-Kunden erhalten Ware zwei Minuten nach der Bestellung
  3. Streaming Amazon schließt seinen Videoverleih Lovefilm

DeepL im Hands on: Neues Tool übersetzt viel besser als Google und Microsoft
DeepL im Hands on
Neues Tool übersetzt viel besser als Google und Microsoft
  1. Zitis Bundeshacker im Verzug
  2. Linksextremismus Innenminister macht Linksunten.indymedia dicht
  3. Provider Dreamhost will keine Daten von Trump-Gegnern herausgeben

Play Austria: Die Kaffeehauskultur reicht bis in die Spielebranche
Play Austria
Die Kaffeehauskultur reicht bis in die Spielebranche
  1. Human Head Studios Nach 17 Jahren kommt die Fortsetzung für Rune
  2. Indiegames Erfahrungen mit der zufallsgenerierten Apokalypse
  3. Spielebranche Mikrotransaktionen boomen zulasten der Kaufspiele

  1. Re: Backup - My Ass!!

    Trollversteher | 09:38

  2. Re: Als Android-Nutzer beneide ich euch

    Wolf_0 | 09:37

  3. Re: Als Nicht-Smartphone-Besitzer

    Trollversteher | 09:34

  4. 3 Seiten Geheule

    Der_Hausmeister | 09:34

  5. Re: Der Kühlergrill...

    ArcherV | 09:34


  1. 08:45

  2. 08:32

  3. 07:00

  4. 19:04

  5. 18:51

  6. 18:41

  7. 17:01

  8. 16:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel