Mobilfunk per Satelliten: D2D-Nutzung sinkt, sobald es kostenpflichtig wird
Die Zahl der D2D-Nutzer (Direct To Device) wächst weltweit stark. Doch sobald die Anbieter den Dienst kostenpflichtig machen, geht die Nutzung zurück. Das ergab eine Analyse des Nutzerverhaltens von Ookla(öffnet im neuen Fenster), die am 21. April 2026 vorgelegt wurde. So ist die Anzahl der D2D-Verbindungen in den USA (T-Mobile US) und Kanada (Rogers) in den vergangenen Monaten zurückgegangen, nachdem nach einer Gratis-Einführungsphase Gebühren für den über Starlink realisierten Dienst erhoben wurden.
Kunden in Premium-Tarifen erhalten den Dienst in den USA weiterhin kostenlos, während Nutzer in günstigeren Tarifen nun etwa 10 US-Dollar pro Monat zusätzlich zahlen müssen. Direct-to-Device (D2D) bezeichnet die Fähigkeit eines Satelliten, eine direkte Funkverbindung zu einem handelsüblichen Smartphone herzustellen.
In der Ukraine wird der Dienst bei Kyivstar und in Japan bei KDDI ohne Aufpreis angeboten, was zu stabilen oder steigenden Verbindungszahlen führte. In Chile, wo Entel 200 SMS mit D2D kostenlos anbietet, wächst die Nutzung auch stark an.
D2D: Lange Wartezeit für eine SMS
Dazu kommen bestehende technische Hürden: Die aktuelle D2D-Technologie ist meist nur für Notfälle oder kurze Textnachrichten einsetzbar. Im Durchschnitt dauerte das Senden und Empfangen einer Nachricht noch 1 Minute und 17 Sekunden. Bei Fahrtests von Rootmetrics (einer Ookla-Tochter) in New York lag die Erfolgsquote für den SMS-Versand bei etwa 60 Prozent. Die meisten aktuellen Verbindungen können lediglich "einige Bytes" übertragen.
Die Rangliste wird von Ländern mit großen ländlichen Gebieten ohne Mobilfunkversorgung angeführt. Mit 45,9 Prozent aller weltweiten D2D-Verbindungen sind die USA der mit Abstand größte Markt. Dies liegt an der frühen Partnerschaft zwischen T-Mobile und Starlink sowie dem Dienst von Skylo für Verizon.
Australien folgt an zweiter Stelle mit 18,1 Prozent. Die riesigen, unbewohnten Gebiete im Outback machen Satellitenverbindungen hier fast überlebensnotwendig. Chile belegt den dritten Platz mit 10 Prozent und Kanada liegt knapp dahinter mit 9,8 Prozent.
Noch weniger Nutzer für D2D
Doch nur ein sehr geringer Prozentsatz der Mobilfunknutzer in diesen Ländern nutzt D2D-Satelliten. Beispielsweise verzeichneten im März 2026 in den USA lediglich 0,46 Prozent der Speedtest-Nutzer eine Verbindung zu einem D2D-Satelliten. In Chile lag dieser Wert bei 1,26 Prozent an der Spitze, in Kanada bei 0,70 Prozent und in Japan mit 0,11 Prozent am niedrigsten.
Starlink baut laut Oakla weltweit die "überwältigende Mehrheit" der gemessenen D2D-Verbindungen auf. Besonders durch das Rebranding zu Starlink Mobile und den Start in Ländern wie Chile, Peru, Ukraine und Großbritannien hat SpaceX seine Vormachtstellung erweitert. Skylo wird als zweitwichtigster Akteur genannt, gefolgt von Lynk Global, der auch bereits kommerzielle Verbindungen ermöglicht. AST Spacemobile kann noch keinen kommerziellen D2D-Regelbetrieb anbieten.
Apple hat mithilfe der Satelliten und Frequenzspektrums von Globalstar den D2D-Markt maßgeblich geprägt. Seit dem iPhone 14, das 2022 auf den Markt kam, kann jedes iPhone über diese Satelliten Textnachrichten senden und empfangen.
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