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Mobilfunk: Nokia zieht sich mit 5G-Stationen aus China zurück

Nokia gibt den Markt für 5G-Mobilfunkstationen in China komplett auf. Laut chinesischer Darstellung hat das Unternehmen mit hohen Kosten und Lieferverzögerungen zu kämpfen.

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Nokia-Hauptsitz in Finnland
Nokia-Hauptsitz in Finnland (Bild: Mikko Stig/AFP via Getty Images)

Nokia zieht sich vom Markt für 5G-Mobilfunkstationen in China zurück. Das berichtet das Onlinemagazin Light Reading unter Berufung auf Angaben des Unternehmens. Laut Angaben des chinesischen Staatsmediums China.org.cn sind technische Probleme die Ursache, dass Nokia fast keine 5G-Aufträge von China Mobile, China Telecom und China Unicom erhalten hat.

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Ein Nokia-Sprecher sagte Golem.de auf Anfrage: "Mit unserem jüngsten Geschäftsabschluss mit Taiwan Star haben wir heute 70 5G-Deals und 21 Live-5G-Netze bei unseren Kunden im Einsatz. Und wir sind recht optimistisch, dass wir bei China Unicom einen Anteil des 5G-Kernnetzes gewinnen werden, obwohl wir noch keine offizielle Mitteilung erhalten haben."

Nokia wähle angesichts der Herausforderungen in China zu "Rentabilität und Liquidität einen umsichtigen Ansatz zur Gewinnung von Marktanteilen." Die 5G-Aktivitäten seien so ausgerichtet, das weltweit Märkte mit besserer Wirtschaftlichkeit erreicht würden, spezifische lokale Anforderungen würden "nicht forciert".

Ein weiteres Engagement im Bereich 5G-Funknetze in der Zukunft sei ebenfalls nicht ausgeschlossen, aber "wir erinnern daran, dass unser Ansatz stets wirtschaftlich umsichtig gewesen ist", betonte der Sprecher.

Laut chinesischer Darstellung war die Herausforderung für Nokia, seine 5G-Produkte wettbewerbsfähiger zu machen, da das Unternehmen "mit der Bewältigung von Kosten und Lieferverzögerungen zu kämpfen hatte". In den Ergebnissen für das dritte Quartal 2019 erklärte Nokia, dass die Gewinnspannen im Bereich 5G durch die hohen Kosten seines Reefshark-Chipsatzes geschmälert worden seien. Laut Light Reading hat Nokia zudem den Fehler begangen, teure programmierbare 5G-Komponenten zu wählen, die seine Produkte im Vergleich zur Konkurrenz weniger rentabel gemacht hätten. Ein Mobilfunkexperte sagte Golem.de, was technologisch in USA nachgefragt sei, werde in China nicht verlangt und Nokia sei dabei "nicht flexibel" genug. "Ericsson bekommt das besser hin."

Nach Schätzungen von Dell'Oro war China im vierten Quartal für bis zu 45 Prozent des weltweiten 5G-Umsatzes verantwortlich. Der schwedische Ausrüster Ericsson hat einen Vertrag mit China Mobile mit einem Volumen von rund 593 Millionen US-Dollar abgeschlossen und den Zuschlag für einen zweistelligen Millionenanteil an einer 5G-Ausschreibung von China Telecom und China Unicom erhalten.

Nokia prüft seit einiger Zeit strategische Optionen, die von potenziellen Verkäufen von Unternehmensteilen bis hin zu Fusionen mit Konkurrenten reichen.

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