Mobilfunk: Höhere Datenrate kann gesamte Wirtschaft stärken

Der Ausbau der Mobilfunknetze hat einen fast doppelt so hohen Anteil am Wirtschaftswachstum wie der Maschinenbau. Das geht aus einer aktuellen Studie(öffnet im neuen Fenster) des Analyse- und Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag von Vodafone hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Madsack) vorliegt. "Schnelle Netze sind ein zentraler Baustein" , sagte Georg Klose, Leiter Digital Development bei Prognos.
Die Forscher schauten sich auch an, was die Erhöhung der Datenübertragungsrate bewirkte. Je zehn Megabit pro Sekunde zusätzlich stieg das BIP um 4,6 Milliarden Euro, zugleich wurden bundesweit 25.000 neue Gewerbe angemeldet. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im dritten Vierteljahr 2022 rund 963,8 Milliarden Euro.
Prognos analysierte für den Innnovationsindex Deutschland die Entwicklung von Landkreisen und Städten zwischen 2010 und 2019. Das Aufstellen der Masten und das Verlegen der Backhaul-Leitungen für den Mobilfunk habe jährlich im Schnitt mehr als fünf Milliarden Euro zusätzliches Wirtschaftswachstum ausgelöst. "Damit leistet der Netzausbau einen fast doppelt so großen jährlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum wie der Maschinenbau" , heißt es in der Studie, die im Auftrag der Vodafone-Stiftung erstellt wurde.
Produktivitätszuwachs von 110 Euro je Erwerbstätigen
Etwa fünf Prozent der jährlichen Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) konnten auf die Modernisierung und Erweiterung der Funktechnik zurückgeführt werden. Diese Investitionen erzeugten nach den Berechnungen von Prognos jährlich einen Produktivitätszuwachs von 110 Euro je Erwerbstätigen.
In den vergangenen Jahren hätten kleinere und mittlere Städte überdurchschnittlich stark vom Netzausbau profitiert. So seien im ländlichen Raum Bruttolöhne in Folge des Errichtens neuer Mobilfunkanlagen durchschnittlich um 37 Euro pro Jahr gestiegen - bundesweit waren es nur 32 Euro.
Eine Vielzahl neu gegründeter Gewerbe auch abseits der großen Metropolen sei Ausdruck des Innovationseffekts. Auch die wissenschaftliche Forschung profitiere. Mehr als 1.000 zusätzliche Publikationen und fast 1.000 zusätzliche Patente im Technologiebereich ließen sich auf die verbesserten Rahmenbedingungen zurückführen. "Regionen mit starken Netzen sind besonders attraktiv für Hochqualifizierte, ziehen Studierende an und binden so die Fachkräfte" , heißt es in der Studie.



