Abo
  • IT-Karriere:

Mobilfunk: Flüchtlinge kommen nicht in Online-Post-Ident für Aldi Talk

Viele Flüchtlinge scheitern beim Video- und Post-Ident-Verfahren für eine Prepaid-SIM, wenn sie keinen Reisepass oder Personalausweis haben. Dokumente wie die Aufenthaltsgestattung können nicht gelesen werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Werbebild von Aldi Talk: Hier stimmt alles.
Werbebild von Aldi Talk: Hier stimmt alles. (Bild: Telefónica O2/Screenshot: Golem.de)

Flüchtlinge sollen Probleme haben, sich bei dem Mobilfunkprovider Aldi Talk anzumelden. Das berichtet die Verbraucherzentrale Niedersachsen unter Berufung auf Beschwerden Betroffener. Der Anbieter Aldi Talk nutzt Video- und Post-Ident-Verfahren und akzeptiert auch syrische Pässe. Andere Anbieter machen schon bei ausländischen Pässen Probleme. Aldi Talk ist Marktführer bei Prepaid-Karten mit geschätzt sieben bis acht Millionen Nutzern.

Stellenmarkt
  1. Haufe Group, Freiburg im Breisgau
  2. Hochschule Heilbronn, Heilbronn

"Flüchtlingshelfer haben sich bei uns gemeldet, da Geflüchtete die bei Aldi gekauften SIM-Karten nicht aktivieren konnten", sagte Marvin Momberg, Projektkoordinator Verbraucherschutz für Flüchtlinge bei der Verbraucherzentrale. Laut Gesetz sind für die Identifizierung Reisepass und Personalausweis, aber auch Aufenthaltstitel, Ankunftsnachweise sowie die Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung beziehungsweise die Aussetzung der Abschiebung zulässig. "Bei den von Aldi Nord eingesetzten Post- und Video-Ident-Verfahren können Dokumente wie die Aufenthaltsgestattung nicht gelesen werden, da die Schrift anscheinend zu klein ist", erklärte Momberg. Einen Reisepass oder Personalausweis besäßen viele Flüchtlinge jedoch nicht, so dass eine Aktivierung der SIM-Karte für sie nicht möglich sei.

Problem nicht bei Aldi Talk

Doch laut Angaben von Telefónica-Sprecher Florian Streicher auf Anfrage von Golem.de liegt das Problem nicht bei Aldi Talk: "Die von der Verbraucherzentrale erwähnten Limitierungen bei der Prepaid-Zulassung liegen nicht im Einflussbereich von Aldi Talk. Bei der Identifizierung arbeitet der Anbieter - wie viele andere Prepaid-Anbieter auch - mit namhaften Kooperationspartnern zusammen, die das Post- oder Video-Ident-Verfahren durchführen."

Ausländische Kunden, die über einen Reisepass oder einen ausländischen Ausweis verfügen, könnten diesen in der Regel problemlos für die Identifizierung nutzen, betonte Streicher. Alternativ könne die Identifizierung auch mit einem eAufenthaltstitel, dem Aufenthaltstitel mit Chip über das Video-Ident-Verfahren oder im Bereich von Aldi Süd am Kassenarbeitsplatz erfolgen.

Streicher sagte: "Wir arbeiten zusammen mit unseren Dienstleistern daran, die Services für die Prepaid-Identifizierung - und damit auch das Angebot an akzeptierten Dokumenten - in den kommenden Monaten zu erweitern." Dabei müssten stets die regulatorischen Vorgaben beachtet werden.

Seit dem 1. Juli müssen Prepaidkarten registriert werden, die Käufer müssen sich identifizieren. Golem.de hatte die Registrierung per Online-Postident-Verfahren ausprobiert, was sich auch mit einem deutschen Ausweis als zeitaufwendig und instabil erwiesen hat. Inklusive Neustarts benötigten wir rund eine halbe Stunde, um den Prozess abzuschließen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 5,99€
  2. 2,99€
  3. 39,99€
  4. 4,99€

plutoniumsulfat 29. Aug 2017

Also versiehst du deine Unterschriften jedes Jahr mit einem eindeutigen Merkmal?

TrollNo1 29. Aug 2017

Wie gesagt, ich werde weder Mutti noch den braunen Sumpf wählen. Von daher gibts genug...

0xDEADC0DE 29. Aug 2017

Wenn du einen Zettel brauchst um deine "Existenz" nachzuweisen machst du wirklich...

0xDEADC0DE 29. Aug 2017

Kriegsflüchtlinge, also echte, haben durchaus auch mal keine Papiere mehr.

tezmanian 29. Aug 2017

ein Aufenthaltstitel o.ä. ist leider kein wirklicher Nachweis das man wirklich XYZ ist.


Folgen Sie uns
       


Festo Bionic Softhand und Softarm angesehen

Die Bionic Softhand ist ein robotischer Greifer, der der menschlichen Hand nachgebildet ist. Das Unternehmen Festo präsentiert sie auf der Hannover Messe 2019.

Festo Bionic Softhand und Softarm angesehen Video aufrufen
e.Go Life: Ein Auto, das lächelt
e.Go Life
Ein Auto, das lächelt

Das Auto ist zwar klein, bringt aber sogar gestandene Rennfahrer ins Schwärmen: Das Aachener Unternehmen e.Go Mobile hat seine ersten Elektroautos ausgeliefert. In einer Probefahrt erweist sich der Kleinwagen als sehr dynamisch.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektroauto Skoda Citigo e iV soll 265 km weit fahren
  2. Eon-Studie Netzausbau kostet maximal 400 Euro pro Elektroauto
  3. EZ-Pod Renault-Miniauto soll Stadtverkehr in Kolonne fahren

Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

    •  /