Mobilfunk: EU will E-Plus-Übernahme durch O2 zustimmen

Die E-Plus-Übernahme durch Telefónica respektive O2 wolle die Europäische Union genehmigen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) mit Verweis auf zwei Personen, die mit den Verhandlungen vertraut sind.
Als Bedingung müsse Telefónica anderen Firmen weiter Zugang zum O2-Netz gewähren. Diese könnten dann weiter eigene Tarife anbieten und verwendeten dafür das O2-Netz. Damit will die EU wohl erreichen, dass der Wettbewerb nicht geschwächt wird. Offiziell soll die Entscheidung am 2. Juli 2014 verkündet werden. Dann wird sich zeigen, ob die EU der Übernahme zustimmt und welche Bedingungen daran geknüpft werden.
Bundeskartellamt fürchtet höhere Mobilfunkpreise
Das Bundeskartellamt befürchtet, dass die E-Plus Übernahme durch O2 die Mobilfunkpreise in Deutschland nach oben treibt . Das Kartellamt zieht Vergleiche zum österreichischen Mobilfunkmarkt: In Österreich seien die Preise seit dem Zusammenschluss von Orange und Hutchison Ende 2012 deutlich gestiegen.
Wenn die Übernahme von E-Plus abgeschlossen ist, wolle Telefónica Deutschland (O2) nicht alle E-Plus-Marken weiterführen , heißt es in einem Bericht vom Mai 2014. Telefónica selbst gab an, dass noch keine diesbezüglichen Entscheidungen getroffen wurden.
E-Plus-Marken könnten verschwinden
Es werde überlegt, einige Marken zusammenzulegen, die ähnliche Kundengruppen adressieren. Das wären bei E-Plus Blau und Simyo und auf O2-Seite Fonic, aber auch Ay Yildiz und Türk Telecom wären davon betroffen. Nach derzeitiger Planung würden die E-Plus-Marken verschwinden und die O2-Marken fortgeführt. Die Base-Marke soll demnach hingegen bestehenbleiben.
Die Telefónica zahlt für E-Plus 3,7 Milliarden Euro, die niederländische E-Plus-Mutter KPN bekommt zudem einen Anteil von 24,9 Prozent am neuen Unternehmen. Die Synergieeffekte bei einem Zusammengehen von E-Plus und Telefónica würden zudem rund 400 Millionen Euro pro Jahr bei der Verwaltung, 660 Millionen Euro bei Kundenservice und Vertrieb und fast 800 Millionen Euro beim Netzbetrieb betragen. Viele der insgesamt 10.000 Arbeitsplätze, rund 4.000 bei E-Plus und 6.000 bei der Telefónica, und auch einige Standorte würden dann wegfallen.



