Mobilfunk: Ericsson erwartet 6G in den 2030er Jahren

Ericsson wird in den nächsten zehn Jahren in ein britisches Programm für 6G-Forschung investieren. Das gab der schwedische Mobilfunkausrüster am 22. November 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Genauere Angaben zum Investitionsvolumen wurden nicht gemacht: Es gehe um "mehrere Millionen britische Pfund" .
Zu den Forschungsbereichen gehören die Widerstandsfähigkeit und Sicherheit von Netzen, künstliche Intelligenz, kognitive Netze und Energieeffizienz. Das Programm wird 20 Forscher beschäftigen und Doktoranden unterstützen, die mit Wissenschaftlern, Mobilfunknetzbetreibern und Branchenunternehmen zusammenarbeiten sollen. Laut Ericsson wird erwartet, dass 6G in den 2030er Jahren verfügbar sein wird. Der neue Mobilfunkstandard 6G kommt nicht vor dem Jahr 2030 und befindet sich in der Forschungsphase, hatte Eric Hardouin, Director bei den Orange Labs (France Telecom), bereits am 10. November 2021 bei der Branchenveranstaltung One6G Summit 2021 gesagt . "Technologisch disruptiv kann 6G möglicherweise im Terahertz Spektrum bei 100 GHz bis 3 THz, bei Funksensorik und Bildgebung oder Zero-Energy-Endgeräten sein" , erklärte Hardouin. Weiter werde Mobile Edge Computing und Artificial Intelligence zu 6G gehören. Kernnetzwerk und Radio sollen nicht mehr getrennt sein.
Konzernchef Börje Ekholm erhöhte Investitionen in F&E
Konzernchef Börje Ekholm hatte für die Verdoppelung der F&E-Ausgaben von 31,6 Milliarden schwedischen Kronen (2,9 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2016 auf 42,1 Milliarden SEK (3,8 Milliarden US-Dollar) im vergangenen Jahr gesorgt. Im Jahr 2021 investierte Ericsson nach eigenen Angaben 18,1 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung. Ericsson verfügt über insgesamt 21 F&E-Zentren in Europa, darunter in Finnland, Deutschland, Frankreich, Ungarn, Irland, Italien, Polen, Spanien und Schweden, die an rund 100 gemeinsamen Forschungs- und Wissenskooperationen mit Universitäten und Akademien aktiv sind.
Ericsson liefert 5G-Ausrüstung für alle vier britischen Mobilfunknetze. Der wichtigste Konkurrent Huawei ist durch Druck der USA aus dem Markt ausgeschlossen . Der Nationale Sicherheitsrat Großbritanniens hatte entschieden, dass Netzbetreiber nach dem 31. Dezember 2020 keine Ausrüstung von Huawei mehr einkaufen dürfen. Außerdem muss bis Ende 2027 die Ausrüstung aus den 5G-Netzwerken entfernt werden. Die britische Regierung zahlt den Mobilfunkbetreibern des Landes 250 Millionen Pfund (280 Millionen Euro), um das Huawei-Verbot umzusetzen. EE, Vodafone und Three verwenden Huawei-Ausrüstung in ihren 5G-Netzwerken.