Mobilfunk: Bahn verspricht störungsfreies Telefonieren im Zug
Abgebrochene Telefonate im ICE sollen demnächst der Vergangenheit angehören – das zumindest verspricht Bahnchef Rüdiger Grube in einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur (dpa). Heute laute der erste Satz bei Telefonaten im Zug häufig: "Hallo, ich bin im Zug. Wenn die Leitung zusammenbricht, rufe ich zurück", sagte Grube. Das dürfe es im Zeitalter der Digitalisierung nicht mehr geben. Bis 2018 sollen alle ICE der Bahn daher mit Repeatern ausgerüstet werden, die die Signale verstärken.
Die Repeater sind nach Angaben von Grube vor allem deswegen notwendig, weil die Karosserie der Züge kaum Signale durchlässt. Dabei sollen neuere Repeater verwendet werden – denn die derzeit installierten Geräte sind vor allem für den GSM-Betrieb ausgelegt, die neuen Geräte sollen hingegen auch UMTS und LTE übertragen können.
"Telefonie ist 2018 kein Problem mehr"
"2018 wird die Telefonie kein Problem mehr sein", sagte Grube der dpa. "In den Zügen, die wir jetzt umgerüstet haben, ist es um den Faktor zehn besser geworden. Die Leitungen sind stabil. Auch wenn Sie mit 250 km/h durch einen Tunnel oder durch dünn besiedelte Gegenden fahren – vorausgesetzt, die Mobilfunkabdeckung stimmt"
Beim Ausbau sollen die Mobilfunkanbieter derzeit an Verbesserungen arbeiten. Vodafone etwa hat seine rund 2.600 Mobilfunk-Basisstationen entlang der Bahnstrecken aufgerüstet. Nicht nur an der Infrastruktur für Telefonate wird gearbeitet. Die Bahn will ab Anfang kommenden Jahres auch allen Kunden der zweiten Klasse einen kostenfreien Internetzugang anbieten – bislang gilt das nur für die erste Klasse.
Die exklusive Kooperation mit der Deutschen Telekom wird dabei beendet. Bislang hatte die Telekom im Auftrag der Bahn in ausgewählten ICE-Zügen kostenpflichtige WLAN-Hotspots betrieben, deren Empfangsqualität aber oft bescheiden war. Auch das neue System ist nicht perfekt, die Bahn musste eine Sicherheitslücke schließen, die Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort der Nutzer ermöglichte.
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