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Mobilfunk: 1&1 will endlich Ausbauauflagen von Januar 2023 erfüllen

MWC 2025
Auf dem Mobile World Congress versprach Michael Martin, Chef von 1&1 Mobilfunk, endlich etwas eigenes Netz zu liefern. Bis Ende des Monats sollen 1.000 eigene Antennen funken.
/ Achim Sawall
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Erste Antennen von 1&1 Mobilfunk (Bild: 1&1 / Screenshot Golem.de)
Erste Antennen von 1&1 Mobilfunk Bild: 1&1 / Screenshot Golem.de

Bis Ende des laufenden Monats will 1&1 endlich die Ausbauauflagen der Bundesnetzagentur für Januar 2023 erfüllen. Das sagte Michael Martin, Chef von 1&1 Mobilfunk, der Nachrichtenagentur dpa auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Der Netzbetreiber hatte zuletzt im November 2024 bekanntgegeben, im dritten Quartal die Anzahl der funktionierenden Antennenstandorte von 546 auf 741 gesteigert zu haben.

1&1 Mobilfunk betreibt das erste Netz in Europa, das komplett auf Open RAN basieren soll, liegt aber bei den Antennen um Jahre hinter den Vorgaben der Bundesnetzagentur und benötigt National Roaming von Telefónica und künftig Vodafone für die Versorgung seiner Kunden.

Migration der Bestandskunden erst einmal gescheitert

Auch die Migration der MVNO-Bestandskunden auf das "eigene" Netz – beziehungsweise auf das der Roamingpartner – scheiterte im ersten Anlauf. Die Migration musste wegen einer "unerwarteten Unterdimensionierung einzelner Netzbestandteile vorübergehend stark eingeschränkt" werden und "konnte erst im vierten Quartal 2024 wieder umfangreich aufgenommen werden" . Eine Störung bei 1&1 Mobilfunk Ende Mai 2024 betraf knapp 500.000 Nutzer und dauerte mehrere Tage an. Schuld sei ein Softwareupdate gewesen, hieß es damals. Nach dem Ausfall des Mobilfunknetzes von 1&1 hätten ungefähr 50.000 Kunden gekündigt, sagte Firmenchef Ralph Dommermuth im August 2024.

Bis Ende 2030 muss 1&1 die Hälfte der deutschen Bevölkerung versorgen oder 12.600 Antennen-Standorte betreiben. "Das werden wir schaffen" , sagte Martin. "Unsere Originalpläne waren deutlich schneller, wir wollten deutlich früher mit den 50 Prozent fertig sein, das mussten wir revidieren."

5.000 Antennenstandorte seien "in Entwicklung" , erklärte Martin, aber sie arbeiten noch nicht. Bei einem Teil davon fehlt der Glasfaser-Backhaul, andere seien noch nicht fertig errichtet und bei einigen gebe es bislang nur Mietverträge.

"Der Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur ist bereits weitgehend abgeschlossen: So sind vier von vier Core-Data-Center in Betrieb, alle 24 Edge-Rechenzentren und 241 unserer über 500 in der ersten Ausbaustufe insgesamt geplanten dezentralen Data Center" , sagte 1&1 Mobilfunk-Sprecher Thomas Kahmann Golem.de auf Anfrage. Bis Ende des Jahres schließe man mit über 12 Millionen die größte Migration der deutschen Mobilfunkgeschichte ab.

Offenlegung: Die Reisekosten nach Barcelona und die Übernachtungen wurden von Huawei übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.


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