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Mobilfunk: 1&1-Chef weist Verkaufsgerüchte zurück

Nach Spekulationen über einen Eigentümerwechsel stellt 1&1 -Chef Dommermuth klar: Ein Verkauf des Unternehmens steht nicht zur Debatte.
/ Przemyslaw Szymanski
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1&1-Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth (Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images)
1&1-Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth Bild: JOHN MACDOUGALL/AFP via Getty Images

Der Vorstandsvorsitzende von 1&1, Ralph Dommermuth, hat die seit Monaten kursierenden Gerüchte über eine mögliche Veräußerung deutlich zurückgewiesen. "Ich habe nicht vor, das Unternehmen zu verkaufen" , sagte der Manager, der zugleich Hauptaktionär der 1&1-Mutter United Internet ist, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Die Verkaufsgerüchte waren in den vergangenen Monaten vor allem vor dem Hintergrund der hohen Kosten für den Netzausbau aufgekommen. Als möglicher Interessent wurde dabei unter anderem das Unternehmen Telefónica genannt, das in Deutschland mit der Marke O2 aktiv ist und durch eine Übernahme seine Marktposition ausbauen könnte.

Berichten zufolge soll es zeitweise sogar fortgeschrittene Gespräche zwischen der Telefónica Group und Dommermuth gegeben haben. Offiziell bestätigt wurden entsprechende Übernahmepläne jedoch nicht.

"Wir sind aus dem Schlimmsten draußen. Warum sollten wir jetzt das Unternehmen verkaufen, die Party hat ja noch gar nicht begonnen" , sagte Dommermuth mit Blick auf den verzögerten Aufbau des eigenen Mobilfunknetzes.

1&1 hatte sich bereits 2019 bei der Frequenzauktion eigene Mobilfunkfrequenzen gesichert und sich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 1.000 Antennenstandorte in Betrieb zu nehmen, kam beim Ausbau jedoch langsamer voran als geplant. Anfang 2023 waren lediglich fünf Standorte aktiv, was das Unternehmen unter anderem mit Lieferproblemen bei Ausbaupartnern erklärte.

Open-RAN macht Netzausbau komplexer

Der Netzausbau gilt als besonders anspruchsvoll, weil 1&1 auf ein vollständig virtualisiertes Mobilfunknetz mit Open-RAN-Technologie setzt.

Dabei werden Hardware und Software stärker voneinander getrennt als in klassischen Netzen, so dass Komponenten verschiedener Hersteller kombiniert werden können. Das soll langfristig mehr Flexibilität ermöglichen und Kosten senken, führt in der Aufbauphase jedoch zu zusätzlichem Aufwand bei Integration und Betrieb.

Erst Ende 2023 begann der Aufbau eines eigenen Handynetzes in größerem Umfang, seitdem werden nach und nach weitere Funkstandorte in Betrieb genommen. Nach Unternehmensangaben waren zum Jahreswechsel bereits gut 2.000 Antennenstandorte aktiv.

1&1 mit sinkendem operativen Ergebnis

Trotz dieser Fortschritte bleibt das Netz im Vergleich zu den etablierten Anbietern klein: Die Deutsche Telekom betreibt in Deutschland rund 36.500 Standorte, Telefónica etwa 29.000 und Vodafone rund 28.000.

In vielen Regionen ist das Unternehmen weiterhin auf National Roaming angewiesen. Dort, wo kein eigenes Netz verfügbar ist, werden Kunden über das Vodafone-Netz versorgt, wofür 1&1 Gebühren zahlen muss. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten spiegeln sich auch in den Geschäftszahlen(öffnet im neuen Fenster) wider.

Der Umsatz stieg 2025 zwar um 1,8 Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebitda) sank jedoch von 601,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 537,5 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem gestiegene Vorleistungskosten für National Roaming sowie höhere Abschreibungen, insbesondere wegen der wachsenden Zahl an Antennenstandorten.


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