Mobilesitter: Intelligente Kennwortverwaltung für Android

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) hat die Mobilesitter-App für die Android-Plattform veröffentlicht. Im Unterschied zu anderen Apps zur Kennwortverwaltung wurde ein spezielles Verfahren entwickelt, das es Datendieben erschweren soll, an die Zugangsdaten zu gelangen. Das Grundprinzip von Mobilesitter wurde bereits vor rund sechs Jahren für Mobiltelefone vorgestellt und seit zwei Jahren gibt es eine iOS-App.
Das Sicherungssystem der Fraunhofer-Forscher erschwert es einem Datendieb zu erkennen, ob er mit einem Angriff erfolgreich war. Bei anderen Apps kann ein Angreifer mehrere mögliche Masterkennwörter ausprobieren und bekommt eine Fehlermeldung, wenn es nicht stimmt. Er erhält umgekehrt eine Rückmeldung, wenn er Erfolg hatte und erhält dann Zugang zu allen hinterlegten Passwörtern.
Schutz gegen Wörterbuchangriffe
Das ist bei Mobilesitter anders. Der Angreifer kann nicht ohne weiteres erkennen, ob er das korrekte Masterkennwort herausgefunden hat: Die App zeigt nach jeder Eingabe des Masterkennworts die in der App hinterlegten Kennwörter. Aber nur wenn das Masterkennwort korrekt ist, sind diese Werte ebenfalls korrekt. Ansonsten zeigt sie Passwörter und Pins, die zwar echt aussehen, aber in Wirklichkeit nutzlos sind. Diese werden aufgrund des falsch eingegebenen Masterkennworts errechnet. Damit soll es vor allem einen besseren Schutz vor Wörterbuchangriffen bieten.
Damit der rechtmäßige Besitzer des Geräts weiß, dass das Masterkennwort korrekt eingegeben ist, gibt es eine Hilfe. Dann wird ein bestimmtes Bild in der App angezeigt. Ist das Masterkennwort falsch, wird ein anderes Bild angezeigt. Der rechtmäßige Gerätebesitzer kann also anhand des Bildes erkennen, dass die Eingabe korrekt ist. Ein Datendieb kann damit aber nicht erkennen, wann der Angriff erfolgreich war.
Mobilesitter(öffnet im neuen Fenster) ist für Android zum Preis von 5,49 Euro im Play Store zu haben. Die App setzt mindestens Android 4.0.x alias Ice Cream Sandwich voraus, läuft also auf Geräten mit Android 2.3.x alias Gingerbread nicht. Im nächsten Schritt sind Optimierungen für Tablets geplant.



